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B978-3-437-44526-2.00003-0

10.1016/B978-3-437-44526-2.00003-0

978-3-437-44526-2

Verfahren zur Überprüfung der kindlichen Aussprache im DeutschenDiagnostikverfahren:segmentorientierteDiagnostikverfahren:prozessorientierteDiagnostikverfahren:kindliche AusspracheDiagnostikverfahren:constraint-orientierteAussprachestörungen:Diagnostikverfahren

Tab. 3.1
Verfahren Methode und Itemumfang/Darstellung Handbuch/Anleitung
1. Segmentorientierte Verfahren (veraltetes Vorgehen)
Lauttreppe nach Möhring
(Möhring 1938)
Nachsprechen
Liste mit 156 Wörtern
Kein Handbuch; Anleitung nur in Artikel (Möhring 1938)
Stammler-Prüfbogen
(Metzker 1967)
Benennen
40 s/w Zeichnungen auf 1 DIN-A4-Blatt
Kein Handbuch; Anleitung in Artikel (Metzker 1967)
Phonetisches Bilder- und Wörterbuch
(Cerwenka & Demmer 1971)
Benennen
40 farbige Zeichnungen auf 1 DIN-A4-Blatt
Kurze Anleitung zur Durchführung und Auswertung
Ravensburger Stammler-Prüfbogen
(Frank & Grziwotz 1974)
Benennen
40 farbige Zeichnungen auf 1 DIN-A4-Blatt
Kein Handbuch
Werscherberger Lautprüf-Bogen
(Gey 1976)
Benennen
271 farbige Zeichnungen auf DIN-A4-Karten
Kleines Anleitungsheft zur Durchführung und Auswertung
LBT – Lautbildungstest
(Fried 1980)
Benennen
42 s/w Bildkarten
Anleitung zur Durchführung und Auswertung liegt Test bei
SCHUBI Artikulationstest
(Willikonsky 2006)
Benennen
59 farbige Zeichnungen auf Karten
Sehr knappe Anleitung zur Durchführung i. S. einer Spielanleitung
2. Prozessorientierte Verfahren
LOGO Ausspracheprüfung
(Wagner 1994)
Benennen
108 farbige Zeichnungen in DIN-A4-Ringbuch
Anleitung zur Durchführung und Auswertung im Begleitbuch
ADD – Aachener Dyslalie-Diagnostik
(Stiller & Trockuss 2000)
Benennen
98 Farbfotos (PC-Version, CD-Rom)
Anleitung zur Durchführung und Auswertung auf CD-Rom
AVAK – Analyseverfahren zu Aussprachestörungen bei Kindern
(Hacker & Wilgermein 2002)
Benennen
113 s/w Zeichnungen auf 1 DIN-A4-Blatt
Anleitung zur Durchführung und Auswertung in separatem Buch (Hacker & Wilgermein 2001)
Patholinguistische Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen
(Kauschke & Siegmüller 2002)
Benennen
85 farbige Zeichnungen in DIN-A4-Ringbuch
Anleitung zur Durchführung und Auswertung in Begleitbuch
Bilderbuch zur Ausspracheprüfung bei Kindern
(Hild 2002)
Benennen
114 s/w Zeichnungen in DIN-A4-Ringbuch
Anleitung zur Durchführung und Auswertung im Testordner abgeheftet
PAP – Pyrmonter Ausspracheprüfung
(Babbe 2003)
Benennen
100 s/w Zeichnungen
Anleitung zur Durchführung und Auswertung in dünnem Manual
PLAKSS – Psycholinguistische Analyse kindlicher Aussprachestörungen
(Fox 2005)
Benennen
99 farbige Zeichnungen in DIN-A4-Ringbuch
Ausführliche Anleitung zur Durchführung und Auswertung
3. Constraint-orientierte Verfahren
NILPOD – Nichtlineare phonologische Diagnostik (Ullrich, in Vorb.) Benennen

s/w = schwarz/weiß

Typische Prozesse bei Aussprachestörungen Vorverlagerung:VelareVorverlagerung:SibilantenRückverlagerungReduktion:von KonsonantenverbindungenPlosivierungOnset-ProzessKonsonantenverbindungen:ReduktionKonsonanten:finale, AuslassungFrikative:PlosivierungAussprachestörungen:verzögerte ProzesseAussprachestörungen:pathologische Prozesse

(Fox 2003)

Tab. 3.2
Typische verzögerte Prozesse Typische pathologische Prozesse
  • Reduktion von Konsonantenverbindungen

  • Vorverlagerung der Velare

  • Vorverlagerung der Sibilanten

  • Glottale Ersetzung von /ʁ/

  • Auslassung des finalen Konsonanten /l/ nach Schwa

  • Rückverlagerung der Alveolare /t d n/

  • Substitution der Frikative:

    • Plosivierung

    • Allophonischer Gebrauch

  • Onset-Prozess

Prozentuelles Auftreten phonologischer Prozesse bei Kindern mit Verdacht auf eine Sprachentwicklungs- oder Aussprachestörungphonologische Prozesse:AussprachestörungenAussprachestörungen:phonologische Prozesse

Tab. 3.3
2;8–3;5 3;6–3;11 4;0–4;5 4;6–4;11 5;0–5;11 6;0–6;11 alle
N KinderProzesse 29 52 86 38 60 11 276
Vorverlagerung [k g] 38 48 42 45 40 36 42
Vorverlagerung [ŋ] 10 31 22 37 12 9 22
Glottale Ersetzung [ʁ] 21 21 22 8 18 16
/ʁ/ → [l] 4
/l/ → [j] 4
Rückverlagerung /t d n/ 7 12 5
Kontaktassimilation tʁ dʁ → kʁ gʁ 13 18 25 18 14
Vorverlagerung /ʃ/ 41 44 55 53 47 45 49
Vorverlagerung /ç/ 10 13 10 13 7 10
/f v/ → [s z] 21 5
Plosivierung von Frikativen 13 4 12 5 7
Plosivierung aller Frikative 21 25 8
Tilgung aller Frikative 10
Allophonischer Gebrauch von Frikativen 7 8 7
Probleme mit Frikativen ohne /ʃ/ç/1 83 48 77 66 55 64 65
Probleme mit Frikativen ohne VV /ʃ/ 2 83 48 38 29 17 9 38
Deaffrizierung [pf] 17 4
Plosivierung von Affrikaten 19
Probleme mit Affrikaten3 31 21 8 10
Reduktion CC initial 76 69 55 32 13 36 48
Reduktion CC initial alle 38 33 20 5 17
Reduktion CC final 28 27 17 8 5 9 16
CC-Veränderungen 7 8 10 5 7
Tilgung unbetonter Silben 38 10 6 5 8
Tilgung initialer Konsonanten 10
Tilgung finaler Konsonanten 10
Tilgung des finalen Konsonanten /l/ nach Schwa 31 23 16 9 14
Tilgung finaler CC 14
Onset-Prozess 7 8

1, 2

Prozentwert aller Kinder einer Altersgruppe, die Probleme in der Realisation von Frikativen zeigen, unter Abzug der Vorverlagerung von /ʃ/ bei Drei-, Vier- und Fünfjährigen (2) u. unter Abzug aller VV + RV /ʃ/ç/ bei Dreijährigen (1).

3

Prozentwert aller Kinder einer Altersgruppe, die Probleme in der Realisation von Affrikaten zeigen

CC = Konsonantenverbindungen; VV = Vorverlagerung; RV = Rückverlagerung

Aussprachestörungen im Deutschen

Annette Fox-Boyer

Kinder mit AussprachestörungenAussprachestörungen machen den Großteil der Kinder in logopädischen bzw. sprachtherapeutischen Einrichtungen aus. Die Sichtweise auf die zugrunde liegende Problematik, die Beschreibung der Symptome sowie die Einteilung oder Klassifikation von Aussprachestörungen und die daraus resultierende Wahl eines Behandlungsansatzes haben sich in den letzten 40 Jahren international und seit ca. 10 Jahren auch verstärkt in Deutschland gewandelt und verändern sich noch immer kontinuierlich.

Prävalenz

Studien zur Prävalenz:AussprachestörungenPrävalenz von AussprachestörungenAussprachestörungen:PrävalenzAussprachestörungen für das Deutsche gibt es bislang nicht. Nach den Ergebnissen des Idsteiner Sprachscreenings für Kinder im Alter von 3;6 bis zur Einschulung, durchgeführt von Studierenden der Hochschule Fresenius in Idstein in den Jahren 2009/2010, liegt die Prävalenz von Aussprachestörungen ohne isolierten Sigmatismus bei 16,3 %. Campbell et al. (2003) beschreiben, dass bis zu 15,3 % aller Dreijährigen in den USA Ausspracheprobleme zeigen. Wie Broomfield & Dodd (2004a) berichten, sind in Großbritannien 6,4 % aller Kinder von einer Aussprachestörung ohne organische Ursache betroffen. Shriberg & Kwiatkowski (1994) schätzen den Anteil der Betroffenen in den USA auf 7,5 % aller Kinder im Alter zwischen 3 und 11 Jahren. Je nach Definition (Shriberg 2006, zitiert in Bowen 2009) haben 86–98 % dieser Kinder Schwierigkeiten im Bereich der Artikulation oder Phonologie (Kap. 3.3.2), ca. 2 % sind von einer Dysarthrophonie und weniger als 1 % dieser Gruppe von einer verbalen Entwicklungsdyspraxie (Kap. 3.3.1) betroffen.
Im Hinblick auf die Prävalenz:verbale EntwicklungsdyspraxiePrävalenz der verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):Prävalenzverbalen Entwicklungsdyspraxie besitzen zwei Studien aus Iowa (USA) eine vergleichsweise hohe Aussagekraft, da ihnen parallelisierte Populationen (vom Kindergarten bis zur High School untersuchte Kinder und Jugendliche aus derselben Region) und einheitliche Kriterien bei der Befragung der Sprachtherapeuten zugrunde liegen. Die erste Studie aus dem Jahr 1988 (n = 54.984) ergab eine Prävalenz von 0,025 % (Hall et al. 2007). Die jüngere Studie (Flemmer 2005) beziffert die Prävalenzrate auf 0,052 % (n = 73.196) und dokumentiert somit einen Anstieg von etwa 50 %. Die Leiterin beider Studien, Penelope Hall, vermutet, dass dieser Anstieg eher einer höheren Akzeptanz für das Störungsbild bei den Sprachtherapeuten als einer tatsächlichen Zunahme der verbalen Entwicklungsdyspraxie zuzurechnen ist. Insgesamt ist die verbale Entwicklungsdyspraxie als seltenste Form der Aussprachestörung anzusehen (Hanne et al. 2009).

Historischer Rückblick und Diskussion über die Art der Störung

Aussprachestörungen:historischer RückblickBereits in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts begannen die ersten US-amerikanischen Autoren über die Entwicklung und Störungen der Aussprache („speech development“ und „speech disorders“) zu publizieren. In Deutschland am bekanntesten wurde Charles van Riper, der in seinem Buch „Speech Correction: Principles and Methods“ (1939) erstmals ausführlich seinen Therapieansatz, die sog. klassische Artikulations- oder Van-Riper-Van-Riper-TherapieTherapie, vorstellte. Dieser Ansatz lässt sich als auditiv-phonetische oder sensorisch-motorische Vorgehensweise beschreiben – mit einer entsprechenden Sichtweise der zugrunde liegenden Problematik.
1959 führte das College of Speech Therapists, GB, den Begriff Dyslalie ein, Dyslalieder bis heute die deutschsprachige Literatur und Terminologie prägt, und definierte die Störung als: „Defects of articulation or slow development of articulatory patterns, including: substitutions, distortions, omissions and transpositions of the sounds of speech“ [Defekte der Artikulation oder langsame Entwicklung der artikulatorischen Muster, die einhergehen mit Ersetzungen, Fehlbildungen, Auslassungen oder Umstellungen der Sprachlaute].
Während Dyslalie in Großbritannien und Australien der gängigste Begriff bis in die 60er-Jahre blieb, wurde in Amerika bereits vermehrt von funktionellen Artikulationsstörungen gesprochen (Bowen 2009). Dennoch änderte dies nichts an einer rein phonetisch-motorischen Sichtweise der Problematik. Funktionelle Aussprachestörungen:funktionelleAussprachestörungen wurden in milde, moderate und schwere Formen von Dyslalie eingeteilt, wobei eine moderate Dyslalie:FormenDyslalie mit multiplen Fehlartikulationen definitionsgemäß zu den schweren Formen zählte. Das heißt, die betroffenen Kinder äußerten sich für die Umgebung außerhalb ihrer Familien fast unverständlich. In Deutschland wurden diese Einteilungen in gewisser Weise übernommen, wobei es zu den Begrifflichkeiten partielle (1–3 Laute betreffend), multiple (viele Laute betreffend) und universelle (fast alle Laute betreffend) Dyslalie kam (Wendler et al. 2005).
Im angloamerikanischen Raum kam es bereits Ende der 60er-/Anfang der 70er-Jahre zu einer neuen Sichtweise von Aussprachestörungen:segmentorientierte SichtAussprachestörungen:prozessorientierte SichtAussprachestörungen:linguistische SichtweiseAussprachestörungen. Ausgelöst durch linguistische Ansätze, z. B. von Chomsky & Halle (1968) und Stampe (1979), bewegte man sich weg von einer segmentorientierten (lautbezogenen) Sicht hin zu einer prozess- oder musterorientierten Sicht. Mit ihrem Buch „The Sound Pattern of English“ setzten Chomsky & Halle (1968) einen Meilenstein, indem sie die Systemhaftigkeit der phonologischen Veränderungen, die sich in der Kindersprache im Vergleich zur Erwachsenensprache finden lassen, in den Vordergrund rückten. Der in Stampes „Dissertation on Natural Phonologie“ (1979) definierte Begriff der phonologischen phonologische ProzesseProzesse wird heute unabhängig von seiner ursprünglichen Definition verwendet (Kap. 3.4). Grunwell (1987), die den Begriff der klinischen Phonologie:klinischePhonologie prägte, setzte sich wie Ingram dafür ein, die Brücke von der linguistischen Theorie zur klinischen Anwendung zu schlagen. Ingram (1989) regte die Erforschung folgender Aspekte an:
  • 1.

    Art der zugrunde liegenden Repräsentationen von Sprachlauten (wie werden Sprachlaute im Gehirn gespeichert?)

  • 2.

    Art der phonetischen Repräsentationen (wie werden Laute artikuliert?)

  • 3.

    Phonologische Prozesse oder Regeln (Verknüpfungsregeln, die zwischen den beiden beschriebenen Ebenen vermitteln)

Somit veränderte sich die Sichtweise von Aussprachestörungen: Von einer motorisch-sensorischen Lautproduktionsschwierigkeit richtete sich der Blick nun auf mögliche Störungen der verschiedenen Ebenen im Sprachverarbeitungsprozess:StörungenSprachverarbeitungsprozess.
Zur gleichen Zeit wurden die ersten phonologischen Testverfahren und Therapieansätze veröffentlicht (z. B. Weiner 1979, 1981; Hodson 1980; Hodson & Paden 1983; Grunwell 1985). Diese Entwicklung wurde in Deutschland bereits 1974 von Scholz in einer Publikation aufgegriffen; sie wurde durch eine Arbeit zu kindlichen Aussprachestörungen (Hacker & Weiß 1986) weitergeführt, aber erst Mitte der 90er-Jahre durch Testverfahren von Wagner (1994), Babbe (1994), Fox (2001) und Hacker & Wilgermein (2002) vertieft. Seit Beginn des neuen Jahrtausends haben die phonologische Analyse und die phonologische Therapie eindeutig in Deutschland Einzug gehalten, wobei parallel dazu noch immer segmentorientierte Diagnostik- und Therapieverfahren existieren.

Terminologie

Betrachtet man die Terminologie im Bereich der Aussprachestörungen:TerminologieAussprachestörungen, findet sich auch heute noch national wie international eine große Spannbreite an Begriffen, die oft nicht einheitlich oder korrekt verwendet werden. Neben der Einteilung in „organisch“ versus „funktionell“ (ohne bekannte organische Ursache) werden bei den funktionellen Aussprachestörungen zwei große Gruppen unterschieden: ArtikulationsstörungenArtikulationsstörungen und phonologische phonologische StörungenStörungen. Manche Autoren oder Kliniker benutzen die Bezeichnungen aber auch teilweise als Oberbegriff für alle kindlichen Aussprachestörungen.

Organische Aussprachestörungen

Unter organischen Aussprachestörungen:organischeAussprachestörungen werden die Aussprachestörungen verstanden, deren Ursache in einem eindeutigen Zusammenhang mit einer organischen Störung zu sehen ist. Eine ganze Reihe von medizinischen Diagnosen werden in Zusammenhang mit kindlichen Sprech- und Sprachstörungen gesehen: z. B. Zerebralparesen, Hörstörungen, Spaltbildungen und verschiedene andere Syndrome (Byers-Brown & Edwards 1989, Rhea 1995, Gerber 1998). Die wesentlichen organischen Faktoren werden hier zusammengefasst:
  • Kindliche DysarthrophonienDysarthrophonien: z. B. Zerebralparese (CP), Muskeldystrophien

  • Kraniofaziale Anomalien: z. B. Spaltbildungen:AussprachestörungenSpaltbildungen, Pierre-Robin-Syndrom

  • Audiogene Aussprachestörungen:audiogeneAussprachestörungen: bei angeborener oder im 1. Lebensjahr erworbener hochgradiger Hörstörung bis Gehörlosigkeit

  • Aussprachestörung als Teilsymptomatik bei geistiger Behinderung

Alle hier genannten organischen Bedingungen stellen eine Einschränkung der rezeptiven und expressiven Fähigkeiten der Kinder dar. Aufgrund dieser Aussprachestörungen können z. T. spezifische, typische Symptomatiken auftreten. Bislang ist das Wissen über die phonologische Entwicklung der betroffenen Kinder noch relativ gering.
Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)
Die verbale Entwicklungsdyspraxie, verbale“\t“Siehe verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)Entwicklungsdyspraxie (VED)verbale Entwicklungsdyspraxie (VED) stellt hier einen Sonderfall dar. Laut Definition ist die Dyspraxie den neurologischen Störungsbildern zugeordnet, sodass sie den organischen Aussprachestörungen zugehörig ist. Die VED“\t“Siehe verbale EntwicklungsdyspraxieVED wurde zuerst von Hadden (1891), aber insbesondere von Morley (1965) beschrieben. Auch wenn die Dyspraxie bis heute als neurologisch verursacht gilt, konnte dies bislang noch nicht belegt werden. Verschiedene Studien kamen auf der Suche nach den Ursachen alle zu dem Ergebnis, dass manche Kinder zwar milde neurologische Auffälligkeiten im Sinne einer motorischen Unbeholfenheit („clumsy child“; Zusammenfassung in Schulte-Mäter 1996) zeigen, dass aber bei einer größeren Anzahl von Kindern keinerlei neurologische Auffälligkeiten festzustellen sind: „Typically, these children present no overt sign of neurological deficits“ (Crary 1993: 98).
Die verbale Entwicklungsdyspraxie ist bis heute ein in der Literatur sehr umstrittenes Thema. Von wenigen Ausnahmen (z. B. Guyette & Diedrich 1981, Klein 1996) abgesehen, stimmen die Autoren in der Regel überein, dass das Störungsbild an sich existiert, auch wenn Uneinigkeit über die Ursache, Definition und Terminologie der Störung besteht.
Hinsichtlich der Terminologie ist hervorzuheben, dass in der angloamerikanischen Literatur heute fast durchgängig der Begriff CAS (childhood apraxia of speech)CAS (childhood apraxia of speech) verwendet wird, da der Begriff Entwicklungsdyspraxie irrtümlich annehmen ließ, die Dyspraxie sei Teil der regelrechten Entwicklung und bedürfe daher keiner Therapie.
Besondere Bedeutung kommt Berichten über eine wahrscheinlich familiäre Disposition und genetischen Erkenntnissen zum betroffenen FoxP2-Gen innerhalb der KE-Familie zu (Belton, Salmond, Watkins et al. 2003). Mit der Ätiologie der verbalen Entwicklungsdyspraxie befasst sich ausführlicher der Bericht des Komitees für Verbale Entwicklungsdyspraxie der American Speech-Language-Hearing Society (ASHA 2007).

Funktionelle Aussprachestörungen: Artikulations- versus phonologische Störung

Begriffsdefinitionen
Begriffsdefinitionen:AussprachestörungenAussprachestörungen:BegriffsdefinitionenUnter einer ArtikulationsstörungenArtikulationsstörung werden Schwierigkeiten des Kindes auf peripher phonetisch-artikulatorischer bzw. motorischer Ebene verstanden. Sie wird definiert als die Unfähigkeit, eine isoliert oder im phonetischen Kontext wahrnehmungsmäßig annehmbare Version eines Phons zu produzieren (Dodd 1995). Laut Fey (1992) führt eine Störung derjenigen „Prozesse, die in der Planung und Ausführung von gleichmäßigen, fließenden (‚smooth‘) Sequenzen von sich hochgradig überlappenden Gesten der Sprechorgane“ involviert sind, zu dieser Unfähigkeit. Der Begriff Artikulationsstörung wird also mit phonetischer phonetische StörungenStörung gleichgesetzt und sollte daher nicht als Oberbegriff für alle kindlichen kindliche Aussprachestörungen“\t“Siehe AussprachestörungenAussprachestörungen verwendet werden.
Der Begriff phonologische Störung bezieht sich auf Probleme in der Aussprache, durch die bedeutungstragende (= phonemische) Kontraste aufgehoben werden. Allerdings ist mit diesem Bergriff nicht notwendigerweise eine allgemeingültige Definition verbunden. Gibbon (1999) zufolge verwendete Stackhouse (1993) den Begriff phonologische phonologische StörungenStörung nur in rein deskriptivem Sinne, um auszudrücken, dass es sich – unabhängig von einer bestimmten Ursache – um die Neutralisation oder den Verlust von phonologischen Kontrasten handelt. Im Gegensatz dazu beinhaltet der gleiche Begriff bei anderen Autoren eine diagnostische Aussage, indem eine spezifische Störung auf der kognitiven Ebene des linguistischen Wissens und dessen Organisation angenommen wird (z. B. Grunwell 1990, Dodd 1995). So können laut Dodd (1995/2000) drei verschiedene Formen vorliegen: eine phonologische Verzögerung, eine konsequente phonologische Störung und eine inkonsequente phonologische Störung.
  • Bei einer phonologischen Verzögerung phonologische Verzögerungzeigen sich ausschließlich physiologische Prozesse, wobei mindestens einer untypisch für das chronologische Alter des Kindes ist, d. h. den Prozessen jüngerer Kinder entspricht (Dodd 1995). Eine Verzögerung von 6 Monaten wird als signifikant angesehen (Crystal, Fletcher & Garman 1989).

  • Eine konsequente phonologische Störung ist phonologische Störungen:konsequentedann zu diagnostizieren, wenn mindestens ein phonologischer Prozess, den ein Kind zeigt, den pathologischen Prozessen zugeordnet werden muss.

  • Kinder mit einer inkonsequenten phonologischen Störung phonologische Störungen:inkonsequentesind nicht in der Lage, identische lexikalische Items eines Benenntests immer auf die gleiche Weise zu realisieren. Kinder, die mindestes 40 % der Wörter eines aus 25 Wörtern bestehenden Benenntests inkonsequent realisieren, nachdem sie diese in drei unterschiedlichen Durchgängen innerhalb einer Sitzung benannt haben (Dodd 1995), werden dieser Gruppe zugeordnet.

Seit 2004 verwendet die ASHA den Begriff speech sound speech sound disorderdisorder als Oberbegriff, unter dem sowohl artikulatorische als auch phonologische Probleme der Aussprache subsumiert werden. Im deutschsprachigen Raum wird neben den Oberbegriffen Aussprachestörung, Artikulationsstörung, phonetisch-phonologische Störung auch immer noch der Begriff Dyslalie (Wendler et al. 2005) und selten der sehr veraltete Begriff „Stammeln“ Stammelnverwendet (Wirth 2000). Analog zu „speech sound disorder“ wird hier „Aussprachestörung“ als Oberbegriff verwendet.
Ursachendiskussion funktioneller Aussprachestörungen
Ein zentrales Kennzeichen funktioneller AussprachestörungenAussprachestörungen:funktionelle besteht darin, dass man ihnen bislang keine definitiven Ursachen zuordnen kann. In der Literatur werden verschiedene Risikofaktoren:AussprachestörungenRisikofaktoren für AussprachestörungenAussprachestörungen:funktionelle genannt: Mittelohrerkrankungen, psychische Belastungen, genetische Ursachen, Geschlecht des Kindes, Frühgeburt, Ausbildungsstatus der Mutter etc. (Campbell et al. 2003; Fox, Dodd & Howard 2002). Auch wenn Shriberg (1997) einen Zusammenhang von ätiologischen Faktoren und funktionellen Aussprachestörungen postuliert, konnten Fox et al. (2002) keine eindeutige Zuordnung dieser Faktoren zu individuellen Kindern mit Aussprachestörungen feststellen. Während manche Kinder keinen der genannten Faktoren aufwiesen, lagen bei anderen mehrere parallel vor. Insofern bleibt die Frage nach der Ursache bis heute unbeantwortet.

Diagnostik von Aussprachestörungen

Am Aussprachestörungen:Diagnostikhäufigsten Diagnostik:Aussprachestörungendürfte in der logopädischen Praxis eine diagnostische Überprüfung der Aussprachefähigkeiten eines Kindes erfolgen. Dennoch variiert die Durchführung unter den Therapeuten deutlich. Als wichtigste Basis für die Erstellung eines effizienten Behandlungsplans geben Grunwell (1997) oder Masterson, Bernhardt & Hofheinz (2005) eine gründliche, valide und reliable Diagnostik an, die den individuellen Entwicklungsstand des Kindes und insbesondere dessen Output-Kompetenzen systematisch erfasst. Dabei gibt es jedoch unterschiedliche Vorgehensweisen (Leitlinie Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen, de Langen et al. 2011; Clinical Guidelines, RCSLT 2005; Preferred Practice Patterns for the Profession of Speech-Language Pathology, ASHA 2004).
Laut internationalem Standard sollten folgende Aspekte fester Bestandteil der logopädischen Diagnostik:logopädischeDiagnostik einer funktionellen Aussprachestörung sein:
  • 1.

    Erhebung anamnestischer Daten, insbesondere auch von Daten, die als Risikofaktoren für Aussprachestörungen:DiagnostikAussprachestörungen bekannt sind (Kap. 3.3.2)

  • 2.

    Erhebung/Beobachtung der Spontansprache

  • 3.

    Durchführung eines validen und reliablen Tests (i. d. R. Benenntest)

  • 4.

    Überprüfung der Phon-Stimulierbarkeit (Welche Phone kann das Kind korrekt imitieren, was macht es, wenn es ein Phon nicht korrekt imitieren kann?)

  • 5.

    Überprüfung der Wortrealisationskonsequenz (spricht das Kind dasselbe Wort immer gleich aus oder variieren die Wortproduktionen?)

Erhebung oder Beobachtung der SpontanspracheHierbei ist laut ICF auf folgende Aspekte zu achten: Spontansprache:Erhebung/Beobachtung
Auf der Ebene der Funktion:
  • Welche Auffälligkeiten phonetischer oder phonologischer Art lassen sich beobachten?

  • Wie stark ist das Kind in seiner Verständlichkeit eingeschränkt?

Auf der Ebene der Aktivität/Partizipation:
  • Ist das Kind bereit, verbal zu kommunizieren? Verändert sich das Kommunikationsverhalten je nach Bekanntheitsgrad des Kommunikationspartners (Eltern oder Therapeut)?

  • Vermeidet das Kind spezifische Laute (Wörter, die diese Laute beinhalten), sodass es z. B. zu Satzabbrüchen oder zu einer Umstellung kommt, oder spricht das Kind Wörter mit spezifischen Lauten undeutlicher/leiser aus als andere?

  • Wie reagiert das Kind, wenn es nicht verstanden wird?

  • Wie selbstbewusst geht das Kind mit seinem Sprechen um? Wie stark ist sein Störungsbewusstsein ausgeprägt?

DiagnostikinstrumenteIn der Regel dienen Bilderbenennverfahren zur Diagnostik von Aussprachestörungen:DiagnostikinstrumenteAussprachestörungen. Folgende Kriterien sollte ein derartiges Instrument erfüllen:
  • Basierend auf linguistischen Kriterien sollte es so konstruiert sein, dass sowohl die möglichen Wort- und Silbenstrukturen (Wörter unterschiedlicher Länge) einer Sprache als auch die Phone und Phoneme einer Sprache in ihren verschiedenen Auftretensmöglichkeiten Berücksichtigung finden. So sollte jedes Phonem in jeder möglichen Silbenposition als Einzellaut und auch als Konsonantenverbindung möglichst mehrfach überprüft werden können. Dabei gilt es zu beachten, dass die Wortmenge in einem Rahmen bleibt, der auch für kleine Kinder (ca. 2–3 Jahre) machbar ist.

  • Die ausgewählten Zielwörter sollten im Wortschatz kleiner Kinder enthalten sein und verschiedene Wortstrukturen und Wortlängen abdecken. Wichtig ist, dass sich die Items gut visuell darstellen, d. h. spontan von den Kindern auf die Frage: „Was ist das?“ benennen lassen.

  • Das Material sollte in ausreichender Anzahl Items enthalten, mit denen die für eine Sprache bekannten physiologischen und häufiger vorkommenden pathologischen Prozesse überprüft werden können. Es sollte normiert sein und eine verlässliche Aussage über die Aussprachekompetenzen eines Kindes erlauben.

  • An der nichtlinearen Phonologie (z. B. Bernhardt & Sternberger 2000) orientiertes Material sollte alle Strukturen enthalten, die es ermöglichen, die für eine Sprache bedeutsamen Constraints zu überprüfen (NILPOD, Ullrich 2010 für das Deutsche).

WortrealisationskonsequenzZu ihrer Überprüfung wird ein Material mit ca. 25–30 Items benötigt, die innerhalb einer Therapiesitzung dreimal benannt werden müssen. Daraus lässt sich anschließend die WortrealisationskonsequenzWortrealisationskonsequenz berechnen, d. h. wie viel Prozent der Wörter gleich realisiert wurden und bei wie viel Prozent es zu Abweichungen kommt (Dodd et al. 2002; Fox 2009; Stoel-Gammon 2007). Für die deutsche Sprache sollten die Items ca. zu je einem Viertel aus ein-, zwei-, drei- und viersilbigen Wörtern bestehen, aber möglichst wenig zusammengesetzte Wörter enthalten. Des Weiteren ist auf eine unterschiedliche phonologische Komplexität zu achten.
Tabelle 3.1 zeigt eine Übersicht über die für die deutsche Sprache verfügbaren Materialien.
Diagnostik der verbalen Entwicklungsdyspraxie
Diagnostik:verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)Die verbale verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):DiagnostikEntwicklungsdyspraxie gilt als äußerst schwierig zu diagnostizieren. Das zeigen auch Studien mit Kindern, die wegen „verbaler Entwicklungsdyspraxie“ von erfahrenen Sprachtherapeuten ausgewählt wurden; im Endeffekt stellte sich die Diagnose in der Regel jedoch nur bei einem kleinen Anteil als korrekt heraus. „Of 22 children referred as apraxic, a diagnosis [of VED] had been confirmed in only four“, gaben z. B. Davis et al. (1998) an. „Results of these clinical evaluations suggest that DAS [VED] is often misdiagnosed by professional speech-language pathologists. Resulting treatment programs may be inappropriate and ineffective.“ (Davis et al. 1998) Bei einer so kleinen Anzahl von betroffenen Kindern (z. B. Shriberg 1994) erscheint es sinnvoll, zunächst einmal davon auszugehen, dass keine Dyspraxie vorliegt, was aber eine sehr präzise Differenzialdiagnostik erfordert. Dies gestaltet sich allerdings recht schwierig, denn bis heute konnten laut ASHA (2007) keine spezifischen klinischen Marker für die verbale Entwicklungsdyspraxie festgestellt werden. Im Wesentlichen werden in der Literatur Symptomkomplexe (Kap. 3.5) dargestellt. Sie implizieren verschiedene diagnostische Schritte, insbesondere die folgenden (z. B. Moriarty, Gillon & Moran 2005):
  • Anamnese

  • Untersuchung der oromotorischen oromotorische Funktionen:VED-DiagnostikFunktionen inkl. Diadochokinese

  • Phonologische Untersuchung phonologische Untersuchung:VED-Diagnostikinkl. Untersuchung des phonetischen Inventars, der phonologischen Prozesse, der Verständlichkeit und der Variabilität der Sprechproduktion (Inkonsequenz)

  • Untersuchung der Prosodie Prosodie-Untersuchung:VED-Diagnostikim Hinblick auf Wortbetonungsmuster und Intonation

  • Allgemeine Sprachkompetenzen:VED-DiagnostikSprachkompetenzen

  • Schriftsprachkompetenzen:VED-DiagnostikSchriftsprachkompetenzen inkl. Leseverständnis, Lesegeschwindigkeit, Lesegenauigkeit und Rechtschreibkompetenzen/-genauigkeit

Informationen zum Thema Diagnostik der verbalen Entwicklungsdyspraxie für das Deutsche finden sich z. B. in Schulte-Mäter & Ziegler (2009) oder Birner-Janusch (2007).

Typische Symptome im Rahmen von Aussprachestörungen

Darstellung in der internationalen Literatur

Symptomatik:AussprachestörungenErstaunlicherweise gibt es nur wenige Hinweise auf typische phonologische Prozesse bei Kindern mit Aussprachestörungen:SymptomeAussprachestörungen in anderen Sprachen. Für das Englische wird beschrieben, dass es sich im Wesentlichen um Prozesse handelt, die sich eigentlich bei jüngeren Kindern (physiologische phonologische phonologische Prozesse:AussprachestörungenProzesse) zeigen und die schon überwunden sein sollten. Dazu gehören laut einem Review von Leonard (1995) im Englischen folgende Prozesse: Reduktion von Konsonantenverbindungen, Vorverlagerung der Velare /k g ŋ/ und von /ʃ/, Gliding, Tilgung finaler Konsonanten, Tilgung unbetonter Silben.
Aussprachestörungen:phonologische ProzesseShriberg & Kwiatkowski (1983) stimmen dem zu und beschreiben ihrerseits die häufigsten physiologischen Prozesse im Englischen als Assimilationen, Reduktion von Konsonantenverbindungen, Tilgung finaler Konsonanten, Liquid-Vereinfachungen, palatale Vorverlagerungen, Plosivierungen, Vorverlagerung von Velaren, Auslassung unbetonter Silben. Zusätzlich lassen sich ungewöhnliche Prozesse wie die Tilgung initialer Konsonanten, deren Ersetzung durch /h/ oder einen glottalen Stop, die Ersetzung von Nasalen durch andere Nasale oder durch einen Plosiv und die Rückverlagerung von Obstruenten, sowohl Plosiven als auch Frikativen, beobachten (vgl. Shriberg et al. 2003). Diese Prozesse und Vokalfehler bezeichnet Bowen (2009) als „rote Warnfahnen“, d. h. als sehr auffällig, die aber wohl regelmäßig in der Gruppe der Kinder mit Aussprachestörungen zu finden sind. Grunwell (1997) hat ungewöhnliche phonologische Prozesse in ähnlicher Weise beschrieben.

Datenlage für das Deutsche: 1938–2010

In der deutschsprachigen Literatur finden sich neben einigen Einzelfallbeschreibungen vier Studien, die sich mit der Frage der Symptomatik von Kindern mit Aussprachestörungen:Datenlage für das DeutscheAussprachestörungen befassten. Zu beachten ist, dass die Studien nicht notwendigerweise Kinder im Alter von 3;0–4;11 Jahren einschlossen.
Möhring (1938) führte die erste Studie zum Thema Aussprache und deren Störungen im Deutschen durch. Er untersuchte 2.102 Erstklässler mit Hilfe eines Bilderbenennverfahren:AussprachestörungenBilderbenennverfahrens, um zu ermitteln, wie viel Prozent der untersuchten Kinder Ausspracheprobleme zeigten und welche Laute mit welcher Häufigkeit dabei betroffen waren. Er beschrieb drei Gruppen von Lauten, deren Aussprache unterschiedlich häufig Schwierigkeiten bereiteten (% = prozentualer Anteil der Kinder der Gesamtgruppe, die einen Laut nicht korrekt realisierten):
GruppeHäufigkeitLaute
I1,5–11,1 %m n b d p l t f v
II17,9–28 %x j ʁ ŋ k g
III33,5–54,5 %ç ʃ s z
Die Studie zeigt, dass auch nach eigentlich abgeschlossenem Spracherwerb (Kap. 1) eine nicht unerhebliche Zahl von ca. sechsjährigen Kindern (Gruppe II) noch Probleme mit den velaren Lauten hat. Auch wenn dies nicht explizit beschrieben ist, kann von einer Vorverlagerung Vorverlagerung:Velaredieser Laute ausgegangen werden. Des Weiteren scheinen die Sibilanten (Gruppe III) besonders störanfällig zu sein, wobei es sich hier vermutlich insbesondere um Vorverlagerungen Vorverlagerung:Sibilantender Laute /ʃ/ und /ç/ und um Kinder mit Sigmatismus handelt.
Hacker & Weiß (1986) untersuchten mit Hilfe eines Bilderbenennverfahrens 15Aussprachestörungen:Bilderbenennverfahren Kinder im Alter von 5–7 Jahren, die in einem Sprachheilzentrum in Behandlung waren. In ihrer Auswertung ging es ihnen um die Häufigkeit, mit der sich verschiedene Prozesse bezogen auf die Gesamtsumme der Auftretensmöglichkeit über alle Kinder hinweg beobachten ließen. Sie stellten fest, dass es sich in den meisten Fällen um Aussprachestörungen:ErsetzungsprozesseErsetzungsprozesse Ersetzungsprozesse:Aussprachestörungenhandelte (90 %), während Auslassungen (8,11 %) und Assimilationen (3,8 %) nur einen geringen Teil der Veränderungen ausmachten. Nicht beschrieben ist allerdings, inwieweit diese Kinder bereits wegen ihrer Aussprachestörung behandelt wurden, was in Anbetracht des Alters und der stationären Aufnahme wahrscheinlich ist. Am häufigsten traten Prozesse wie die Reduktion:von KonsonantenverbindungenReduktion oder Veränderung von Konsonantenverbindungen (CC), Konsonantenverbindungen (CC):ReduktionVorverlagerungen, Rückverlagerungen, Plosivierungen, Tilgung unbetonter Silben, die glottale Ersetzung von /ʁ/ und Prozesse der Stimmhaftigkeit auf.
Romonath (1991) untersuchte in ihrer Studie an 35 Kindern im Alter von 5;3–7;2 Jahren, inwieweit sich die phonologischen Prozesse bei Kindern mit Aussprachestörungen von denen einer alterskontrollierten Kontrollgruppe unterscheiden. Die Daten wurden mit Hilfe von Aussprachestörungen:SpontansprachaufnahmenSpontansprachaufnahmen Spontansprachaufnahmen:Aussprachestörungenerhoben. Am häufigsten waren bei den sprachauffälligen Kindern die Vorverlagerung von Velaren, Rückverlagerungen von Konsonanten, prävokalische Sonorierung, alveolare Assimilation, Plosivierung von Liquiden, Entstimmung von Obstruenten, Reduktion von Konsonantenverbindungen (CC) und Auslassung finaler Konsonanten zu beobachten. Inwieweit sich diese Kinder bereits in logopädischer Behandlung wegen ihrer Aussprachestörung befanden, ist nicht beschrieben.
Fox (2003) untersuchte 52 Kinder im Alter von 3;0–7;0 Jahren, die in den Jahren 2000–2002 in einer logopädischen Praxis in Hamburg wegen Aussprachestörungen (mit Ausnahme eines isolierten Sigmatismus interdentalis) vorgestellt wurden. Dabei zeigte sich, dass neben individuellen, isoliert oder sehr selten auftretenden Prozessen auch eine Anzahl typischer Prozesse bei deutschsprachigen Kindern zu beobachten ist (Tab. 3.2). Die Daten wurden mit Hilfe eines Bilderbenennverfahrens (PLAKSS; Fox 2005) ermittelt.
Zusammenfassung der Datenlage
Aus den vorherigen Ausführungen lässt sich zusammenfassend Folgendes ableiten:
Die dargestellten Studien weisen in vielen Aspekten übereinstimmende Ergebnisse auf. Zum einen sind häufig physiologische Prozesse (phonologische Prozesse:physiologischeVorverlagerungen, Reduktion von Konsonantenverbindungen, glottale Ersetzung von /ʁ/) und zum anderen phonologische Prozesse:pathologischepathologische Prozesse (Rückverlagerungen der Alveolare /t d n/, Plosivierungen von Frikativen und Auslassung finaler Konsonanten) beschrieben.
Des Weiteren sind auch Unterschiede in den Ergebnissen festzustellen, die sich unter anderem durch die Anwendung unterschiedlicher Methoden, das unterschiedliche Alter – und die damit verbundene Therapie-Erfahrung – der untersuchten Kinder sowie die jeweils relativ kleinen Stichproben erklären lassen. Während Möhring (1938), Hacker & Weiß (1986) und Fox (2003) Benennverfahren verwendeten, führte Romonath (1991) Spontansprachaufnahmen durch. In den Studien von Möhring (1938), Hacker & Weiß (1986) und Romonath (1991) wurden die Daten an wesentlich älteren Kindern erhoben als an der Zielgruppe in diesem Kapitel. Nicht beschrieben ist, inwieweit die Kinder bereits logopädische Interventionen für ihre Aussprachestörung erhalten hatten. Es ist daher nicht sicher, ob die Daten als typisch für Erstbefunde bei Kindern mit Aussprachestörungen im Deutschen im Alter von 3;0–4;11 Jahren herangezogen werden können. Die Art der Auswertung der Datensätze unterscheidet sich zudem insofern, als zum einen der prozentuale Anteil der untersuchten Kinder, die spezifische Prozesse zeigten, und zum anderen die Häufigkeit der Prozesse im Verhältnis zu ihrer Auftretenshäufigkeit über alle Kinder hinweg beschrieben wurden. Zusätzlich handelt es sich bei allen Studien, außer der von Möhring, um so kleine Stichproben, dass die Befunde nicht notwendigerweise generalisierbar sind. Um zu klären, welche phonologischen Prozesse in welchem Alter typischerweise von Kindern mit Aussprachestörungen Aussprachestörungen:phonologische Prozesseim Deutschen produziert werden, sind größere Studien nötig.
Im Vergleich mit Daten aus dem Englischen zeigen sich z. T. Übereinstimmungen, aber auch Abweichungen. Dies liegt sicher zum einen daran, dass die physiologischen Prozesse im Englischen und im Deutschen variieren. Daher müssen Prozesse, die für die eine Sprache als typisch gelten, nicht unbedingt auch für die andere Sprache relevant sein. Dies kann wiederum Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Therapiemethoden haben, die nicht spezifisch für das Deutsche konzipiert wurden. So ist vorstellbar, dass z. B. eine für das Englische konzipierte Therapiemethode gar nicht auf eine Problematik abzielt, die sich aus einem für das Deutsche typischen Prozess ergibt, und demzufolge in diesem Fall unwirksam ist.

Neue Datenerhebung für das Deutsche: 2011

Aus den oben genannten Überlegungen heraus wurden in einer groß angelegten, retrospektiven Studie die Erstbefunde von 276 Kindern ausgewertet, die in den Jahren zwischen 2000 und 2011 in einer logopädischen Praxis in Hamburg wegen der Verdachtsdiagnose einer Aussprache- oder Sprachentwicklungsstörung vorgestellt worden waren. Herangezogen wurden die Akten aller monolingualen Kinder, deren Nachnamen mit den Buchstaben A–N begannen, auf denen sich ein Vermerk zu einer Sprachentwicklungs- oder Aussprachestörung Sprachentwicklungsstörungfand. Ausgenommen wurden die Akten, auf denen ausschließlich der Befund „isolierter Sigmatismus“ vermerkt war, da diese phonetische Fehlbildung die Verständlichkeit nicht einschränkt. Zu diskutieren ist allerdings, inwieweit es sich bei einem Sigmatismus Sigmatismusüberhaupt um eine Aussprachestörung handelt, da ihn bis zu 40 % der Regelkinder aufweisen.
Bis auf die Angaben zu Alter und Geschlecht wurden die Daten anonymisiert entnommen und ausgewertet. Nachfolgend (Tab. 3.3) sind die Ergebnisse beschrieben. Die Drei- und Vierjährigen wurden in zwei Altersgruppen unterteilt.
Aussprachestörungen:phonologische ProzesseDunkelgrau unterlegt sind zum einen alle an sich physiologischen Prozesse (Kap. 1 und Fox-Boyer & Schäfer, i. V.) und zum anderen auch die Altersgruppen, in denen ein physiologischer Prozess noch bei mehr als 10 % der Kinder auftritt. So tritt die Vorverlagerung von /k/ und /g/ z. B. bei 16 % der Regelkinder noch im Alter von 3;0–3;5 Jahren auf. Hellgrau unterlegt sind die bei Kindern zwischen 2;0 und 2;5 Jahren zu beobachtenden Veränderungsphänomene.
Die Tabelle ist in vier Abschnitte gegliedert. Die ersten beiden Abschnitte enthalten Ersetzungsprozesse, wobei alle Ersetzungsprozesse Ersetzungsprozesseim zweiten Abschnitt mit Frikativen in Verbindung stehen. Im dritten und vierten Abschnitt sind strukturelle Prozesse strukturelle Prozesseaufgelistet, wobei es im dritten Abschnitt um Auslassungsprozesse Auslassungsprozesseund im vierten Abschnitt (als Sonderform) um den Onset-Prozess geht, Onset-Prozessbei dem die Onset-Position in betonten Silben gelöscht und in der Regel durch /h/ oder /d/ ersetzt wird.
Nicht aufgeführt sind phonetische Prozesse, wie verschiedene Formen des Sigmatismus oder der Schetismus lateralis, die oft zusätzlich bei den Kindern vorlagen, da sie die Verständlichkeit der Kinder kaum einschränken.
Betrachtet man die vorliegenden Ergebnisse, so sind einige Aspekte hervorzuheben:
  • 1.

    Am häufigsten, d. h. mit den größten Prozentwerten, treten physiologische Prozesse phonologische Prozesse:physiologischeauf. Dies entspricht Studienergebnissen, denen zufolge bei ca. 50 % aller Kinder mit Aussprachestörungen Aussprachestörungen:verzögerte phonologische Entwicklungeine Verzögerung der phonologischen Entwicklung zu beobachten ist (Fox 2003, 2009). Die einzige Ausnahme bildet der sehr hohe Anteil von Kindern, die in irgendeiner Form Schwierigkeiten mit den Frikativen haben, auch wenn man die reine Vorverlagerung von /ʃ/ bei den Drei- und Vierjährigen abzieht.

  • 2.

    Interessanterweise liegt der Prozentwert der Kinder, die einen physiologischen, z. T. noch altersgemäßen Prozess zeigen, immer deutlich höher als bei Regelkindern im gleichen Alter, die diesen Prozess noch zeigen. Interessant ist auch, dass viele Kinder stabile Prozesse zeigen, die sich den frühen Phänomenen des Ausspracheerwerbs bis zum Alter von 2;5 Jahren zuordnen lassen – einer Phase, die von unglaublicher phonologischer Variabilität und Inkonsequenz in der Wortproduktion gekennzeichnet ist. Hier stellt sich die Frage, ob Kinder, die sehr früh Auffälligkeiten zeigen, in ihren phonologischen Kompetenzen insgesamt, z. B. auch der phonologischen Bewusstheitskompetenz (Kap. 2), schwächer sind als Kinder, bei denen sich physiologische Prozesse verspätet zeigen.

  • 3.

    Prozesse, die als pathologisch zuphonologische Prozesse:pathologische werten sind, treten offenbar vor allem bei jüngeren Kindern auf. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass pathologische Prozesse zu einer größeren Unverständlichkeit des Kindes führen als physiologische Prozesse, sodass Eltern, Erzieher und Ärzte früher auf eine Aussprachestörung aufmerksam werden und eine Behandlung anstreben.

  • 4.

    Als zentrales Problem ist eine Fehlbildung in den verschiedenen Formen der Frikative Frikative:pathologische Veränderungenzu beobachten. So lassen sich neben den physiologischen Prozessen am häufigsten pathologische Veränderungen feststellen, die diese Lautgruppe betreffen. Auch hier sind mehr jüngere als ältere Kinder betroffen.

  • 5.

    Die für andere Sprachen als häufige Symptome von Kindern mit Aussprachestörungen beschriebenen Tilgungen von Einzelkonsonanten oder Konsonantenverbindungen lassen sich eher selten beobachten.

  • 6.

    Reduktionen von Konsonantenverbindungen (Reduktion:von KonsonantenverbindungenCC) Konsonantenverbindungen (CC):Reduktionfinden sich sehr häufig bei Kindern mit Aussprachestörungen, Aussprachestörungen:Reduktion von Konsonantenverbindungenwobei eher die initialen CC als die finalen CC betroffen sind. Auch hier ist ein Alterseffekt zu beobachten. Bei einem Teil der Kinder ist eine Reduktion aller silbeninitialen CC zu verzeichnen, was insofern ein interessantes Phänomen ist, als es selbst bei Kindern im Alter von 2;0–2;5 Jahren (Fox-Boyer & Schäfer, i. V.) kaum vorkommt.

  • 7.

    Die Kontaktassimilation Kontaktassimilationvon tʁ/dʁ zu kʁ/gʁ lässt sich Aussprachestörungen:Kontaktassimilationeher bei älteren Kindern verstärkt beobachten. Meist tritt sie isoliert auf, d. h. außer phonetischen Prozessen (z. B. Sigmatismus) zeigen die Kinder sonst keine weiteren Prozesse. Da die Kontaktassimilation nur wenige Wörter betrifft, wird ein Behandlungsbedarf eher bei älteren als bei jüngeren Kindern gesehen.

Symptome der verbalen Entwicklungsdyspraxie

verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):SymptomeEbenso umstritten wie das Störungsbild an sich sind auch die diagnostischen Kriterien, die es kennzeichnen sollen. Laut einer Zusammenfassung von McCabe et al. (1998) werden am häufigsten folgende verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):DiagnosekriterienDiagnosekriterien (Diagnosekriterien:verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)von mehr als 10 Autoren) für eine VED genannt: artikulatorische Inkonsequenz, Suchbewegungen oder artikulatorische Schwierigkeiten, eingeschränkte/nicht altersgemäße expressive Sprachfähigkeiten, reduzierte Diadochokinese, viele Artikulationsfehler, Artikulationsfehler:VEDorale Dyspraxie, kaum oder verzögertes Ansprechen auf die Therapie, Probleme beim Silbensequenzieren, ungewöhnliche oder eingeschränkte Prosodie sowie Vokalfehler.
Schulte-Mäter (2009, 2010) hat insbesondere folgende Merkmale als charakteristisch für das Sprechverhalten sprechdyspraktischer Kinder beschrieben: Schwierigkeiten mit Lautsequenzbildungen, inkonsistente Lautbildungsfehler, Suchbewegungen und/oder stilles Positionieren der Artikulatoren, Anstieg der Fehlerquote mit zunehmender Äußerungslänge, prosodische Auffälligkeiten.
Die meisten Autoren gehen mittlerweile davon aus, dass die verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):als Symptomkomplexverbale Entwicklungsdyspraxie – ähnlich wie ein Syndrom – durch einen Symptomkomplex charakterisiert ist. Dieser Symptomkomplex beinhaltet eine Reihe von Kriterien, die gehäuft bei Kindern mit verbaler Entwicklungsdyspraxie auftreten, aber nicht immer alle bei jedem Kind vorliegen müssen. Laut Ozanne (1995) sollte eine VED nur dann diagnostiziert werden, wenn sich bei einem Kind Symptome aus vier verschiedenen Clustern zeigt. Diese vier Symptomcluster Symptomcluster:VEDbestehen aus:
  • Inkonsequenter Realisation von Wörtern,

  • Schwierigkeiten bei mund-, zungen- und sprechmotorischen Abläufen (bei komorbid bestehender oraler Dyspraxie),

  • Kombination aus Suchbewegungen, Konsonantenauslassungen und einem Unterschied zwischen willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen,

  • Einschränkungen der Prosodie und fehlende Lallentwicklung im Säuglingsalter.

Implikationen für die Therapie

Therapie:AussprachestörungenFasst man die zentralen Aussagen dieses Kapitels zusammen, stellen Kinder mit Aussprachestörungen Aussprachestörungen:Implikationen für Therapieeine derart heterogene Gruppe dar, dass verschiedene Therapiemethoden zum Einsatz kommen müssen, um den verschiedenen Störungsebenen der Kinder gerecht zu werden. Wie die Daten zur Symptomatologie zeigen, werden bei Kindern mit Aussprachestörungen im Deutschen z. T. andere Prozesse als für die englische Sprache beschrieben (z. B. Kontaktassimilation oder Onset-Prozess). Hier müssen sprachspezifische Konzepte zum Einsatz kommen, denn eine reine Übersetzung für das Englische konzipierter Ansätze wird nicht hilfreich sein. Des Weiteren belegen die Daten, dass sich im Deutschen häufig sehr frühe phonologische Phänomene in einer ungewöhnlichen Häufigkeit (z. B. Plosivierungen, Tilgungen finaler Konsonanten) oder physiologische Prozesse in einer ungewöhnlichen Ausprägung (Reduktion aller CC) bei den Kindern zeigen. Daher gilt es zu überprüfen, ob diese Kinder in Sprach- und Phonologischen-Bewusstheits-Tests anders abschneiden als Kinder, die für das Alter ab 2;6 Jahren typische physiologische phonologische Prozesse zeigen. Dies könnte eine andere Sichtweise phonologischer Therapieformen erfordern und zusätzliche Therapiebausteine nötig machen.

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G. Wirth Sprachstörungen, Sprechstörungen, kindliche Hörstörungen: Lehrbuch für Ärzte, Logopäden und Sprachheilpädagogen 2000 Deutscher Ärzte Verlag Köln

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