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B978-3-437-44526-2.00010-8

10.1016/B978-3-437-44526-2.00010-8

978-3-437-44526-2

Bewertungsparameter zur Beurteilung der Aussagekraft von EinzelfallstudienEinzelfallstudien:Bewertungsparameter

Tab. 10.1
Probanden
  • Werden die teilnehmenden Probanden ausführlich beschrieben (Alter, sprachliche Symptome, bisherige Therapien etc.)?

  • Waren die Kinder für die untersuchte Therapie repräsentativ in Alter, Störung, Schweregrad?

Untersuchungsmethode
  • Wird die Behandlungsmethode ausführlich beschrieben?

  • Wird dargestellt, wer die Untersuchung durchführt?

  • Werden Dauer und Frequenz der Therapie genannt?

Ergebnisse
  • Wie wurde der Fähigkeitsstand (vorher – nachher) erhoben (formelle, informelle Testungen; Beobachtungen etc.)?

  • Wie groß war der Behandlungseffekt über die Einzelfallserie/beim einzelnen Probanden?

  • Wie wurde der Behandlungseffekt berechnet (deskriptiv, induktiv etc.)?

  • Wurde eine Einzelfallmethodik verwendet, die pro Einzelfall die Effektivität nachweisen kann?

  • Wurde die Stabilität der Effekte gemessen (Follow-up-Test)?

Grammatiktherapie

Wiebke Löb

Julia Siegmüller

Einleitung

Das nachfolgende GrammatiktherapieKapitel befasst Grammatiktherapie:s.a. grammatische Störungen, Therapiesich mit der Therapie grammatischer grammatische Störungen:Therapie (s.a. Grammatiktherapie)Störungen. Dazu wird zunächst ein kurzer Überblick über relevante Therapiegegenstände und deren sprachliche Voraussetzungen gegeben. Dem folgt eine Darstellung zu bestehenden Therapieansätzen in Deutschland. Das Kapitel endet mit kurzen Überlegungen zur Verbesserung der Evidenzlage in der Zukunft.

Relevante Therapieinhalte und Voraussetzungen auf anderen sprachlichen Ebenen

Im Alter zwischen 3;0 und 4;11 Jahren können im Bereich der grammatischen grammatische Störungen:Therapieinhalte, relevanteStörungen unterschiedliche Therapieinhalte relevant sein, was aus einer emergenzorientierten Sichtweise mit den heterogenen Störungsausprägungen der Kindern mit spezifischen Sprachentwicklungsstörungen (SSES) begründet werden kann (Siegmüller & Kauschke 2006). Der Schwerpunkt der Therapie kann dann individuell auf syntaktischen und/oder morphologischen Aspekten liegen. In der emergenzorientierten Herangehensweise werden morphologische und syntaktische Therapieinhalte:emergenzorientierte SichtweiseTherapieinhalte emergenzorientierte Sichtweise:Therapieinhaltedaher differenziert und einzeln behandelt (z. B. Entwicklung von Nebensätzen vor Kasustherapie).
Im nativistisch geprägten Rahmen orientiert sich die Ableitung von Therapiezielen Therapieinhalte:nativistisch orientierte Sichtweisean Entwicklungsphasen des ungestörten Erwerbs. Im Ansatz von Motsch (2010) sind in der Altersphase von 3;0 bis 4;11 Jahren vor allem die Entwicklungsaufgaben der Phasen III bis V relevant, d. h. Verbzweitstellung, Tempus- und Kasusmarkierung.
Trotz der verschiedenen theoretischen Sichtweisen herrscht insoweit Konsens, dass in der hier besprochenen Altersphase im Therapieinhalte:syntaktischesyntaktischen Bereich der Erwerb der Verbzweitstellungs(regel)erwerbVerbzweitstellungsregel sowie die komplexe Syntax (hierunter fallen Nebensatzkonstruktionen und W-Fragen) im Vordergrund stehen. Ein eindeutiger Therapiebedarf für die Verbzweitstellungsregel besteht dann, wenn Kinder ab dem Beginn des 4. Lebensjahres noch nicht das Niveau von korrekten Hauptsätzen mit dem Verb an zweiter Stelle und einer offenen Wortklasse (Objekte, W-Fragepronomen oder Adverbien) im Vorfeld erreicht haben (Motsch & Schmidt 2009a; Hamann, Penner & Lindner 1998). Unterschiedlich sind die Wege, wie dieses Ziel therapeutisch erreicht werden soll. Im nativistisch orientierten Ansatz von Motsch spielen die korrekte Subjekt-Verb-Subjekt-Verb-KongruenzKongruenz, demnach die Verbflexion, sowie die Kasusmarkierungen Akkusativ und Dativ eine wichtige Rolle, um die Verbbewegung zu stimulieren. Therapiebedarf für den Erwerb der Subjekt-Verb-Kongruenz besteht, wenn Kinder ab dem 4. Lebensjahr das /-st/ für die Markierung der 2. Person Singular nicht verwenden oder der Anteil korrekter Verbflexionen unter 80 % liegt (Motsch & Schmidt 2009a).
Nach der emergenzorientierten Sichtweise der patholinguistischen Therapie wird die Verbzweitstellung über a) die verbesserte Therapieinhalte:syntaktischesyntaktische Verarbeitung des Satzvorfeldes (erste Position im Satz, vor dem Verb verortet), b) die Besetzung des Vorfelds meist durch Subjekte, verbunden mit dem Abflauen der Verbendstellung, und c) die zunehmende Flexibilisierung des Vorfelds (besetzt durch verschiedene Elemente wie Objekt, adverbiale Bestimmungen, W-Pronomen) erworben. Siegmüller & Kauschke (2006) schließen sich damit einer eigentlich ebenfalls nativistischen Theorie an, die von Weissenborn (2000) in einem Übersichtsartikel zusammengefasst wird. Im Störungsbild des kompensierten Dysgrammatismus:kompensierterDysgrammatismus (Siegmüller 2012) wird im Patholinguistischen Ansatz PLAN und seinem Folgeansatz THESES (Siegmüller & Ringmann 2013) der Dysgrammatismus in ein Störungsbild mit offenem Symptom der (i. d. R. unflektierten) Verbendstellung:DysgrammatismusVerbendstellung und eines mit kompensierter Symptomatik unterschieden. Diese Kinder weisen eine nur geringe Flexibilität in der Satzstruktur auf und reduzieren ihre Satzproduktion auf kurze Sätze mit der Struktur Subjekt-Prädikat-Objekt. In Übereinstimmung mit anderen genuinen V2-Sprachen wie Holländisch oder Schwedisch kann diese „Starrheit“ ebenfalls als therapiewürdiges Störungsbild betrachtet werden (Platzack 2001), das eine eigene Therapiekonzeption benötigt.
Übereinstimmung zwischen den Ansätzen von Siegmüller & Kauschke (2006) und Motsch (2010) besteht darüber, in welchen Therapieinhalte:morphologischemorphologischen Kategorisierungen therapiewürdige Symptome entstehen können: Tempus-, Numerus- und Genusmarkierung, dazu Kasus und Verbflexion. Die Gewichtung jeder morphologischen Markierung variiert jedoch nicht nur pro Patient, sondern auch je nach theoretischem Rahmen.
Bei der Therapie von grammatischen Störungen und der Auswahl relevanter grammatische Störungen:und andere SprachebenenTherapieinhalte sind beschriebene Zusammenhänge zwischen der grammatischen Ebene und anderen Sprachebenen (Motsch 2010, Siegmüller & Kauschke 2006) zu berücksichtigen. Es handelt sich dabei um Bootstrapping-Bootstrapping-ProzesseProzesse, die sowohl in eine Richtung als auch bidirektional sein können (z. B. Christophe, Millotte, Bernal & Lidz 2008). Syntaktisch gesehen scheint vor allem die Schnittstelle zur Ebene Lexikon-Semantik grammatische Störungen:und Lexikon-Semantik-Ebenerelevant zu sein. Darunter ist zu verstehen, dass einem Kind genügend Wörter und Informationen zu den Wortarten zur Verfügung stehen müssen, damit es dieses sprachliche Material auf der nächst höheren Ebene, in diesem Fall der grammatische Störungen:und SyntaxSyntax, nutzen kann (Motsch 2010; Cholewa & Mantey 2006; Siegmüller & Kauschke 2006). Eine Schlüsselrolle in der syntaktischen und morphologischen Ausgestaltung von Sätzen spielen hierbei zum einen die Verben mit ihren syntaktischen Eigenschaften, der sog. ArgumentstrukturArgumentstruktur (Siegmüller & Kauschke 2006; Kauschke 2002). Zum anderen stellen die FunktionswörterFunktionswörter eine wichtige Basisfähigkeit dar. Zu den frühen Funktionswortarten gehören vor allem Pronomen (Personalpronomen: ich, du; Fragepronomen: wer, was, aber auch Demonstrativpronomen: der, die und das: Da geht der hin). Die Wichtigkeit von Funktionswörtern als Informationseinheiten für die Syntax wird in der jüngeren Forschung immer deutlicher (Bittner & Siegmüller 2013, i. V.). Das Modell, in dem diese Informationsbeziehung diskutiert wird, ist das lexikalische Bootstrapping (Christophe et al. 2008).
Die zuletzt geführten Überlegungen sind Zeichen dafür, dass die Grammatikentwicklung und die entstehenden Störungen nicht mehr so isoliert gesehen werden, wie dies vielleicht noch in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren der Fall war. Mit zunehmender Forschung im ungestörten Spracherwerb zeigt sich immer mehr die Vielschichtigkeit der Information, die die sprachlichen Ebenen füreinander vorhalten (für ein solches Modell siehe z. B. Jordens 2012). Dies macht die langfristige Konzeption einer guten und am Kind orientierten Therapie mit sinnvoll aufeinander aufbauenden Therapiezielen noch anspruchsvoller, als sie sowieso schon immer erschien (Fletcher 2009). Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Orientierung an einem transparenten und haltbaren theoretischen Rahmen wesentlich (Duchan 2004).
Auch die grammatische Störungen:und MorphologieMorphologie bedient sich Informationen aus anderen Ebenen. Hier kann die Kombination aus prosodisch-phonologischen und lexikalischen Fähigkeiten die Entwicklung der Morphologie unterstützen (Motsch 2010; Kauschke & Domahs 2012).
Wie stark ein Therapieverfahren für grammatische Störungengrammatische Störungen:Therapieansatz/-ansätze von seinem theoretischen Rahmen abhängig ist, sollte in diesem Abschnitt dargestellt werden. Ohne die Kenntnis des theoretischen Rahmens wird ein Therapieansatz unverständlich und vielfach unsystematisch wirken. Auch Versuche, Ansätze in der Anwendung zu vermischen, sind in der Regel nur so lange sinnvoll, wie sie ohne ihren theoretischen Rahmen angewendet werden. Im Folgenden werden die gängigen Therapieverfahren im Deutschen zusammengefasst und auf ihre Evidenzlage untersucht. Dabei gilt es zu bedenken, dass sich sowohl die Konzeption jedes Ansatzes als auch die Bemühungen, Evidenzen zu erheben, stets im gewählten theoretischen Rahmen bewegen. Dies kann Therapieeffekte, Erhebungsmethoden und Interpretationen beeinflussen.

Überblick über Therapieansätze in Deutschland

Nachfolgend wird ein Überblick über Therapieansätze zur Behandlung grammatischer Störungengrammatische Störungen:Therapieansatz/-ansätze in Deutschland gegeben. Sie beschränken sich auf die für dieses Handbuch relevante Altersgruppe von Kindern zwischen 3;0 und 4;11 Jahren und sind somit nicht vollständig. Die Reihenfolge ist chronologisch nach ihrem Publikationsjahr gewählt.

Entwicklungsproximale Therapie – Dannenbauer

Die von Dannenbauer konzipierte „entwicklungsproximale entwicklungsproximale Therapie:nach DannenbauerTherapie“ besteht seit 1983 und ist damit der älteste, heute noch regelmäßig gebrauchte Therapieansatz für grammatische grammatische Störungen:entwicklungsproximale Therapie (Dannenbauer)Störungen der Kindersprache. Er richtet sich gegen verschulte, übende Therapiekonzepte, die die Prozesshaftigkeit des kindlichen Spracherwerbs missachten. Dies führt Dannenbauer – in Einklang mit seinem theoretischen Hintergrund, der im Interaktionismus verortet werden kann – zu naturalistischen Therapiemethoden (vgl. das Klassifikationssystem von McLean & Woods Cripe 1997 oder Paul 2007). Unter Dannenbauers starkem Einfluss auf die Methodenverwendung in der deutschen Sprachtherapie erfolgte eine wesentlich stärkere Abwendung von übenden und drillenden Methoden (Paul 2007) als etwa im angloamerikanischen Raum.
Im interaktionistischer Therapieansatzinteraktionistischen Ansatz wird die Therapeuten-Patienten-Beziehung als unverzichtbare Grundlage angesehen (Haffner 1995), aus der heraus sich alles Weitere entwickelt. Die Therapeutin erhält die Möglichkeit, die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Kindes wahrzunehmen und zu reflektieren. Darüber hinaus basiert der Ansatz auf dem ModelllernenModelllernen, dem Modellieren (Dannenbauer 2003; Haffner 1995), als dessen Wirkungsbasis die gute Beziehung zwischen Kind und Therapeut(in) angesehen wird. Auf Grundlage der diagnostischen Befunde und Beobachtungen werden die grammatischen Defizite des Kindes und das entsprechende Entwicklungsniveau herausgestellt. Die sich hieraus ergebenden therapierelevanten Lernziele stellen dann eine Voraussetzung und einen Auslöser für weitere grammatische Strukturen dar (Hansen 1996).
In den von Dannenbauer definierten ModellierungstechnikenModellierungstechniken für die Grammatiktherapie:ModellierungstechnikenGrammatiktherapie sind die rezeptive und die produktive Arbeit gleichwertig kombiniert. Solange das Kind noch keine Produktionsversuche der avisierten Zielstruktur unternimmt, steht die rezeptive Arbeit an den grammatischen Fähigkeiten im Vordergrund. Ziel ist es, durch das Sprachmodell gezielt auf die internen Prozesse der kindlichen Sprachverarbeitung einzuwirken und den Grammatikerwerb dadurch zu stimulieren.
Der in der Therapie angebotene Input:in Handlungs- und InteraktionssituationenInput wird auf das Angebot der jeweiligen ZielstrukturenZielstrukturen:Input begrenzt und spezifiziert (ohne dass die InputspezifizierungInputspezifizierung [wie z. B. in Siegmüller & Kauschke 2006] als eigene Methode beschrieben wird). Dieses gezielte sprachliche Angebot wird vom Therapeuten in kindgerechten und lebensnahen Handlungs- und Interaktionssituationen immer wieder präsentiert (Dannenbauer 2003). Die Auswahl orientiert sich an den jeweiligen Interessen und dem Entwicklungsstand des Kindes und ist vom Kind aktiv (mit) zu gestalten.
Diese Verbindung zwischen Situation und Modellierung soll es dem Kind ermöglichen, die Zielstruktur sinnhaft, kontrastiv und hoch frequent zu verarbeiten. Die Strukturen werden somit in erheblich höherem Maße präsentiert, als dies im natürlichen Spracherwerb der Fall ist (Haffner 1995), um auf diese Weise die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass das dysgrammatische Kind mit seinen eingeschränkten Verarbeitungskapazitäten die Zielstrukturen wahrnehmen Zielstrukturen:wahrnehmenund dadurch eigene Lernprozesse aktivieren kann. Gleichzeitig werden dem Kind durch den Einsatz der Modellierungstechniken Möglichkeiten gezeigt, wie es in der konkreten Interaktion die jeweils angebotene Struktur generieren kann.
Bei den Modellierungstechniken:vorangehendeModellierungstechniken unterscheidet man zwischen Techniken, die der kindlichen Äußerung vorangehen oder ihr nachfolgen (Dannenbauer 2007, 2003; Haffner 1995, Dannenbauer & Kotten-Sederqvist 1990). Zu den vorangehenden Techniken zählen die Präsentation, das Parallelsprechen, die linguistische Markierung und Alternativfragen. Diese werden in späteren Therapieansätzen wie der Kontextoptimierung als „Stimulierungstechniken für sprachliche Aktionen“ bezeichnet (Motsch 2010) und sind dementsprechend Gesprächsinitiativen, die der Therapeut ergreift (Kannengieser 2009). Die Expansion, die Umformung, das korrektive Feedback, die modellierte Selbstkorrektur und die Extension zählen zu den nachfolgenden Modellierungstechniken:nachfolgendeModellierungstechniken (vgl. Haffner 1995) und erfolgen nicht primär zur Stimulierung, sondern als spiegelnde Reaktion oder Antwort auf eine kindliche Äußerung.
Eine Produktion wird in keiner der Handlungssituationen direkt vom Kind gefordert. Dennoch ergeben sich in der Interaktion dialogische Prozesse (Dannenbauer 2003), in denen sowohl der Therapeut als auch das Kind ZielstrukturenZielstrukturen:produzieren produzieren, die im Sinne eines „dialogischen Einübens“ (Dannenbauer 2003: 169) gefestigt werden.
Die Wirksamkeit des Ansatzes wurde in mehreren Studien untersucht (zu den Ergebnissen Kap. 10.5.4).

Inputtherapie – Penner & Kölliker Funk

Die Inputtherapie:nach Penner & Kölliker FunkInputtherapie versteht sich als strikt entwicklungsproximaler Ansatz zur Therapie grammatischer grammatische Störungen:InputtherapieStörungen und wurde 1998 publiziert (Penner & Kölliker Funk 1998). Ein entsprechendes Diagnostikprogramm, maßgeblich für das Schweizerdeutsche, entstand im gleichen Zeitraum (Penner 1995, 1999). Der Begriff der Grammatik umfasst bei Penner & Kölliker Funk ausschließlich die syntaktischen Bereiche, wie das Verstehen und die Produktion von Hauptsätzen, Nebensätzen und W-Fragen (Penner & Kölliker Funk 1998). Nach der Grundannahme des Ansatzes stagnieren dysgrammatische Kinder in einer bestimmten Phase ihrer Grammatikentwicklung:StagnationenGrammatikentwicklung, d. h. dass sich kein Entwicklungspotenzial mehr zeigt (Leonard 1998). Penner & Kölliker Funk nehmen an, dass Bootstrapping-Strategien immer dann vermehrt zu Stagnationen führen, wenn mehr als eine sprachliche Ebene in die Informationsvermittlung involviert ist (multimodales Bootstrapping:multimodalesBootstrapping). Aus der Diagnostik dieser Stagnationspunkte:GrammatikentwicklungStagnationspunkte ergibt sich das Therapieziel: In der Therapie geht es darum, die Stagnationspunkte durch das gezielte Angebot eines entwicklungsauslösenden Inputs aufzuweichen, um das Bootstrapping zu reaktivieren. Die Autoren sprechen von der Präsentation eines „Bündels von grammatischen“ Strukturen im Input (Penner & Kölliker Funk 1998: 17). Für die Vermittlung des gezielten sprachlichen Angebots empfehlen sie, Texte zu Bilderbüchern und Bildgeschichten umzuformulieren. Das Kind hat in der Therapie die Rolle des aktiven Zuhörers. Es soll die eindeutigen, hochfrequenten ZielstrukturenZielstrukturen:Inputtherapie im Input wahrnehmen, um diese für die Reorganisation seines grammatischen Systems zu nutzen.
Das heißt, obwohl Penner & Kölliker Funk die gleiche Methode – InputspezifizierungInputspezifizierung – verwenden wie Dannenbauer, wird sie von ihnen anders ausgelegt: Während Dannenbauer die Wirkung der Methode vom natürlichen Kontext abhängig macht, präsentieren Penner & Kölliker Funk den Input in Situationen, in denen nur wenig aktive Interaktion vom Kind gefordert wird.
Die Inputstrukturen werden dem Kind innerhalb der Therapie, in Abhängigkeit von seiner Aufmerksamkeitsspanne, zweimal über je 5–10 Minuten angeboten, wobei die sprachlichen Merkmale in den Sequenzen gleich bleiben. Die übrige Interventionszeit kann u. a. für Freispiel, Symbolspiel oder kommunikative Spiele genutzt werden (Kölliker Funk 1998). Um die Häufigkeit des Inputs noch weiter zu erhöhen, empfehlen die Autoren, die Inputgeschichten aufzunehmen, damit die Kinder sie zu Hause erneut hören können. An einen ca. halbjährigen Zeitraum der Intervention sollte sich ein Zeitraum ohne Inputtherapie anschließen, an dessen Ende eine Nachkontrolle steht. Erst dann ist der Therapieeffekt sichtbar.
Kölliker Funk (1998) evaluierte an zwei Einzelfällen die Therapiemethode (Ergebnisse Kap. 10.5.3).

Therapie des Dysgrammatismus – Kruse

Kruses Dysgrammatismustherapie:nach KruseAnsatz grammatische Störungen:Therapieansatz/-ansätzewurde 2002 publiziert. Das Hauptanliegen ist es, die grammatische Entwicklung des Kindes in die kindliche Gesamtentwicklung einzubetten. In ihren theoretischen Grundlagen bezieht sich Kruse (2000) auf die Natürlichkeitstheorie:Dysgrammatismustherapie (Kruse)Natürlichkeitstheorie (Leiss 1992). Von zentraler Bedeutung ist dabei u. a. die Fähigkeit zur DezentrierungDezentrierung bzw. zum PerspektivenwechselPerspektivenwechsel. Darunter versteht man die Fähigkeit, andere Personen als eigenständig handelnd und eine eigene Perspektive einnehmend wahrzunehmen. Die Dezentrierung vom eigenen Sprecherstandort bildet demnach die Voraussetzung, um bestimmte grammatische Kategorien, wie z. B. das Perfekt oder die Verbflexion, zu erwerben. Ziel der Therapie ist es, sowohl den Distanzierungsprozess als auch die Erkenntnis zum Perspektivenwechsel beim Kind anzubahnen und zu festigen. Die relevanten Ziele werden dabei aus den Entwicklungsphasen von Clahsen (1988) abgeleitet. Neben Fortschritten in der Grammatikentwicklung:und DezentrierungsentwicklungGrammatikentwicklung pro Phase formuliert Kruse Fortschritte in der Dezentrierungsentwicklung. Die erforderlichen Strukturen der jeweiligen Phase, die in der gemeinsamen Interaktion bzw. in gemeinsamen (Spiel-)Handlungen mit dem Kind vermittelt werden, bilden die Voraussetzung für das Gelingen der Therapie, da Handlungen als Grundlage für den Aufbau sprachlichen Wissens verstanden werden (Kruse 2000). In der strukturierten Situation erfolgt das eindeutige sprachliche Angebot (Input:in strukturierten SituationenInput) der Therapeutin an das Kind. Zu Beginn der Therapie hat die Therapeutin einen höheren Sprecheranteil, wobei darauf zu achten ist, dass das Kind dadurch nicht in eine passive Rolle gedrängt wird. Fehlerhafte Produktionen des Kindes während des gemeinsamen Spiels werden von der Therapeutin verbessert.
Kruse verwendet die ModellierungstechnikenModellierungstechniken im natürlichen Kontext in einer Art und Weise, die Dannenbauers Gedanken weitgehend entspricht. In der Konzeption der ZielstrukturenZielstrukturen:Input orientiert sie sich jedoch an anderen Prinzipien. Kruse hält es für wichtig, nur die grammatische Kategorie im sprachlichen Angebot (Input) zu fixieren, die beim Kind aufgebaut werden soll. Im Bereich der Syntax empfiehlt sie die Verwendung von zunächst starren Satzmuster:starreSatzmustern, wohingegen das Angebot von flexiblen Satzstrukturen kontraproduktiv sei (Kruse 2000). Hierin unterscheidet sie sich von Dannenbauer und steht auch im Kontrast zu später entwickelten Ansätzen, wie z. B. der patholinguistischen Therapie.
Wirksamkeitsstudien, die das Konzept evaluieren und dessen Effektivität überprüfen, liegen nach derzeitigem Stand nicht vor.

Kontextoptimierung – Motsch

Die Kontextoptimierung:nach MotschKontextoptimierung wurde 2004 erstmalig als Gesamtkonzept publiziert (Motsch 2004). Sie versteht sich als integrativer Ansatz, welcher auf bis dato vorhandenen Konzepten und den damit verbundenen Erfahrungen aufbaut. Diese umfassten vor allem die Modellierungstechniken (Dannenbauer 1994) und die psycholinguistische Therapie (Hansen 1996) sowie übungsbetonte ältere Ansätze. Aus der kritischen Reflexion hinsichtlich der Stärken und Schwächen dieser Ansätze und durch Hinzufügung neuer spezifischer Merkmale und Therapiemethoden entstand das neue Konzept. Die Kontextoptimierung ist der erste Ansatz zur Therapie grammatischer grammatische Störungen:KontextoptimierungStörungen in Deutschland, der im Rahmen eines therapeutisch orientierten Forschungsprojekts (1999–2009) entwickelt grammatische Störungen:Forschungsprojekt zur Therapiewurde. Dabei konnten die zum momentanen Zeitpunkt einzigen Belege erbracht werden, die den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin entsprechen. Mit dem Ansatz wird vordringlich an den Zielen Verbzweitstellung im Hauptsatz, Subjekt-Verb-Kongruenz, komplexe Syntax sowie Kasusmarkierungen gearbeitet.
Hauptanliegen ist es, dass Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen:KontextoptimierungSprachentwicklungsstörungen den Lernkontext der Therapiesituation effektiver zum Erreichen der Ziele nutzen können. Der Begriff Kontext bezieht sich demnach auf die konkrete Lernsituation, die veränderbare und planbare Elemente wie z. B. das angebotene Sprachmaterial oder die geplante Spiel- bzw. Handlungssituation enthält. Durch die Optimierung des Kontextoptimierung:AufmerksamkeitslenkungKontextes soll die AufmerksamkeitslenkungAufmerksamkeit des Kindes auf die kritischen Merkmale der jeweils zu erarbeitenden ZielstrukturZielstrukturen:Kontextoptimierung gelenkt werden, um dadurch die Verarbeitungswahrscheinlichkeit für diese Struktur zu erhöhen. Die vorher für das Kind bedeutungslosen formalen Aspekte von Sprache werden so in den Fokus gerückt und konkreter wahrnehmbar. Um dies zu erreichen, arbeitet der Ansatz mit drei grundlegenden Prinzipien, die allgemein gelten, aber im Hinblick auf die Erarbeitung eines spezifischen Ziels jeweils konkretisiert werden:
  • 1.

    Ursachenorientierung bedeutet, dass die angenommenen UrsachenorientierungUrsachen Kontextoptimierung:Ursachenorientierungfür grammatische grammatische Störungen:UrsachenorientierungStörungen, wie Einschränkungen im phonologischen Arbeitsgedächtnis oder der phonologischen Bewusstheit, die die Planung und Strukturierung des Kontextes beeinflussen können, berücksichtigt werden. So soll z. B. das reduzierte Angebot einer Zielstruktur oder das Ausschalten von sprachlichen Ablenkern dazu beitragen, die eingeschränkte auditive Verarbeitungskapazität des Kindes zu unterstützen.

  • 2.

    RessourcenorientierungRessourcenorientierung: Vorhandene Reserven sollen beim Kind Kontextoptimierung:Ressourcenorientierungkompensatorisch nutzbar gemacht werden, um sein grammatisches Lernen zu fördern. Zu diesem Zweck werden z. B. verschiedene Wahrnehmungskanäle und Modalitäten in die Therapie mit einbezogen.

  • 3.

    Modalitätenwechsel: Unterschiedliche Kontextoptimierung:ModalitätenwechselMethoden und ModalitätenwechselModalitäten kommen bei der Förderung der Rezeption, der Produktion und der Reflexion zum Einsatz. In der Startphase der Therapie setzt Motsch auf eine starke Aktivität („Kick-Kick-offoff“ genannt). Hiermit sollen die VerbzweitstellungVerbzweitstellung und die Subjekt-Verb-Subjekt-Verb-KongruenzKongruenz fokussiert und alle drei Prinzipien umgesetzt werden. Dies bringt dem Kind auf anschauliche, verständliche und handlungsorientierte Weise die Zielstruktur der nächsten Stunden näher.

„Die konsequente Durchführung dieses Startschusses hat sich dabei als einer der wesentlichen Wirkfaktoren eines effizienten […] Therapieerfolgs herausgestellt“ (Motsch 2010: 106).
Als Ergebnis sollen sich Verbesserungen beim Erwerb von syntaktischen und morphologischen Regeln zeigen (Studien zur Evidenzbasierung der Kontextoptimierung Kap. 10.5.1).

Duogramm – Schlag

Das 2004 publizierte grammatische Störungen:Duogramm-Therapieansatz (Schlag)Duogramm-Therapieansatz (Schlag)Duogramm (Schlag 2004) ist die Umsetzung einer grammatischen Minimalpaartherapie:grammatischeMinimalpaartherapie und für Kinder ab dem 3. Lebensjahr geeignet, die eine Störung auf der morphologisch-syntaktischen Ebene zeigen. Die Auswahl der therapierelevanten Inhalte orientiert sich entwicklungslogisch und am Alter des Kindes. Berücksichtigung finden folgende Bereiche: Erwerb der VerbzweitstellungVerbzweitstellung im Hauptsatz (Erwerb der Verbposition, Flexibilisierung von Satzstrukturen), Subjekt-Verb-Subjekt-Verb-KongruenzKongruenz, Artikeleinsetzung/Genus, Kasus, Plural und Tempus (Schlag 2008). Mit Hilfe von Minimalpaaren sollen die betroffenen Kinder ein Verständnis für bedeutungsunterscheidende und -tragende grammatische Merkmale entwickeln. Durch die gezielte Auswahl solcher Minimalpaare kann zwischen zwei sprachlichen Strukturen ein Kontraste:MinimalpaareKontrast hergestellt werden, der eine erwerbsauslösende Funktion erhält. Das bedeutet, dass das Kind durch die bewusste Gegenüberstellung von zwei Strukturen deren minimalen Unterschied wahrnehmen und daraus ein morphologisches oder syntaktisches Merkmal ableiten soll. Durch die kontrastive Gegenüberstellung von Sätzen mit Subjekten oder Objekten im Vorfeld soll z. B. die Möglichkeit der flexiblen Vorfeldbesetzung im Deutschen verdeutlicht werden. Neben der Arbeit mit Minimalpaaren wird an geeigneter Stelle, ähnlich wie in der Inputtherapie (Penner & Kölliker Funk 1998) und der patholinguistischen Therapie (Siegmüller & Kauschke 2006), auch mit unbewusst entwicklungsauslösenden Elementen/entwicklungsauslösende Informationen:Elemente/Trigger, unbewussteTriggern gearbeitet.
Im Vordergrund des Duogramms steht die rezeptive Therapie, um dem Kind die Möglichkeit zu geben, die ZielstrukturZielstrukturen:rezeptive Therapie (Duogramm) im Kontrast verstärkt wahrzunehmen. Dass meist nur mit 1–2 Minimalpaaren gearbeitet wird, hat einige zu der Einschätzung veranlasst, das Duogramm sei eher als ergänzende Komponente in der Therapie grammatischer Störungen und nicht als vollständige Therapie zu nutzen (Kannengieser 2009).
Wirksamkeits- oder Evaluationsstudien zu diesem Ansatz liegen zum momentanen Zeitpunkt nicht vor.

Patholinguistischer Therapieansatz (PLAN) – Kauschke & Siegmüller

Kongruent patholinguistischer Therapieansatz:von Kauschke & Siegmüller“\t“Siehe PLANzu den anderen sprachlichen Ebenen finden sich im PLAN (Patholinguistischer Therapieansatz)PLAN auch Therapiebereiche auf der grammatische Störungen:PLANgrammatischen Ebene.
Von den generellen Therapieprinzipien des PLAN PLAN (Patholinguistischer Therapieansatz):Methoden, direkte und indirektespielt das Prinzip der Methodenvielfalt, d. h. dass sowohl indirekte (InputspezifizierungInputspezifizierung, Modellierung, einfache Übung) als auch direkte Methoden (Übungen, Kontrastierung und Metasprache) in der Therapie kombiniert werden, eine wichtige Rolle (vgl. Kauschke & Siegmüller 2006). Der Fokus für die Therapie im syntaktischen Bereich liegt auf den rezeptiv einwirkenden Methoden wie Inputspezifizierung, während im morphologischen Bereich eine wesentlich stärker produktionsbetonte Therapie dargestellt wird (Kauschke & Siegmüller 2012).
PLAN gibt keinen einheitlichen Therapieeinstieg für die betroffenen Kinder vor, sondern beschreibt verschiedene Einstiegsmöglichkeiten, die sich an der Symptomatik des Kindes zum Zeitpunkt der Diagnostik orientieren sollen. Korrespondierend zum Therapiebereich, in den der Einstieg führt, wird ein Zielbereich angegeben, der auf das von der Therapeutin für das jeweilige Kind erkannte Therapieziel abbildbar sein sollte.
Syntaktische Therapiebereiche PLAN (Patholinguistischer Therapieansatz):syntaktische Therapiebereichebeziehen sich auf den Aufbau von Wortkombinationen und vor allem auf den Erwerb der VerbzweitstellungVerbzweitstellung im deutschen Hauptsatz.
  • Der Therapiebereich „Aufbau und Erweiterung von Satzstrukturen:Aufbau und ErweiterungSatzstrukturen“ richtet sich an Kinder, die in der unflektierten Verbendstellung verharren. Hier besteht das Ziel darin, die Verbzweitstellung auszulösen und dabei die Mehrschrittigkeit des Verbzweitstellungserwerbs nachzuvollziehen. Zunächst verarbeitet das Kind also rezeptiv die Besetzung des Satzvorfeldes. Danach folgt die VerbbewegungVerbbewegung des finiten Verbs an die zweite Position im Hauptsatz, wobei das Vorfeld jetzt meistens durch das Subjekt realisiert wird. Dem folgt die Verwendung von flexiblen Satzstrukturen wie Nebensätzen und Fragen. Zur Auslösung der Verbbewegung wird in der rezeptiven Phase der Therapie meist mit entwicklungsauslösenden entwicklungsauslösende InformationenInformationen (expletive Elemente, Penner & Kölliker Funk 1998) gearbeitet.

  • Für Kinder mit kompensiertem Störungsbild erfolgt die Behandlung im Therapiebereich „Korrektur und Flexibilisierung von Satzstrukturen:Korrektur und FlexibilisierungSatzstrukturen“. Auch hier besteht das Ziel, die Verbzweitstellung zu erwerben, im Arbeitsprozess werden aber falsch erworbene Muster wie die flektierte Verbendstellung oder die starre Satzstruktur mit dem Verharren auf der Subjekt-Prädikat-Objekt-Struktur berichtigt. Ziel ist somit die Flexibilisierung des Satzvorfeldes. Die Therapie ist wesentlich direkter strukturiert als in der Therapie der Verbendstellung. Es erfolgt i. d. R. eine intensive Arbeit mit Methoden wie Metasprache, Übungen und Kontrastierungen.

Den Einstieg in die morphologische Therapie PLAN (Patholinguistischer Therapieansatz):morphologische Therapiebereichefindet man erst anschließend an die der syntaktischen Störungen: In der patholinguistischen Therapie geht die Entwicklung der Syntax der der Morphologie voran. Der Therapiebereich heißt „Aufbau und Festigung morphologischer morphologische Markierungen:Aufbau und FestigungMarkierungen“. Auf der Ebene der Übungsbereiche sind die verschiedenen symptomtragenden morphologischen Kategorien mit ihrer Therapie dargestellt. Dabei bedient sich der patholinguistische Ansatz u. a. des Entwicklungsmodells von Pinker (1999, 2000), dem sog. dualistischen Modell, aus dem ein stringenter Therapieprozess für die verschiedenen morphologischen Bereiche abgeleitet wurde.
Watermeyer & Kauschke (2009) haben die Wirksamkeit des Ansatzes im Bereich der syntaktischen Therapie untersucht. Darüber hinaus wird im DYSTEL-Projekt der Verbzweitstellungserwerb auf der Basis des patholinguistischen Ansatzes untersucht (Neumann & Siegmüller 2013; Siegmüller 2013). Die Ergebnisse sind in Kapitel 10.5.2 dargestellt.

Untersuchungen zur Effektivität/Wirksamkeit logopädischer Interventionen

In den letzten logopädische Interventionen:Untersuchungen zur Effektivität/WirksamkeitJahren werden die Forderungen nach effektiven bzw. evidenzbasierten Ansätzen auch in der Logopädie immer stärker. Suchodoletz (2002) betont, dass eine Behandlung nur dann den Vorgaben des Sozialgesetzbuches entspricht, wenn der Nutzen für die Zielgruppe nachgewiesen wurde. Dabei ist neben dem Nachweis eines allgemeinen Zusammenhangs zwischen Intervention und Wirkungseintritt auch ein spezifischer Effekt der speziellen Methode zu erbringen (Suchodoletz 2002). Zum heutigen Zeitpunkt ist das Wissen über die Effektivität logopädischer Therapieansätze jedoch noch sehr spärlich (u. a. Beushausen & Grötzbach 2011; Motsch 2010; Watermeyer & Kauschke 2009). Hinzu kommt, dass die meisten veröffentlichten Studien den unteren Rängen der Evidenzhierarchie (Oxford Centre for Evidence-based Medicine 2009) entsprechen und somit in ihrer Aussagekraft und Generalisierbarkeit eingeschränkt sind.

Überblick über Studien zur Untersuchung der Effektivität im Deutschen

Bei den nachfolgend dargestellten deutschsprachigen Studien zur Untersuchung der Effektivitätsstudien:im DeutschenEffektivität handelt es sich, bis auf die Studien von Motsch (2010), um Einzelfallstudien:EvidenzhierarchieEinzelfallstudien, die der unteren Stufe der Evidenzhierarchie (Stufe IV) zuzuordnen sind (Sackett, Richardson, Rosenberg & Haynes 1997). Trotz der somit eingeschränkten Generalisierbarkeit der vorliegenden Studienergebnisse leisten sie erste Beiträge zur Untersuchung der Wirksamkeit ihres jeweiligen Ansatzes. Bei der Bewertung der Studien in diesem Kapitel sollen auch die unterschiedlichen Evidenzniveaus in den Einzelfallstudien dargestellt werden. Als Grundlage für diese Bewertung gibt es vor allem im englischsprachigen Raum eine Vielzahl von Hierarchiestufen (z. B. Hartley, Voss Horrell & MacLean 2007). Da diese zumeist jedoch für die Beurteilung von Studien höheren Evidenzhierarchien konzipiert wurden, sind die nachfolgend zusammengestellten Bewertungsparameter (Tab. 10.1) aus vorhandenen Checklisten adaptiert und durch die von Motsch (2010) formulierten Fragen zur Beurteilung von Einzelfallstudien ergänzt worden.

Evidenzbasierung des Ansatzes Kontextoptimierung

Die nachfolgende Darstellung beschränkt sich auf zwei Interventionsstudien zum Erwerb der Verbzweitstellungs(regel)erwerb:InterventionsstudienVerbzweitstellung. Damit werden nicht alle Studien, die Motsch zur Evidenzbasierung:KontextoptimierungEvidenzbasierung der Kontextoptimierung:EvidenzbasierungKontextoptimierung durchführte, beschrieben.
Bei der ersten handelt es sich um eine randomisierte und kontrollierte Studie (zwei Zielgruppen und eine nichttherapierte Kontrollgruppe) mit Kontextoptimierung:StudienSchulkindern der 3. und 4. Klasse. Alle Kinder besuchten Sprachheilschulen.
  • Die erste Gruppe (n=14) erhielt eine kontextoptimierte Kleingruppentherapie von 40-minütiger Dauer, drei- bis viermal in der Woche, über insgesamt 12 Wochen.

  • Die zweite Gruppe (n=27) erhielt unterrichtsintegrierte Einheiten von je 15 Minuten, viermal in der Woche, ebenfalls über die Dauer von 12 Wochen.

  • Die Kontrollgruppe (n=20) erhielt eine sprachheilpädagogische Förderung ohne kontextoptimierte Therapie.

Nach Ablauf der Intervention erreichte der Großteil der Kinder der ersten und zweiten Gruppe das Therapieziel, wohingegen sich bei der Kontrollgruppe keine Verbesserungen einstellten. Auch in einem weiteren Posttest (3 Monate nach Abschluss der Intervention) zeigten sich konstant bessere Leistungen der beiden Experimentalgruppen gegenüber den gleich bleibenden Leistungen in der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse belegen somit eine Effektivität der angewendeten Methode.
Eine andere Kontextoptimierung:StudienStudie wurde mit 49 Vorschulkindern im Alter zwischen 4 und 6 Jahren in Luxemburg durchgeführt (Motsch & Schmidt 2009a, 2009b). Der Anteil der bilingualen Kinder lag bei ca. 50 %. Bei den Kindern bestand ein Therapiebedarf hinsichtlich des Erwerbs der Verbzweitstellung und der Subjekt-Verb-Kongruenz. Nach dem Vortest (T1), der sich aus der luxemburgischen Version des ESGRAF sowie Tests zur Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses und der nonverbalen kognitiven Fähigkeiten zusammensetzte, erfolgte die Zuordnung der Kinder zu zwei Experimental- und einer Kontrollgruppe:
  • Die erste Experimentalgruppe (n=15) erhielt vier kontextoptimierte Therapieeinheiten pro Woche über einen Zeitraum von zehn Wochen (T1–T3).

  • Die zweite Experimentalgruppe (n=17) erhielt ebenfalls diese Therapie, aber nur mit zwei Einheiten pro Woche.

  • Die Kinder in der Kontrollgruppe (n=17) bekamen Einzel- und Gruppentherapie mit herkömmlichen Methoden, wie Modellierungstechniken, Functional Patterns oder Satzmusterübungen, über einen Zeitraum von insgesamt sechs Monaten (T1–T4).

Alle Therapien erfolgten durch erfahrene SprachheillehrerInnen. Fünf Wochen nach dem Vortest (T1) und dem Beginn der Intervention wurden alle Kinder einem Zwischentest (T2) unterzogen. Darüber hinaus wurden die Fähigkeiten der Kinder unmittelbar nach dem Ende der Intervention, d. h. nach zehn Wochen, in einem Posttest (T3) erhoben. In einer Follow-up-Untersuchung (T4) wurde vier Monate nach T3 die Nachhaltigkeit der Ergebnisse überprüft.
Die Zwischen- und Posttests wurden verblindet durchgeführt. In den Posttests zeigten sich hochsignifikante Ergebnisse zugunsten der Interventionsgruppen. Zudem war ein Frequenzeffekt erkennbar, da die Kinder der ersten Experimentalgruppe, die viermal die Woche Therapie erhielten, signifikant schneller bessere Leistungen erzielten als die Kinder der zweiten Experimentalgruppe mit zweimal wöchentlicher Therapie. Die Ergebnisse belegen somit deutlich eine Wirksamkeit der Methode im Hinblick auf die beiden Therapieziele Verbzweitstellungs(regel)erwerb:Wirksamkeit der KontextoptimierungVerbzweitstellung und Subjekt-Verb-Subjekt-Verb-Kongruenz:Wirksamkeit der KontextoptimierungKongruenz.
Da die Studien ausschließlich im schulischen Setting durchgeführt wurden, ist ein 1:1-Übertrag auf die Situation in der ambulanten Sprachtherapie nicht möglich. Trotzdem geben die Studien starke Hinweise auf die Wirkung einer Therapie, die mehrmals pro Woche im Gruppensetting bei Kindern im Vor- und Grundschulalter stattfindet und dabei rezeptive und produktive Methoden mit metasprachlicher Reflexion verbindet. Bei dieser Form von Therapie wird die Spielhandlung mit dem Übungskontext verknüpft. Zudem zeigt sich ein TherapiefrequenzeffektTherapiefrequenzeffekt, d. h. eine Abhängigkeit der Wirksamkeit davon, wie rasch die Therapieeinheiten aufeinanderfolgen.

Studien zur Effektivität des Patholinguistischen Therapieansatzes (PLAN)

Die Grammatiktherapie Effektivitätsstudien:zum PLANnach dem Patholinguistischen Therapieansatz (PLAN)PLAN (Patholinguistischer Therapieansatz):Effektivität der Grammatiktherapie von Siegmüller & Kauschke wurde bisher in zwei Einzelfallstudien:Grammatiktherapie nach PLANEinzelfallstudien untersucht. In der jüngeren Studie (Siegmüller 2013) wird von der Machbarkeitsphase eines Projekts berichtet, das noch weiterläuft, sodass der Datenpool sich in Zukunft vergrößern sollte.
In der ersten Studie untersuchten Watermeyer & Kauschke (2009) bei zwei Vorschulkindern den Erwerb der Verbzweitstellungs(regel)erwerb:nach PLANVerbzweitstellungsregel nach dem PLAN. Beide Kinder zeigten vor Beginn der Therapie das Symptom der anhaltenden Verbendstellung im Hauptsatz. Das Verb wurde in dieser Position jedoch bereits flektiert, was sich als kompensierter Dysgrammatismus:kompensierterDysgrammatismus klassifizieren lässt. Daher wurde sowohl bewusst als auch unbewusst und unter Einbeziehung metasprachlicher Anteile mit den Kindern gearbeitet. Ziel der spezifischen Syntaxtherapie war der vollständige und sichere Erwerb der Verbzweitstellung. Die Evaluation der Therapie erfolgte durch eine Vorher-Nachher-Testung mit Hilfe von SpontansprachprobenSpontansprachproben der Kinder sowie teilweise informellen Untersuchungen zum Verständnis und zur Produktion von W-Fragen und Objekttopikalisierungen. Bei beiden Kindern zeigten sich Verbesserungen der syntaktischen syntaktische Fähigkeiten:Verbesserung durch PLANFähigkeiten, wobei ein Kind stärker und schneller von der Therapie profitierte als das andere. So konnte der eine Proband nach 26 Sitzungen zwar seine Leistungen in den Tests verbessern, wies aber im Alter von 6;6 Jahren immer noch leichte Einschränkungen in der spontanen Satzproduktion auf. Das zweite Kind ließ bereits nach 10 Sitzungen (mit einer Frequenz von 2 Sitzungen/Tag alle zwei Wochen) deutliche Fortschritte im Bereich seiner syntaktischen Fähigkeiten erkennen. Auch wenn beide Kinder somit von der Therapie nach dem PLAN profitierten, gab es doch deutliche Unterschiede zwischen ihnen. Watermeyer & Kauschke (2009) führen diese Differenz im Leistungszuwachs auf den unterschiedlichen Entwicklungsstand der Kinder zu Beginn der Therapie zurück.
In der Einzelfallstudien:zu PLAN, BewertungStudie von Watermeyer & Kauschke (2009) sind sowohl die Probanden als auch die verwendete Methode genau beschrieben. Neben ausreichend anamnestischen Daten findet sich eine Darstellung der sprachlichen Symptome. Die Therapiemethode wurde sogar mit Beispielen zum besseren Verständnis illustriert. Ebenso wurden Dauer und Frequenz der jeweiligen Therapie angegeben, wobei die berufliche Position (Studentinnen oder Patholinguistinnen) der durchführenden Therapeutinnen unklar bleibt. Die Vorher-Nachher-Beurteilung der beiden Kinder erfolgte zum großen Teil mit informellen Tests und Spontansprachaufnahmen, was die Aussagekraft der hier erreichten Werte einschränkt, da Normwerte fehlen. Ebenso fehlt die Anwendung einer Einzelfallmethodik für die Auswertung. Eine Untersuchung der Nachhaltigkeit wurde nicht durchgeführt.
Die beschriebenen Behandlungseffekte, die sich u. a. in verbesserten Posttestergebnissen der beiden Kinder zeigen, bleiben damit relativ beschreibend subjektiv.
In der Studie von Siegmüller (2013) wird das DYSTEL-DYSTEL-ProjektProjekt vorgestellt (DYSTEL = Dysgrammatismustherapie:DYSTEL-ProjektDysgrammatismustherapie – Effektivität und DYSTEL (Dysgrammatismustherapie – Effektivität und Lernkurven)Lernkurven), das in einem mehrschrittigen Studienablauf die inputorientierte Therapie der Verbzweitstellung untersucht. Dabei ergänzt DYSTEL die im PLAN definierten Übungsbereiche um zwei weitere Etappen, die den Erwerb der VerbzweitstellungVerbzweitstellung in kleineren Schritten begleitbar machen sollen. Die bisher präsentierten Daten stammen aus der Machbarkeitsstudie und sind Einzelfallberichte. Nach der Einzelfallserie der MachbarkeitsstudieMachbarkeitsstudie (N=10) werden 2 Kinder der MachbarkeitsphaseMachbarkeitsphase exemplarisch vorgestellt. Beide Kinder erhalten eine strukturierte Therapie, die aus einer Inputspezifizierung in Kombination mit Freispielsituationen besteht. Die Therapie findet einmal pro Woche statt. Die Studie untersucht jedes Kind in einem Multiple-Baseline-Design mit ergänzendem Posttest. Jede Etappe, die im DYSTEL-Projekt formuliert wird, gilt als eigenständige Interventionsphase. Sie wird in der Baseline untersucht und fokussiert in der Therapie unterstützt. In den beiden vorgestellten Fällen konnte anhand des „Prozentsatzes überlappender Daten“ (PND) (Julius, Schlosser & Goetze 2000: 137) die Effektivität der Therapie bei beiden Kindern nachgewiesen werden. Dazu wurden die einzelnen Interventionsphasen mit der Baseline und den vorhergehenden Interventionsphasen verglichen. Alle formulierten Etappen erwiesen sich als effektiv.
Da das PLAN (Patholinguistischer Therapieansatz):und DYSTEL-ProjektDYSTEL-Projekt dem PLAN Etappen hinzufügt und ihn nicht ersetzt, werden durch das Projekt gleichzeitig die Übungsbereiche des Therapiebereichs „Aufbau und Erweiterung von Satzstrukturen“ aus dem PLAN DYSTEL-Projekt:und PLAN (Patholinguistischer Therapieansatz)als wirksam belegt. Bedenkt man die Ausführungen von van Suchodoletz (2002), so muss festgehalten werden, dass dieser Hinweis auf eine effektive Grammatiktherapie nur für eine aus Inputspezifizierung und Freispiel konzipierte Therapie gilt.
In dieser Studie wurde ein Therapiekonzept, das an einer Einzelfallserie erprobt werden soll, mit einem Design und einer Statistik aus der experimentellen Einzelfallmethodik kombiniert (Julius, Schlosser & Goetze 2000; Kazdin 2001). Die Ergebnisse sind stärker zu gewichten als in der Studie von Watermeyer & Kauschke (2009). In den beiden näher vorgestellten Fällen erwies sich die Therapie als effektiv, obwohl die Autorin einschränkt, dass der PND als eine schwache Form der Statistik nur für die Machbarkeitsstudie verwendet wird. Kontrollgruppen gibt es in diesem Stadium des DYSTEL-Projekts noch nicht.
Für die beiden exemplarischen Fälle sind Symptomatik und Diagnostik beschrieben, die anamnestischen Daten knapp gefasst. Auch der Ablauf der Therapie wird kürzer und mit weniger Beispielen beschrieben als in Watermeyer & Kauschke (2009). Deutlich werden dabei der Aufbau des Etappensystems und der Ablauf einer Therapiesitzung. Die Auswertung der Ergebnisse gibt Aufschluss über die mittlere Verweildauer aller Kinder in der Machbarkeitsphase. Hier deutet sich ein Vorteil der DYSTEL-Therapie gegenüber der anderen PLAN-Studie und auch gegenüber der Kontextoptimierung an, da die Kinder mit durchschnittlich 14,6 Sitzungen wesentlich schneller zum Ziel der Therapie gelangen als in den anderen beiden genannten Studien. Sollten sich die Ergebnisse im weiteren Projektverlauf bestätigen, könnte sich DYSTEL damit als effizientere Grammatiktherapie:DYSTEL-ProjektGrammatiktherapie als die bisher bestehenden erweisen.

Studien zur Effektivität der Inputtherapie

In ihrer Studie Effektivitätsstudien:zur Inputtherapiezur Durchführbarkeit und Wirksamkeit der Inputtherapie:WirksamkeitsstudieInputtherapie (Penner & Kölliker Funk 1998) untersuchte Kölliker Funk (1998) zwei Jungen mit Sprachentwicklungsstörungen:Inputtherapie(-Studie)Sprachentwicklungsstörungen, die zudem auch Einschränkungen in anderen Entwicklungsbereichen zeigten und demnach als SSES-Kinder beschrieben werden. Beide Kinder besuchten zum Interventionszeitpunkt einen Sprachheilkindergarten. Neben einer allgemein angesetzten Sprachförderung und logopädischen Therapie von mindestens 1 Stunde/Woche an 2–3 Tagen erhielten die Kinder eine gezielte Inputtherapie (zweimal wöchentlich je 30–40 Minuten) über die Dauer von drei Monaten. Ziel dieser Therapie war die eindeutige Vermittlung von grammatischen Informationen zur Verbstellung im Hauptsatz – durch den Input zu den relevanten grammatischen Strukturen, die für den Aufbau der VerbzweitstellungVerbzweitstellung benötigt werden. Tonband- und Videoaufnahmen beim Erzählen und Freispiel bildeten die Grundlage für die anschließende, sehr komplexe Auswertung der Daten. Beschränkt man sich hinsichtlich des angestrebten Ziels, dem Erwerb der Verbzweitstellung, auf den Teil der Auswertung, in dem der grammatische Entwicklungsstand der Kinder zu den unterschiedlichen Testzeitpunkten mit Hilfe der Analyse von Penner (1999) beurteilt wurde, zeigten sich bei beiden Kindern unterschiedliche Entwicklungsverläufe.
  • So wies ein Kind deutliche Fortschritte auf. Es konnte sich von der ersten auf die dritte Entwicklungsstufe des Grammatikerwerbs nach Penner verbessern. Wie im Konzept von Penner & Kölliker Funk vorgesehen, zeigt sich dieser Effekt erst im Follow-up, d. h. neun Monate nach der Intervention.

  • Das zweite Kind stagnierte hingegen auch nach der Intervention weiterhin. Eine Beschreibung seiner grammatischen Leistungen nach einem Kontrollzeitraum fehlt allerdings.

Hinsichtlich der Kriterien für die Bewertung von Einzelfallstudien:zur Inputtherapie, BewertungEinzelfallstudien lässt sich Folgendes sagen: Die teilnehmenden Kinder werden ausführlich hinsichtlich ihrer anamnestischen Daten und ihrer Entwicklung, sprachlich und allgemein, beschrieben. Eine Kontrollgruppe gab es nicht. Die angewandte Methode der Inputtherapie sowie die Dauer und Frequenz der Intervention werden beschrieben und begründet. Ebenso wird dargestellt, dass es sich bei der Therapeutin auch um die Untersucherin handelt, der somit sowohl die Planung als auch die Datenerhebung und -auswertung oblag. Kritisch diskutiert wird dies nicht. Unklar bleibt in der Darstellung, auf welche Inhalte sich die allgemeine logopädische Intervention und Sprachförderung der beiden Kinder im Kindergarten bezog und inwieweit diese einen Einfluss auf die Inputtherapie und deren Resultate ausübten. Die Ergebnisse für die Datenanalyse wurden zum großen Teil aus den Transkriptionen gewonnen, die diversen Analysen unterzogen wurden.
Insgesamt war der Behandlungseffekt nur bei einem der zwei Kinder zu beobachten. Unklar bleibt, ob dieses Kind im Zeitraum zwischen dem Abschluss der Studie und der Nachhaltigkeitsuntersuchung (neun Monate später) gar keine Therapie mehr oder weiterhin die logopädische Intervention und Förderung im Rahmen des Kindergartens erhielt. Die Beschreibung der quantitativen Daten erfolgte rein deskriptiv. Eine Schwierigkeit liegt insbesondere darin, dass sich die Follow-up-Ergebnisse auf eine Intervention beziehen sollen, die schon neun Monate zuvor abgeschlossen war. Dafür wäre an sich eine sichere Statistik notwendig. Insgesamt muss die Aussage dieser Studie als fraglich eingestuft werden.

Studien zur Effektivität des entwicklungsproximalen Ansatzes

Die Effektivität Effektivitätsstudien:zum entwicklungsproximalen Ansatzdes entwicklungsproximalen Ansatzes wurde in mehreren Einzelfallstudien:zur entwicklungsproximalen TherapieEinzelfallstudien überprüft. Die Ergebnisse sind nachfolgend dargestellt.
Dannenbauer & Kotten-Sederqvist (1990) untersuchten die Effektivität der entwicklungsproximalen entwicklungsproximale Therapie:EinzelfallstudienTherapie bei einem dysgrammatischen Jungen im Alter von 5;2 Jahren. Die mit Hilfe der computergestützten Profilanalyse, computergestützte (COPROF):dysgrammatische LeitsymptomeProfilanalyse (COPROF) von Clahsen & Hansen (1991) erhobenen Leitsymptome des Jungen waren eine anhaltende Verbendstellung und eine nicht vorhandene Subjekt-Verb-Kongruenz, die in engem Zusammenhang gesehen wurden. Das Ziel der Therapie bestand somit im Aufbau der Verbflexion, verbunden mit dem Abbau der Subjektauslassungen und dem Erwerb der Verbzweitposition. Die Intervention dauerte ein halbes Jahr und fand mit einer Intensität von 1–2 Stunden einmal pro Woche statt. Die im Anschluss an die Therapie erhobenen SpontansprachprobenSpontansprachproben wurden wiederum mit dem Entwicklungsprofil von Clahsen analysiert und mit den eingangs erhobenen Daten verglichen. In den Resultaten zeichneten sich deutliche Fortschritte im Bereich der grammatischen Entwicklung ab. Die vorherrschende Satzstruktur bestand nun aus Sätzen mit VerbzweitstellungVerbzweitstellung und korrekter Subjekt-Verb-Subjekt-Verb-KongruenzKongruenz. Lediglich 12 % der kindlichen Äußerungen beinhalteten noch eine inkorrekte Wortstellung. Neben spezifischen Fortschritten in den beübten Bereichen zeigte sich zudem eine allgemeine Verbesserung in der sprachlichen Entwicklung des Jungen.
Auch Haffner (1995) beschreibt in ihrer Einzelfalluntersuchung eines 10-jährigen Jungen, die sich allerdings über den Zeitraum von zwei Jahren erstreckte, positive Effekte der entwicklungsproximalen entwicklungsproximale Therapie:EinzelfallstudienEinzelfallstudien:zur entwicklungsproximalen TherapieTherapie. Neben Defiziten auf anderen sprachlichen Ebenen zeigten sich massive Einschränkungen im Bereich seiner grammatischen Fähigkeiten. Auch dieses Kind hatte vor der Intervention bereits vier Jahre sprachheilpädagogische Förderung ohne erkennbare Fortschritte im Bereich der Grammatik erhalten. Vorrangige Ziele der Intervention bei diesem Kind waren der Erwerb der VerbzweitstellungVerbzweitstellung sowie der Abbau von Subjektauslassungen und die korrekte Verwendung von Subjekten am Satzanfang. Nach zweijähriger Therapie (einmal wöchentlich je 45 Minuten) stellten sich bei dem Kind Verbesserungen hinsichtlich des Erwerbs der Verbzweitstellung ein. In der abschließenden Spontansprachanalyse waren 70 % seiner Äußerungen als korrekt zu werten, wohingegen zu Beginn der Intervention lediglich 16 % seiner Äußerungen unauffällig waren. Die Ergebnisse zeigen somit eine deutliche Verbesserung der grammatischen Fähigkeiten, allerdings mit einigen weiterhin inkonstanten Mustern.
Hansen (1996) untersuchte im Rahmen einer Langzeitstudie von einjähriger Dauer die Wirksamkeit des Ansatzes an vier dysgrammatischen Kindern (Einzelfallserie), die zu Beginn der Studie zwischen 6;1 und 6;11 Jahren alt waren. Vor der gezielten Intervention nach dem entwicklungsproximalen Ansatz befanden sich alle Kinder bereits über einen mehrjährigen Zeitraum in sprachtherapeutischer Behandlung, die jedoch keine Verbesserung der dysgrammatischen Symptome brachte. Zu Beginn der Studie wurde bei allen Kindern Profilanalyse, computergestützte (COPROF):morphosyntaktische Fähigkeitenmit Hilfe von COPROF“\t“Siehe Profilanalyse, computergestützteCOPROF (Clahsen & Hansen 1991) der Entwicklungsstand ihrer morphosyntaktischen Fähigkeiten bestimmt. Diese Analyse wurde in einem Zeitfenster von vier Monaten wiederholt, sodass von jedem Kind vier SpontansprachprobenSpontansprachproben zur Bewertung der Therapieergebnisse zur Verfügung standen. Zwischen den Spontansprachaufnahmen erhielten die Kinder kontinuierlich zweimal pro Woche eine Therapie zu je 60 Minuten, sodass jedes Kind am Ende der Studie auf durchschnittlich 90 Sitzungen kam. Bei allen Kindern lag der therapeutische Schwerpunkt zunächst im morphologischen Bereich. Hier stand der Erwerb der Subjekt-Verb-Subjekt-Verb-KongruenzKongruenz im Vordergrund. Mit den Fortschritten in diesen morphologischen Übungsbereichen stellten sich bei allen Kindern auch Fortschritte im Bereich der syntaktischen Entwicklung, bezogen auf den Erwerb der Verbzweitstellungs(regel)erwerb:entwicklungsproximaler AnsatzVerbzweitstellungsregel im Hauptsatz, ein (Clahsen & Hansen 1997; Hansen 1996). Da Äußerungen mit der Verbendstellung sukzessive abnahmen, überwog am Ende in den Äußerungen aller Kinder die Verbzweitstellung. In den Studienergebnissen zeigten sich somit Fortschritte im Bereich der grammatischen Entwicklung, sodass alle Kinder danach keine dysgrammatischen Symptome mehr aufwiesen. Diese Verbesserungen wurden explizit auf die Arbeit nach dem entwicklungsproximalen Ansatz zurückgeführt, ohne dass die Autoren eine verallgemeinerte Aussage treffen.
Bewertung der Studien
Da sich die drei zuletzt dargestellten Studien inhaltlich und methodisch sehr gleichen, werden sie zusammenfassend beurteilt. Alle Probanden werden ausführlich hinsichtlich ihrer anamnestischen Daten, ihrer therapeutischen Vorgeschichte und ihrer sprachlichen Symptome vor Beginn der Intervention beschrieben. Eine parallelisierte Kontrollgruppe gab es bei keiner der drei Studien. Die angewandte Therapiemethode des entwicklungsproximalen Ansatzes wird sehr detailliert und teilweise mit anschaulichen Beispielen beschrieben. Dauer und Frequenz der jeweiligen Therapie werden pro Kind angegeben, wobei jedoch teilweise unklar bleibt, wie lange innerhalb eines Übungsbereichs gearbeitet wurde. Zudem variieren die Interventionszeiträume sehr stark, von einem halben Jahr (Dannenbauer & Kotten-Sederqvist 1990) bis hin zu zwei Jahren (Haffner 1995), obwohl in allen Studien am gleichen Ziel, dem Erwerb der Verbzweitstellung, gearbeitet wurde. Für die Prä- und Postdiagnostik werden in den drei Studien Spontansprachproben erhoben und mit COPROF (Clahsen & Hansen 1991) ausgewertet. Hierdurch werden zwar quantitative Entwicklungsfortschritte der Kinder deutlich, da sie aber nicht auf einer statistischen Analyse basieren, bleibt das genaue Ausmaß der Verbesserungen unklar. Weiterführende Untersuchungen, um zu einem späteren Zeitpunkt die gefundenen Behandlungseffekte zu bestätigen, fanden nach keiner Studie statt.

Abschließende Gedanken

Der Stand der Evidenzbasierung:Therapie grammatischer StörungenEvidenzbasierung in der deutschsprachigen grammatische Störungen:Evidenzbasierung von TherapieansätzenTherapie kindlicher Grammatikstörungen kann an sich nur als ungenügend bezeichnet werden. Für mehrere in Deutschland gängige Ansätze ist sie gar nicht belegt. Die bestehenden Studien zeigen auf, in welcher Richtung dringend weiter untersucht werden sollte. So deutet sich z. B. an, dass die Therapien mit zunehmend sicherer werdender Methodik und theoretischer Einbettung schneller zum Ziel zu führen scheinen. Auch verschiedene Therapiesettings:und WirksamkeitSettings (ambulante Therapie, intensive Einzeltherapie, Gruppentherapie in der Schule) zeigen sich unterschiedlich wirksam. Notwendig sind größere Studien, die sowohl inhaltlich-theoretisch zufriedenstellend sind als auch den Forderungen der evidenzbasierten Medizin genügen. Dies ist in der Grammatiktherapie:deutschsprachigeGrammatiktherapie umso wichtiger, da aufgrund der Sprachbarriere zum Englischen weniger von Evidenzen aus dem Englischen profitiert werden kann als bei anderen Störungsbildern.
Blickt man auf die Studienergebnisse in der internationalen Literatur, liegen natürlich viel mehr Belege vor als für das Deutsche. Dennoch werden auch hier im Englischen immer wieder Stimmen laut, die die Evidenzlage als spärlich bezeichnen (Levy & Friedmann 2009). Ohne einen repräsentativen Überblick über die Evidenzen zum Englischen anfügen zu wollen, soll abschließend die Studie von Levy & Friedmann kurz dargestellt werden. Die in einem nativistischen Theorierahmen durchgeführte Studie soll die Trainierbarkeit von syntaktischen Bewegungsoperationen belegen. Ausgehend von der Argumentstruktur der Verben wird in einer bewussten, übungsorientierten Art und Weise das Verstehen und Produzieren von semantisch reversiblen Sätzen trainiert. Die Therapie ist theoretisch eingebettet und genau beschrieben. Darüber hinaus wird die Grammatiktherapie:theoretisch eingebettete, StudieGrammatiktherapie bei Kindern und bei Aphasikern in der Studie verglichen. Es zeigt sich deutlich, dass der Grundsatz der Aphasietherapie – von intakten Funktionen ausgehend auf die gestörten hinarbeiten – auch die Herangehensweise dieser Studie ist. Der Proband ist bereits 12 Jahre alt. Seine Anamnese und die Symptomatik im Prätest werden genau beschrieben. Das Kind erhält 16 Therapiesitzungen (29–60 Minuten), danach werden sein Verstehen und Produzieren von Relativsätzen und Topikalisierungen gemessen. Beides hat sich im Posttest im Vergleich zur Baseline verbessert.
Diese Studie gibt ebenfalls Hinweise darauf, dass theoretisch eingebettete Studien relativ schnell zu einem Therapieeffekt führen. Leonard (1998) formuliert das bestehende Dilemma der Grammatiktherapie:DilemmaGrammatiktherapie wie folgt: „Although there are relatively few randomized controlled trials at this point, current evidence suggests modest success when grammatical skills are the target of treatment. Success is somewhat greater when the treatment focus is vocabulary.“
So könnte sich der Weg in die stärkere Theorieeinbettung als Lösung anbieten, um die Grammatiktherapie von dem Nimbus zu befreien, den sie aktuell hat.

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