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B978-3-437-44526-2.00005-4

10.1016/B978-3-437-44526-2.00005-4

978-3-437-44526-2

Subtypen spezifischer Sprachentwicklungsstörungen

(nach van Weerdenburg et al. 2006) [M611/M612]

Multikausales Ätiologiemodell

[M611/M612]

Symptomatisch orientiertes Klassifikationsmodell semantisch-lexikalischer Störungen

[M611/M612]

Matrix zum Klassifikationsmodell semantisch-lexikalischer Störungen

[M611/M612]

Gestörte Lexikonentwicklung

Christian W. Glück

Caroline Elsing

Semantisch-lexikalische Störungen im Kindesalter

Lexikonentwicklung:gestörteUnter dem Begriff semantisch-lexikalische semantisch-lexikalische StörungenStörungen werden verschiedene wortschatzbezogene Defizite und vom ungestörten Erwerb abweichende Wortschatzleistungen zusammengefasst. Teilprozesse des semantisch-lexikalischen Erwerbs wie die Identifikation von Wörtern, der Aufbau von Bedeutungen, die Produktion und Rezeption von Wörtern sowie die Strukturierung des mentalen Lexikons können im Zusammenhang mit diesem Störungsbild einzeln, aber auch in Kombination gestört sein (Kauschke 2003). Es können daher sowohl die Begriffsbildung und das Abstraktionsvermögen als auch Aufbau, Speicherung und Abruf von Einheiten des mentalen Lexikons beeinträchtigt sein. Eine definitorische Fassung semantisch-lexikalischer Störungen gestaltet sich vergleichsweise schwierig, da man sich weder darüber einig ist, ob es sich hierbei um ein oder mehrere Störungsbilder handelt, noch ob sich semantisch-lexikalische Störungen überhaupt als eigenständiges Störungsbild abgrenzen lassen oder ob sie eher als Teilsymptomatik von Sprachentwicklungsstörungen zu begreifen sind.

Der Begriff semantisch-lexikalische Störungen:Begriffsdefinitionder semantisch-lexikalischen Störungen (SLS“\t“Siehe semantisch-lexikalische StörungenSLS) wird hier als umfassender Begriff gebraucht für erhebliche, nicht altersgemäße, häufige und anhaltende Schwierigkeiten, die eigenen Äußerungsintentionen in angemessenen lexikalisch besetzten Äußerungen auszudrücken bzw. Äußerungen anderer lexikalisch zu interpretieren (Glück 2011).

Im folgenden Kapitel werden die verschiedenen Ausprägungsformen semantisch-lexikalischer Störungen genauer betrachtet. Nach einer allgemeinen Beschreibung typischer Symptome und Auftretenskontexte werden mögliche Ursachen des Störungsbildes diskutiert und somit ein Einblick in das mehrdimensionale Bedingungsgefüge semantisch-lexikalischer Störungen gegeben.

Prävalenz semantisch-lexikalischer Störungen

semantisch-lexikalische Störungen:PrävalenzPrävalenz:semantisch-lexikalische StörungenSemantisch-lexikalische Störungen treten meist als funktionelle Störung im Rahmen von Entwicklungsstörungen auf. Besonders häufig sind sie bei Kindern mit (spezifischen) Sprachentwicklungsstörungen, aber auch im Zusammenhang mit anderen spezifischen und generellen Lernschwächen anzutreffen (German 1984). Auch bei frühkindlichem Autismus und seltenen, erworbenen neurogenen Störungen wie kindlicher Aphasie oder Epilepsie können Einschränkungen im Bereich des Lexikons und der Semantik auftreten (Sinzig 2011, Rupp 2007).
Neben Problemen der Aussprache gehören semantisch-lexikalische Störungen zu den häufigsten Problemen spracherwerbsgestörter Kinder. Fragebogenuntersuchung:semantisch-lexikalische StörungenBei einer Fragebogenuntersuchung an allgemeinen Grundschulen stuften die befragten Lehrer etwa 30 % ihrer Schüler als wortschatzschwach ein. Ähnliche Befragungen an Sprachheilschulen ergaben einen deutlich höheren Anteil; hier wurden 60 % der Kinder von ihren Lehrern als semantisch-lexikalisch auffällig eingestuft. Auch an Schulen der Lernförderung durchgeführte Erhebungen zu den semantisch-lexikalischen Fähigkeiten der Schüler belegten, dass 40 % dieser besonderen Population von ihren Lehrern als wortschatzschwach eingestuft wurden (Glück 2005).
Prävalenzschätzungen bei Kindern mit spezifischen Sprachentwicklungsstörungen liefert semantisch-lexikalische Störungen:und SSESauch die Studie von van Weerdenburg et al. (2006). Hier zeigte sich bei 283 Sechs- und Achtjährigen, dass semantisch-lexikalische Defizite einen großen Anteil der sprachlichen Probleme spezifisch sprachentwicklungsgestörter Kinder ausmachen. SSES (spezifische Sprachentwicklungsstörungen):und semantisch-lexikalische Störungen
Bei 64 % der Kinder mit spezifischen Sprachentwicklungsstörungen sind demnach auch Auffälligkeiten im semantisch-lexikalischen Bereich zu beobachten (Abb. 5.1).

Semantisch-lexikalische Störungen im Rahmen von SSES

SSES (spezifische Sprachentwicklungsstörungen):und semantisch-lexikalische Störungensemantisch-lexikalische Störungen:und SSESKinder mit deutlichen Sprachentwicklungsauffälligkeiten, die ansonsten eine altersgemäße kognitive Entwicklung und keine relevanten Komorbiditäten aufweisen, werden als spezifisch sprachentwicklungsgestört bezeichnet (Grimm 2003). Die sprachlichen Einschränkungen dieser Kinder lassen sich weder durch sensorische oder umfassendere neurologische Schädigungen noch durch schwerwiegende emotionale Störungen erklären. Somit liegt eine Beeinträchtigung vor, die sich spezifisch auf die Sprache auswirkt und deren Ursache definitionsgemäß weder auf eine verminderte Intelligenz noch auf sensomotorische, neurologische oder emotionale Störungen zurückgeführt werden kann. Obwohl das Konzept einer unbeeinträchtigten Entwicklung außersprachlicher Aspekte wohl nicht ganz zutreffend ist, da sich zum einen subtile kognitive Defizite feststellen lassen und sich zum anderen aufgrund der Entwicklungsdynamik Symptome erst mit den sprachlichen Fähigkeiten entwickeln, wird hier an der gut eingeführten Terminologie der SSES festgehalten. In der neueren Literatur ist jedoch in diesem Zusammenhang immer häufiger von umschriebenen Sprachentwicklungsstörungen die Rede (AWMF-Leitlinie 2011).
Spezifische SSES (spezifische Sprachentwicklungsstörungen):sprachliche EbenenSprachentwicklungsstörungen können sich auf die Entwicklung verschiedener sprachlicher Ebenen auswirken, d. h. sowohl das Sprachverständnis als auch die Sprachproduktion in einem, mehreren oder allen Aspekten der sprachlichen Kommunikation (prosodisch, phonetisch-phonologisch, semantisch-lexikalisch, morphologisch-syntaktisch) betreffen. Meist ist ein gegenüber der Produktion deutlich besser ausgebildetes Sprachverständnis zu erwarten. Eine zusätzliche Einschränkung des Sprachverständnisses erschwert den Grad der Störung erheblich. Auch ein verspäteter Sprachbeginn und eine verlangsamte sprachliche Entwicklung mit möglichen Plateaubildungen gehören zu den Standardsymptomen spezifisch sprachentwicklungsgestörter Kinder. Nach Grimm (2003) stehen bei Kindern mit SSES typischerweise Störungen auf der formalen Ebene der Sprache, also der Phonologie und besonders der Syntax und Morphologie, im Vordergrund. Beeinträchtigungen auf der semantisch-lexikalischen Ebene sind zwar häufig Bestandteil des typischen Erscheinungsbildes, stellen aber keinesfalls ein notwendiges diagnostisches Kriterium dar.
SSES (spezifische Sprachentwicklungsstörungen):WortschatzentwicklungDennoch kommt den wortschatzbezogenen Fähigkeiten im Kontext spezifischer Sprachentwicklungsstörungen größere Bedeutung zu, da sich ein verspäteter Sprechbeginn in erster Linie durch Defizite in der frühen Wortschatzentwicklung bemerkbar macht. Auch die formalen Bereiche der Sprache können sich erst am Wort ausdrücken bzw. werden über wortspezifisches Wissen reguliert (Glück 2011). Kinder, die diesen für SSES typischen verspäteten Sprachbeginn zeigen, werden in der Literatur als Late Late TalkerTalker bezeichnet. Sie werden in der Regel mit etwa 24 Monaten diagnostiziert und sprechen in diesem Alter noch keine 50 Wörter. Für diesen Entwicklungszeitpunkt typische Zweiwortäußerungen oder flektierte Wortformen bleiben bei diesen Kindern ebenfalls noch weitgehend aus. Die Betroffenen fallen somit als späte und langsame Wortlerner auf (Grimm 2003). Die frühe Verzögerung der lexikalischen Entwicklung gilt als relevanter Risikofaktor für die spätere Ausprägung einer spezifischen Sprachentwicklungsstörung, da davon ausgegangen wird, dass bis zu zwei Drittel der diagnostizierten Late Talker eine Sprachentwicklungsstörung entwickeln (Sachse & Suchodoletz 2009). In diesem Sinne können semantisch-lexikalische Störungen häufig als frühe Teilsymptomatik von spezifischen Sprachentwicklungsstörungen angesehen werden. Auch im weiteren Entwicklungsverlauf sind häufig Störungen des Lexikons und der Semantik zu beobachten, auch wenn andere Symptombereiche zumindest teilweise prominenter erscheinen (van Weerdenburg et al. 2006).

Symptomatik bei semantisch-lexikalischen Störungen

semantisch-lexikalische Störungen:SymptomatikSemantisch-lexikalische Störungen können zu spezifischen, aber auch zu eher unspezifischen Symptomen führen. Die Ausprägung der Symptome ist allerdings stark situations- und aufgabenabhängig, sodass die semantisch-lexikalischen Leistungen der Kinder stark variieren können.
Charakteristisch für den Entwicklungsverlauf semantisch-lexikalischer Störungen ist ein verspäteter Sprechbeginn:verspäteterSprechbeginn. Der Erwerb der ersten Wörter setzt typischerweise deutlich später ein als bei Kindern mit ungestörtem lexikalischem Erwerb. Auch das weitere Wortschatzwachstum verläuft bei SLS-Kindern verlangsamt. Hinzu kommen Einschränkungen im Bereich des Wortverständnisses und des allgemeinen Sprachverstehens. Bei vielen Kindern sind außerdem Anzeichen einer gestörten WortfindungsstörungenWortfindung erkennbar. Das Ringen und Suchen nach Wörtern gibt Hinweise auf WortabrufstörungenWortabrufstörungen und ist ebenfalls ein charakteristisches Merkmal semantisch-lexikalischer semantisch-lexikalische Störungen:WortabrufstörungenStörungen. Im Vorschul- und Schulalter zeigen sich außerdem häufig Wortarteneffekte innerhalb der Wortschatzentwicklung. Typischerweise steht hierbei ein gut entwickelter Nomenwortschatz starken Einschränkungen im Bereich des Verb- und Adjektivlexikons entgegen (Kauschke 2002).
Symptome bei der Sprachproduktion
semantisch-lexikalische Störungen:expressive SymptomeKinder mit semantisch-lexikalischen Störungen zeigen in der Spontansprache eine Vielzahl expressiver Symptome. Zunächst fallen ein geringer Wortschatzumfang und häufige Fehlbenennungen bzw. Wortersetzungen:semantisch-lexikalische StörungenWortersetzungen auf. Hierbei kommt es sowohl zu semantischen als auch zu phonologischen Ersetzungsformen.
  • Semantisch orientierte Ersetzungsformen:semantischeErsetzungsformen können sich z. B. durch vermehrte Verwendung von ober-, unter- oder nebengeordneten Wörtern zeigen. Auch die Ersetzung eines Zielwortes durch Antonyme oder Synonyme, also durch semantisch gegenteilige oder hochgradig bedeutungsähnliche Wörter, sowie der Einsatz von thematisch assoziierten Wörtern zählen zu den semantischen Ersetzungsformen.

  • Phonologisch orientierte Ersetzungen Ersetzungsformen:phonologischebeziehen sich auf die Veränderung der Lautstruktur und treten in Form von phonemisch ähnlichen Wörtern, falschen Phonem- oder Morphemfolgen, Phonemauslassungen oder Präfixfehlern auf.

semantisch-lexikalische Störungen:BewältigungsstrategienBewältigungsstrategien:semantisch-lexikalische StörungenZu den typischen Bewältigungsstrategien zählt außerdem der Einsatz von unspezifischen Wörtern wie z. B. Vielzweckwörtern („Dings“), allgemeinen Aktionsverben („machen“) oder übergebrauchten Wörtern („geil“). Einige Kinder überbrücken lexikalische Lücken auch durch die Neuschöpfung von Wörtern wie z. B. „Gehstab“ für Krücke oder „Essenshelfer“ anstelle von Besteck. Wie die vorangehenden Beispiele zeigen, können WortneuschöpfungenWortneuschöpfungen häufig zusätzlich einen umschreibenden Charakter haben.
Neben den genannten Bewältigungsstrategien auf der Wortebene neigen Kinder mit semantisch-lexikalischen Störungen häufig auch zu Ausweichverhalten auf der Satzebene. Dies zeigt sich vor allem durch eine vermehrte Verwendung von Metakommentaren und Umschreibungen. Viele Kinder kommentieren außerdem den erschwerten Wortfindungsprozess oder nutzen deiktische Mittel, um ihre Äußerungsabsicht besser zu verdeutlichen. In vielen Fällen ist auch ein verlangsamter Wortzugriff erkennbar, der sich durch häufige Verzögerungen, den vermehrten Einsatz von Füllwörtern und eine Zunahme nonverbaler Gesten und Zeichen äußern kann. Störungen des Abrufs zeigen sich durch vermehrte Äußerungsabbrüche und eine Zunahme an unnötigen Wiederholungen. Durch die Vielzahl der beschrieben Symptome kann die Sprache unflüssig werden, was bei manchen Kindern ein stark ausgeprägtes Störungsbewusstsein:Kinder mit SLSStörungsbewusstsein hervorruft (Glück 2011).
Symptome bei der Sprachrezeption
semantisch-lexikalische Störungen:rezeptive SymptomeIm Gegensatz zu den typischen expressiven Auffälligkeiten sind die rezeptiven Symptome naturgemäß eher verdeckt. Durch fehlende oder unvollständige lexikalische Einträge kommt es zu Schwierigkeiten beim Verstehen von Wörtern. Dies kann zu Missverständnissen führen, da es den Kindern nicht adäquat gelingt, die Äußerungsintention des Gesprächspartners zu interpretieren (Glück 2011). Störungen des WortverständnisstörungenWortverständnisses sind nicht direkt beobachtbar, sondern nur aus der Reaktion des Kindes bei mangelndem Verständnis zu erschließen. Oft entwickeln die Kinder auch Strategien, mit denen sie fehlendes Verstehen kompensieren. Dies kann sich z. B. durch ständiges „Ja“-Sagen, situatives Ausweichverhalten sowie unzureichende oder auch vorschnelle Reaktionen auf Anweisungen äußern. Als Folge des mangelnden Sprachverständnisses kann es zu Interesselosigkeit gegenüber sprachlichen Situationen wie Vorlesen oder Geschichtenerzählen kommen. Störungen im SprachverständnisstörungenSprachverständnis werden häufig nicht frühzeitig erkannt (Gebhard 2012) und können fälschlich als Verhaltensprobleme, mangelnde Konzentrationsfähigkeit oder niedrige Intelligenz interpretiert werden.
Begleit- und Folgesymptomatik
semantisch-lexikalische Störungen:Begleit-/FolgesymptomatikDefizite in der semantisch-lexikalischen Entwicklung können auch die Persönlichkeits-, Sozial- und Leistungsentwicklung des Kindes beeinträchtigen. Die kommunikativen Einschränkungen der Kinder können zu einer allgemeinen Frustration führen, die sich sowohl negativ auf die Eigenmotivation des Kindes, neue Wörter zu erwerben, als auch auf das natürliche Neugierverhalten auswirkt (Glück 2001). Dadurch wird nicht nur die semantisch-lexikalische Problematik verstärkt, sondern zusätzlich die Gefahr eines sozialen Rückzugs angelegt – ein Verhalten, das zumindest für einen Teil der Kinder mit semantisch-lexikalischen Störungen zutrifft. Dies kann im schlimmsten Fall die Gesamtentwicklung des Kindes beeinträchtigen. Aus der unsicheren Verfügbarkeit von Wörtern kann somit insbesondere in sozialen Kontexten eine Unsicherheit über die eigene sprachliche Wirksamkeit resultieren. Defizite in der Persönlichkeits- und Persönlichkeits- und Sozialentwicklung:Defizite durch SLSSozialentwicklung sind die fatale Folge (Spreer & Glück 2012).
Zusätzlich wachsen mit zunehmendem Alter die Anforderungen an den Gebrauch des Wortschatzes, der zunehmend abstrakter, flexibler und übertragungsfähig werden soll. Langfristig können Kinder mit semantisch-lexikalischen Störungen daher den schulischen Leistungsanforderungen, insbesondere in sprachbezogenen Bereichen wie dem Schriftspracherwerb und im Fremdsprachenunterricht, nicht gerecht werden. Die akademische Entwicklung der Kinder ist somit stark gefährdet (Glück 2001).

Ursachenhypothesen zu semantisch-lexikalischen Störungen

Ursachenhypothesen:semantisch-lexikalische Störungensemantisch-lexikalische Störungen:UrsachenhypothesenIm Gegensatz zu erworbenen semantisch-lexikalischen Störungen, die auf definierte neurologische Erkrankungen zurückzuführen sind, erscheint die Ätiologie bei semantisch-lexikalischen Störungen im Rahmen von Sprachentwicklungsstörungen wesentlich weniger eindeutig und letztlich noch nicht vollständig erforscht. Es werden verschiedene Ursachen angenommen und diskutiert. Anzunehmen ist ein multikausales Bedingungsgefüge, mit Ursachen in verschiedenen Bereichen, das eine individuelle Betrachtung der Gesamtsituation des jeweiligen Kindes voraussetzt. Prinzipiell kann das Störungsbild durch Einschränkungen auf unterschiedlichen Ebenen bedingt sein, die sich in den verschiedenen Ausprägungsformen semantisch-lexikalischer Störungen widerspiegeln. Grundlegend wird davon ausgegangen, dass eingeschränkte semantisch-lexikalische Fähigkeiten Ausdruck einer defizitären lexikalischen Repräsentation sind (Rothweiler 2001), die durch Störungen der Prozessbereiche Erwerb, Speicherung und Abruf semantisch-lexikalischen Wissens verursacht werden kann.

Multikausales Ätiologiemodell

semantisch-lexikalische Störungen:multikausales ÄtiologiemodellÄtiologiemodell:multikausales, SLSDie verschiedenen Ursachenbereiche semantisch-lexikalischer Störungen lassen sich prototypisch zu einem komplexen Hypothesenmodell zusammenfassen (Abb. 5.2). Vereinfacht lassen sich die Ursachen des Störungsbildes grob den drei Prozessbereichen Erwerb, Speicherung und Abruf von Wörtern zuordnen. Ein vierter Bereich repräsentiert vielseitige Einflüsse des Umfelds und bildet somit den Entwicklungskontext ab, der sowohl präventiv wirken als auch ursächlich für die Ausprägung einer SLS sein kann.
Im Zentrum des vorliegenden Modells steht das mentale Lexikon mit der Annahme, dass eingeschränkte semantisch-lexikalische Fähigkeiten Ausdruck defizitärer Strukturen und Prozesse auf beiden Ebenen des Lexikons sein können. Die Qualität der lexikalischen Strukturen und Prozesse wird durch die Beeinträchtigung verschiedener Teilprozesse (Erwerb, Speicherung, Abruf) und hierfür relevante Entwicklungsbedingungen beeinflusst. Störungen innerhalb der dargestellten Wirkungsbereiche werden als ursächlich für die Ausprägung einer semantisch-lexikalischen Störung angenommen und bedingen sich z. T. gegenseitig.
Beeinträchtigungen der Erwerbsprozesse:lexikalische, BeeinträchtigungErwerbsprozesse stellen im Kontext semantisch-lexikalischer Störungen eine häufig diskutierte Ursachenhypothese dar. Sie postuliert, dass es dem Kind durch eingeschränkte Nutzungsfähigkeit lexikalischer Erwerbsstrategien nicht angemessen gelingt, das mehrdimensionale Wortwissen aus dem sprachlichen und situativen Kontext der Erwerbssituation abzuleiten (Kap. 5.2.2).
Als weitere Ursache werden Probleme der Speicherung und Organisation semantisch-lexikalischen Wortwissens angenommen. Das heißt, neu gewonnenes Wissen kann nicht ausreichend mit dem bereits vorhandenen WortwissenWortwissen:Speicher-/Organisationsprobleme verknüpft werden, und hilfreiche Prinzipien der Speicherorganisation werden nur bedingt oder gar nicht genutzt. Eine wichtige Basisfähigkeit für die effiziente Strukturierung des mentalen Lexikons stellt die Kategorisierungsfähigkeit dar (Kap. 5.2.3).
Der dritte Bereich umfasst Störungen des AbrufstörungenAbrufs, die ebenfalls ursächlich für Einschränkungen semantisch-lexikalischer Fähigkeiten sein können. Dieser Hypothese zufolge kann das Kind in der Äußerungssituation nicht adäquat auf bereits vorhandene lexikalische Einträge zugreifen und dem jeweiligen Bedeutungskonzept in angemessener Zeit die passende phonologische Form zuweisen (Kap. 5.2.4).
Da der Wortschatz in seiner Ausformung stark kulturell geprägt ist, hat das soziale Umfeld einen bedeutsamen Einfluss auf die Wortschatzentwicklung:soziales UmfeldWortschatzentwicklung des Kindes, was vor allem in neueren Forschungen mitberücksichtigt wird (Kap. 5.2.5). Da sich das Umfeld nicht nur spezifisch auf die semantisch-lexikalische Entwicklung auswirkt, sondern für die Gesamtentwicklung des Kindes wichtig ist, wird es hier quasi als Basis der drei Wirkungsbereiche dargestellt. Die vier zentralen Hypothesen sollen im Folgenden genauer betrachtet und anhand empirischer Studien fundiert werden.

Eingeschränkte Nutzung von Erwerbsmechanismen

semantisch-lexikalische Störungen:eingeschränkte ErwerbsmechanismenKinder nutzen beim Erwerb neuer Wörter bestimmte Prinzipien und Strategien, die sie beim Auf- und Ausbau des Wortschatzes unterstützen (Kap. 1). Es wird vermutet, dass Kinder mit semantisch-lexikalischen Störungen basale Erwerbsmechanismen:eingeschränkte Nutzung bei SLSErwerbsmechanismen nicht adäquat einsetzen können und aufgrund dessen bereits im frühen Erwerb gehemmt sind. In der Literatur wird immer wieder diskutiert, ob Kinder mit semantisch-lexikalischen Störungen spezifische Einschränkungen aufweisen, die sich negativ auf die Fähigkeit, formale Wortformen auf bestehende mental repräsentierte Konzepte abzubilden, diese im mentalen Lexikon zu speichern und der Situation angemessen abzurufen, auswirken (Kauschke & Rothweiler 2007, Rothweiler 2001, Rice et al. 1990). Somit wird bei semantisch-lexikalischen Störungen häufig von einer verminderten frühen Wortlernfähigkeit (Fast-Mapping-Fast-Mapping-Fähigkeit:verminderteFähigkeit) ausgegangen. Die Folgen für den Wortschatzerwerb sind fatal, da die betroffenen Kinder nicht nur weniger neue Wörter, sondern daraus resultierend auch weniger lexikalische Informationen in ihr mentales Lexikon aufnehmen. Die ohnehin unvollständigen ersten Abbildungen, die unmittelbar im Fast-Mapping-Prozess erstellt werden, sind bei diesen Kindern somit noch informationsärmer. Dies kann auch als Erklärung für den erschwerten Zugriff auf die Erstrepräsentation in Produktion und Rezeption sowie daraus resultierende wortschatzbezogene Einschränkungen dienen. Als Ursache der eingeschränkten Fast-Mapping-Leistungen dieser Kinder werden eine ineffektive Nutzung bedeutungsbeschränkender Erwerbsprinzipien (Taxonomieannahme, Disjunktionsannahme, Ganzheitsannahme) sowie Defizite im phonologischen Arbeitsgedächtnis (AG) vermutet.
Die Hypothese einer eingeschränkten Fast-Mapping-Fähigkeit bei Kindern mit semantisch-lexikalischen Störungen hat Rothweiler (2001) in einer Studie experimentell überprüft. Die Ergebnisse der Studie lassen vermuten, dass Kinder mit Defiziten im semantisch-lexikalischen Bereich zwar in der Lage sind, eine erste vorläufige Repräsentation kurzfristig aufzubauen, dass sie diese Repräsentationen jedoch nicht über einen längeren Zeitraum abrufbar halten können. Dies gibt Anlass zu der Annahme, dass ein geringer Wortschatzumfang und eine verminderte lexikalische Vielfalt nicht allein durch verminderte Fast-Mapping-Leistungen erklärbar sind (Kauschke & Rothweiler 2007). Entscheidend ist offensichtlich nicht nur, ob ein Wort aus dem Kontext übernommen und einer Bedeutung zugewiesen werden kann, sondern ebenfalls, wie die neu erworbenen Wörter dauerhaft ins mentale Lexikon integriert werden.
Weitere Untersuchungen zur Wirksamkeit der drei zentralen Erwerbsprinzipien:Wirksamkeit bei SLSErwerbsprinzipien (Taxonomie-, Disjunktions-, Ganzheitsannahme) ergaben, dass sowohl die GanzheitsannahmeGanzheitsannahme als auch die DisjunktionsannahmeDisjunktionsannahme für die untersuchten Kinder gleichermaßen zugänglich waren. Lediglich bei der TaxonomieannahmeTaxonomieannahme zeigten sich deutliche Leistungsunterschiede zwischen Kindern mit eingeschränktem Wortschatz und denen ohne Wortschatzdefizit (Rothweiler 2001). semantisch-lexikalische Störungen:TaxonomieannahmeDiese Ergebnisse lassen daher den Schluss zu, dass eine eingeschränkte Nutzung der Taxonomieannahme als zentrales Ordnungs- und Kategorisierungsprinzip eine mögliche Ursache für Schwierigkeiten bei der langfristigen Integration semantisch-lexikalischen Wissens ins mentale Lexikon ist.

Geringe semantische und phonologische Elaboration

semantisch-lexikalische Störungen:geringe ElaborationDie erfolgreiche Speicherung eines neuen Wortes setzt die Einbettung des neu erworbenen Wortwissens ins Netzwerk des mentalen Lexikons voraus. Diese Form der Wissensvernetzung, die sog. Elaboration:semantischeElaboration:phonologischeElaboration, vollzieht sich sowohl auf semantischer als auch auf phonologischer Ebene. Beim Abruf können gut verzweigte Netzwerkstrukturen im mentalen Lexikon:ElaborationLexikon zu einer verbesserten Aktivierung abrufauslösender Hinweisreize führen. Auch die Geschwindigkeit, mit der während des Abrufprozesses auf eine lexikalische Einheit zugegriffen wird, kann durch vielfältige Netzwerkverbindungen positiv beeinflusst werden. Die Qualität der Speicherung des erworbenen Wortwissens hat daher einen starken Einfluss auf den erfolgreichen Abruf bei der Wortproduktion und Rezeption (Kiening 2001). Auch die Abruffrequenz eines Wortes, also die Anzahl der Zugriffe auf einen lexikalischen Eintrag, kann seine Qualität beeinflussen. Deshalb haben hochfrequente Wörter in der Regel eine bessere Speicherqualität:LexikonSpeicherqualität als niederfrequente und können somit auch besser abgerufen werden (Siegmüller & Bartels 2006).
Die Hypothese einer geringeren semantischen und phonologischen Elaboration geht davon aus, dass ein gestörter Wortabruf durch fehlende oder schwach gespeicherte und somit schwer zu aktivierende Speichereinträge im mentalen mentales Lexikon“\t“Siehe LexikonLexikon bedingt ist. Es wird daher davon ausgegangen, dass Kinder mit semantisch-lexikalischen Störungen ihr Wortwissen im mentalen Lexikon weniger effektiv vernetzen und die Qualität der Speicherung folglich deutlich reduziert ist. Somit wird eine verminderte semantische und phonologische Elaboration als mögliche Ursache für semantisch-lexikalische Defizite angenommen (Glück 2005).
Die Ebenen des mentalen Lexikons folgen unterschiedlichen Ordnungsprinzipen.
  • Auf der Lemma-Lemma-EbeneEbene spielen vor allem semantische und syntaktische Relationen, wie die Zugehörigkeit zu einem Oberbegriff bzw. die Zugehörigkeit zu einer Wortklasse, eine wichtige Rolle.

  • Auf der Lexem-Lexem-EbeneEbene hingegen stehen phonologische Relationen, wie die Wortlänge oder die metrische Struktur, im Vordergrund (Aitchison 1997).

Kommt es zu einer verminderten Anwendung dieser Speicherorganisationsprinzipien:LexikonSpeicherorganisationsprinzipien, resultiert daraus eine deutlich schwächere Speicherstruktur und ein geringer ausgeprägtes semantisch-lexikalisches Wissen (Glück 2001).
Als kognitive Basisfähigkeit für eine effiziente Nutzung der Speicherorganisationsprinzipien wird die Kategorisierungsfähigkeit:LexikonKategorisierungsfähigkeit angesehen (Siegmüller & Fröhling 2003). Sind Kinder nicht oder nicht effizient genug in der Lage, Kategorien zu bilden, wirkt sich dies negativ auf die Qualität der Speicherung im mentalen Lexikon:KategorisierungsfähigkeitLexikon aus. Aktuelle Untersuchungen zum Einfluss der Kategorisierungsfähigkeit auf die Sprachentwicklung zeigen, dass spracherwerbsgestörte Vorschulkinder zwar prinzipiell zur Bildung von Kategorien in der Lage sind, Kategorien jedoch schlechter zu benachbarten Kategorien abgrenzen können (Siegmüller 2003). Das Kategoriensystem spracherwerbsgestörter Kinder weist also im Vergleich zu unauffällig entwickelten Kindern weniger Einträge und somit eine unschärfere Struktur auf. Nach dieser Hypothese werden daher unzureichend differenzierte Speicherstrukturen und zugrunde liegende Einschränkungen der Kategorisierungsfähigkeit:semantisch-lexikalische StörungenKategorisierungsfähigkeit semantisch-lexikalische Störungen:Kategorisierungsfähigkeit, eingeschränkteals Ursache für Defizite im semantisch-lexikalischen Bereich angenommen.

Einschränkungen im Aufbau phonologischer Repräsentationen

semantisch-lexikalische Störungen:phonologische Repräsentationen, unsichereKinder mit semantisch-lexikalischen Störungen fallen häufig durch unsichere phonologische Repräsentationen auf (Rothweiler 2001). Wenn Kinder Wörter aus dem Input in ihr mentales Lexikon übernehmen, müssen sie immer auch phonologische phonologische RepräsentationenRepräsentationen generieren. Daher ist die erfolgreiche Konstruktion eines stabilen Wortformeintrags immer auch von einer adäquaten, temporären phonologischen Speicherung im phonologisches Arbeitsgedächtnis:KapazitätArbeitsgedächtnis:phonologischesArbeitsgedächtnis abhängig. Stabile phonologische Repräsentationen legen sowohl in der Produktion als auch der Rezeption von Sprache die Basis für einen erfolgreichen und konstanten Wortabruf. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Kinder mit eingeschränkten Wortschatzleistungen Defizite in der Kapazität des phonologischen Arbeitsgedächtnisses aufweisen (Munson et al. 2005, Kushnir & Blake 1996, Adams & Gathercole 1995).
Dieser Hypothese zufolge führen angenommene Defizite in der Kapazität der phonologischen Schleife zu ungenauen Wortformrepräsentationen, die wiederum unvollständig ins Langzeitgedächtnis übernommen werden. Aufgrund der unzureichend ausgearbeiteten phonologischen Repräsentationen kommt es unregelmäßig zu Schwierigkeiten, die phonologische Wortform zu aktivieren. Die Produktion der Lautstruktur kann daher nicht oder nur mit starker zeitlicher Verzögerung erfolgen. Auch Schöler et al. (2003) gehen von einer besonderen Bedeutung des phonologischen Arbeitsgedächtnisses für die Sprachentwicklung aus. Sie gehen sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnen eine eingeschränkte auditive Speicherqualität:und SprachentwicklungSpeicherqualität als Kausalfaktor für die Ausbildung einer Sprachentwicklungsstörung.
In neueren Studien werden neben einer eingeschränkten phonologischen Speicherqualität immer häufiger auch Schwierigkeiten in der Sprachverarbeitung:StörungenSprachverarbeitung untersucht. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Kapazität der Informationsverarbeitung bei Kindern mit spezifischen Sprachentwicklungsstörungen teilweise stark eingeschränkt ist (Glück 2001). Störungen in Sprachverarbeitung:Störungender Verarbeitung auditiver Stimuli können sich zum einen auf quantitative und zum anderen auf qualitative Merkmale beziehen. Unter quantitativen Merkmalen wird die reine Verarbeitungszeit auditiver Stimuli und unter qualitativen Aspekten die Fähigkeit der Erkennung und Unterscheidung sprachlicher Informationen gefasst.
Sprachverarbeitung:StörungenBei der Betrachtung der quantitativen Merkmale wurde wiederholt die Bedeutung des Sprechtempos für die SprachverarbeitungSprachverarbeitung analysiert. Hier zeigte sich, dass Kinder mit spezifischen Sprachentwicklungsstörungen von einem reduzierten SprechtempoSprechtempo profitieren (Segers & Verhoeven 2005), was auf eine geringere Verarbeitungsgeschwindigkeit schließen lässt. Auch Archibald & Gathercole (2007) wiesen bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen neben einer eingeschränkten sprachlichen Speicherqualität eine verlangsamte und ungenauere Verarbeitung verbaler und räumlich visueller Informationen nach. Sie gehen davon aus, dass die Schwierigkeiten der Kinder im semantisch-lexikalischen Bereich auf eine kombinierte Verarbeitungs- und Speicherproblematik zurückzuführen sind.
Sprachverarbeitung:StörungenQualitative Merkmale beziehen sich in diesem Zusammenhang auf die Identifikation und Diskrimination von Lauten und Lautfolgen. Eine Studie von Höhle et al. (2006) gibt Anlass zu der Annahme, dass auch in diesem Bereich Defizite in der Verarbeitung sprachlicher Informationen vorliegen. Diese Arbeitsgruppe konnte zeigen, dass mit 30 Monaten als sprachauffällig diagnostizierte Kinder bereits im Alter von 19 Monaten nicht zwischen phonologisch korrekten Wörtern und Wörtern mit fehlerhafter Aussprache differenzieren konnten. Sprachunauffällige Kinder hingegen erkennen in diesem Alter den Unterschied bereits problemlos.

Soziokulturelle Einflussfaktoren

semantisch-lexikalische Störungen:soziokulturelle EinflussfaktorenEin in der aktuellen Forschung zunehmend behandelter Aspekt ist der Einfluss des sozialen Umfelds auf die semantisch-lexikalische Entwicklung des Kindes. Die Bereitstellung eines kognitiv und emotional anregenden Umfelds, die Schaffung kommunikativer Situationen sowie der Umfang und die Qualität des sprachlichen Inputs bilden jedoch eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Wortschatzentwicklung:soziales UmfeldWortschatzentwicklung. Die Qualität der sprachlichen Vorbilder sowie der Bildungsstand und kommunikative Verhaltensweisen der Eltern oder anderer Bezugspersonen spielen eine wichtige, nicht zu vernachlässigende Rolle bei der Ursachenanalyse und sollten in diagnostischen Prozessen immer mitberücksichtigt werden. In den neuesten Leitlinien zur Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen wird diesem Aspekt daher ein eigener Klassifikationspunkt zugeschrieben. Sprachentwicklungsstörungen, die auf einen beeinträchtigenden Entwicklungskontext zurückgeführt werden können, werden hier unter „umgebungsbedingte Sprachauffälligkeiten“ zusammengefasst (AWMF-Leitlinie 2011).
Neuere Untersuchungen zum Einfluss des Umfelds belegen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Einflussfaktoren und der Wortschatzentwicklung:sozioökonomischer StatusWortschatzentwicklung des Kindes besteht. Die Studie von Black et al. (2008) ergab zunächst keine signifikante Korrelation zwischen den Wortschatzleistungen von Vor- und Grundschulkindern und dem Bildungsgrad sowie dem Einkommen der Eltern. In einer weiteren Untersuchung (Rowe 2008) zeigten sich allerdings bei genauerer Betrachtung der Gesprächsqualität zwischen Eltern und Kindern deutliche Unterschiede zwischen Familien mit gutem und denen mit geringerem sozioökonomischem Status. In der Studie von Rowe (2008) wurde die Qualität natürlicher Gesprächssituationen zwischen Eltern und ihren Kindern untersucht und dem Bildungsstand sowie dem jeweiligen Einkommensniveau gegenübergestellt. Die Äußerungsqualität der Eltern wurde anhand der Anzahl der Wörter, der Verwendungshäufigkeit unterschiedlicher Wortarten sowie der Komplexität der Satzstrukturen ermittelt. Die Wortschatzleistungen der Kinder korrelierten hierbei signifikant mit dem Qualitätsniveau der analysierten Gesprächssituationen. Die Qualität der untersuchten Gesprächssituationen hing eng mit dem sozioökonomischen sozioökonomischer Status:Einfluss auf WortschatzentwicklungStatus der Bezugspersonen zusammen. Es ließen sich sowohl quantitative als auch qualitative Unterschiede in den Äußerungen der verschieden Bezugspersonen erkennen. Besser gestellte Familien benutzten demnach häufiger ein differenzierteres Vokabular als Eltern mit geringerem Einkommen und Bildungsgrad. Auch anhand der Länge und Komplexität der Sätze ließ sich aufzeigen, dass sich der Bildungsstand der Eltern auf die Gesprächsqualität und somit auch auf die sprachlichen Leistungen der Kinder auswirkt. Die Studie von Rowe (2008) liefert somit Evidenz dafür, dass Kinder aus Familien mit höherem Bildungsgrad und Einkommen von einem differenzierten sprachlichen Input profitieren und somit häufig einen besseren Wortschatz aufweisen als Kinder aus benachteiligten Familienverhältnissen.

Klassifikation semantisch-lexikalischer Störungen

semantisch-lexikalische Störungen:KlassifikationWie zu Beginn beschrieben, werden unter dem Begriff semantisch-lexikalische Störungen Beeinträchtigungen verschiedener wortschatzbezogener Bereiche und unterschiedlicher Ursachen zusammengefasst. Im Folgenden sollen die einzelnen Ausprägungsformen im Hinblick auf ihre Symptomatik und die zugrunde liegenden Ursachenkomplexe klassifiziert werden. Eine Klassifikation des Störungsbildes dient in diesem Zusammenhang in erster Linie der Annäherung an einen möglichen Störungsschwerpunkt, der sich im Hinblick auf die späteren therapeutischen Indikationen aus den Ursachenhypothesen ableiten lässt. Unterschieden wird dabei zwischen einer symptomatischen und einer differenziell-ätiologischen Ebene, auf der eine Kategorisierung hinsichtlich vermuteter Bedingungsfaktoren erfolgt.

Symptomatische Ebene der Klassifikation

semantisch-lexikalische Störungen:KlassifikationDa die Symptomatik bereits detailliert vorgestellt worden ist (Kap. 5.1.3), sollen hier nur die kritischen Aspekte erneut in den Blick genommen werden. Sichere Anhaltspunkte für eine Klassifikation:symptomatische von SLSEinteilung auf symptomatischer Ebene liefert die Unterscheidung zwischen Fehlleistungen in der Produktion bzw. in der Rezeption von Wörtern (Abb. 5.3).
Sind Wörter weder in der expressiven noch in der rezeptiven Situation für das Kind verfügbar, muss angenommen werden, dass noch kein Lexikoneintrag für dieses Wort angelegt worden ist. Ist dies – orientiert an der Spracherwerbssituation – bei überdurchschnittlich vielen Wörtern und in verschiedenen Kommunikationssituationen der Fall, ist von einem eingeschränkten Wortschatzumfang, also einem generellen Wortschatzdefizit:generellesWortschatzdefizit, zu sprechen.
Etwas anders liegt der Fall, wenn Wörter nur zeitweise oder nur unter besonders günstigen Bedingungen (z. B. nur rezeptiv) erkannt und abgerufen werden können. Tritt diese Symptomatik in nicht altersentsprechender Weise häufiger auf, ist von einer WortfindungsstörungenWortfindungsstörung auszugehen. Diese lässt sich wiederum nach ätiologischen Subkategorien differenzieren, wie im nächsten Abschnitt erläutert.
Eine dritte, symptomatische Kategorie betrifft den rezeptiven Wortschatz eines Kindes. Menschen ohne sprachliche Beeinträchtigungen verfügen über einen etwa dreimal umfangreicheren rezeptiven als expressiven Wortschatz. Dies trägt dazu bei, dass Lautsprache und später Texte verstanden werden, obwohl deren Komplexität die eigene Sprachproduktion weit übersteigt. Daher können Einschränkungen im rezeptiven Wortschatz zu bildungsrelevanten Kommunikationshindernissen werden. Dieses rezeptive Wortschatzdefizit:rezeptivesWortschatzdefizit ist in der Beobachtung nur indirekt zu erschließen und von kognitiven und pragmatischen Problemen zu differenzieren.

Differenziell-ätiologische Klassifikation

semantisch-lexikalische Störungen:KlassifikationDie differenziell-ätiologische Klassifikation:differenziell-ätiologische von SLSKlassifikation nimmt keine Einteilung nach der oberflächlich wahrnehmbaren Symptomatik vor, sondern versucht das darunterliegende Bedingungsgefüge der beteiligten Strukturen und Prozessschritte aufzuklären (Abb. 5.4). Die notwendigen Analysen und (symptom)evozierenden Verfahren sind im Rahmen der Lexikontherapie (Kap. 11.1) dargestellt. Dabei können sich Beeinträchtigungen in den unterschiedlichen Aspekten des Bedingungsgefüges auf der symptomatischen Ebene verschieden oder auch auf gleiche Weise auswirken.
Semantisch-lexikalische Erwerbsstörung
semantisch-lexikalische ErwerbsstörungKinder mit einer semantisch-lexikalischen Erwerbsstörung nehmen schon in der frühen Erwerbsphase weniger Wörter in ihr mentales Lexikon auf als ungestörte Gleichaltrige. Der Auf- und Ausbau des Wortschatzes ist somit beeinträchtigt, und es kommt zu einem verminderten Wortschatzumfang. Dies kann sich sowohl durch einen geringeren expressiven Wortschatz als auch durch Einschränkungen des Wortverständnisses, also ein generelles Wortschatzdefizit:generellesWortschatzdefizit zeigen (Hinweise zu möglichen diagnostischen Verfahren Kap. 11). Die Erwerbsprobleme können sich hierbei sowohl auf die Aneignung semantischer als auch phonologischer Aspekte des zu erwerbenden Wissens beziehen. Auch grundlegende Basisqualifikationen wie die Wahrnehmung und Unterscheidung von Lauten auf phonologischer Ebene sowie Aspekte der Begriffsbildung auf semantischer Ebene können von Störungen betroffen und ursächlich für beeinträchtigte Erwerbsmechanismen sein. Gerade die Kapazität des phonologischen phonologisches Arbeitsgedächtnis:KapazitätArbeitsgedächtnis:phonologischesArbeitsgedächtnisses wirkt als sog. Flaschenhals für den Erwerb neuer Wörter und im Vorschulalter lässt sich aus ihrer Ausprägung der Lexikonzuwachs ein Jahr später vorhersagen (Gathercole 2006). Kinder mit einer semantisch-lexikalischen Erwerbsstörung weisen häufig eine eingeschränkte Kapazität des phonologischen Arbeitsgedächtnisses auf. Kommt es dadurch auch zu vermindertem Wortwissen auf der Lemma- oder Lexem-Ebene, können daraus wiederum Wortfindungsstörungen resultieren.
Erwerbsstrategien:diagnostische ÜberprüfungDie diagnostische Überprüfung lexikalischer Erwerbsstrategien:lexikalischeErwerbsstrategien gestaltet sich vergleichsweise schwierig, da es bisher nur informelle diagnostische Verfahren gibt, die eine differenzierte Einschätzung ermöglichen. Häufig werden zur Überprüfung der Wortlernfähigkeit Fast-Mapping-Aufgaben eingesetzt (Rothweiler 2003, Kauschke & Rothweiler 2007). Diese ermöglichen in erster Linie eine Beurteilung der Wortschatz-Erwerbskapazität, können jedoch meist keine detaillierten Informationen über die Nutzung der einzelnen Erwerbsstrategien geben. Kinder, die Schwierigkeiten bei der Nutzung lexikalischer (Erwerbs-)Strategien zeigen, profitieren von einer Erweiterung und Förderung ihres Strategien-Repertoires. Daher ist eine gezielte Strategietherapie:lexikalischeStrategietherapie indiziert, um die Kinder bei der eigenständigen lexikalischen Erweiterung, der Differenzierung ihres semantisch-lexikalischen Wissens sowie der gezielten Aktivierung von Abrufprozessen zu unterstützen.
Semantisch-lexikalische Speicherstörung
Speicherstörung:semantisch-lexikalischesemantisch-lexikalische SpeicherstörungKann hingegen bei wortschatzschwachen Kindern davon ausgegangen werden, dass ihnen der unmittelbare Erwerb von Wörtern altersgemäß gelingt, spricht das für eine eingeschränkte Speicherqualität semantisch-lexikalischen Wissens. Störungen des komplexen Speicherprozesses können auf beiden Ebenen des mentalen Lexikon:SpeicherstörungLexikons bestehen. Kinder mit vorwiegend semantisch orientierter Speicherproblematik haben häufig Schwierigkeiten beim Aufbau von Wortbedeutungen und semantischen Kategorien sowie bei deren Vernetzung im mentalen Lexikon (Siegmüller 2003). Diese Kinder fallen durch eine verminderte semantische Differenzierung, Abgrenzung und Vernetzung von lexikalischen Einträgen auf. Daher verwenden sie vermehrt semantische Ersetzungsformen:semantischeErsetzungsformen. Dementsprechend ist bei diesen Kindern ein zentraler Therapieschwerpunkt in der semantischen Elaboration zu sehen.
Wenn Kinder vorrangig phonologisch orientierte Ersetzungsformen:phonologischeErsetzungen verwenden, spricht das für eine phonologische Speicherstörung, sodass eine therapeutische Arbeit auf der Wortformebene indiziert ist. Häufig liegen jedoch Störungen auf beiden Ebenen des mentalen Lexikons vor, weshalb sich in den meisten Fällen eine gemischte semantisch-phonologische Elaborationsarbeit empfiehlt (Glück 2003).
Es ist anzunehmen, dass einer Speicherstörung sowohl auf semantischer als auch auf phonologischer Ebene eine mangelnde Kategorisierungsfähigkeit sowie eine verminderte Nutzung von lexikalischen Speicherorganisationsprinzipien zugrunde liegen (Siegmüller & Fröhling 2003). Speicherstörung:DiagnoseDiagnostizieren lässt sich eine Speicherstörung in erster Linie anhand der jeweiligen Falschantworten in einer Benennsituation, der Wahl der Distraktoren bei rezeptiven Überprüfungen sowie der Wirksamkeit semantischer und phonologischer Abrufhilfen.
Semantisch-lexikalische Abrufstörung
semantisch-lexikalische AbrufstörungSemantisch-lexikalische Abrufstörungen:semantisch-lexikalischeAbrufstörungen können sich auf symptomatischer Ebene als Wortfindungsstörungen äußern. Im Gegensatz zu Wortfindungsproblemen, die auf mangelnder Speicherqualität:AbrufstörungenSpeicherqualität basieren, liegt bei Abrufstörungen ein prototypisch anderes Bedingungsgefüge vor. Die Störungen des Abrufs sind hier auch bei Einträgen mit hoher Speicherqualität zu beobachten und betreffen somit die Abrufprozesse im engeren Sinne. Als Ursache wird eine verminderte Qualität im Aufbau phonologischer Repräsentationen aufgrund von Einschränkungen in der Kapazität des phonologischen Arbeitsgedächtnisses, einer verminderten Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit oder allgemeiner Aufmerksamkeitsdefizit:AbrufstörungenAufmerksamkeitsdefizite angenommen.
Eine von der Speicherqualität unabhängige Beeinträchtigung der Abrufprozesse kann im Weiteren mit Speed-Aufgaben und durch Analyse der Antwortzeiten sowie der Antwortkonstanz diagnostiziert werden. Gestörte Abrufprozesse, die nicht auf einer verminderten Speicherqualität beruhen, sind nur in sehr geringem Maße therapeutisch zugänglich. Hier ist die Verwendungshäufigkeit der wirksamste Faktor zur Verbesserung der Abrufqualität (Glück 2011).
Ungünstiger Erwerbskontext
semantisch-lexikalische Störungen:Erwerbskontext, ungünstigerTritt ein verminderter Wortschatzdefizit:soziales UmfeldWortschatzumfang trotz altersgemäßer Nutzung von Erwerbsstrategien und guter Speicherqualität semantisch-lexikalischen Wissens auf, ist es wahrscheinlich, dass dieser auf Besonderheiten des sozialen Umfelds zurückzuführen ist. Ein geringer Umfang oder eine verminderte Qualität des sprachlichen Inputs sowie ein Mangel an kommunikativen Situationen und Anregungen innerhalb des Umfelds wirken sich ungünstig auf den Erwerb neuer Wörter aus (Kap. 5.2.5).
Sind die kommunikativen Entwicklungsbedingungen des Kindes z. B. durch einen unzureichenden Input oder eine verminderte Vielfalt kognitiver Anregungen eingeschränkt, kann sich der Wortschatz auch bei intakten Basisfähigkeiten nicht altersgemäß entwickeln. Bei einer zugrunde liegenden Erwerbs- oder Speicherstörung kann sich ein ungünstiger Erwerbskontext noch zusätzlich negativ auf die Ausprägung des Störungsbildes auswirken; dies sollte in der Diagnostik immer mitberücksichtigt werden.
Die Einschätzung des Erwerbskontextes erfolgt auf der Basis einer differenzierten Anamnese. Therapeutische Maßnahmen umfassen einerseits präventive Aspekte wie den Einbezug der Eltern sowie ggf. des weiteren Umfelds und dienen andererseits zur gezielten Wortschatzerweiterung.

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