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B978-3-437-44526-2.00009-1

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978-3-437-44526-2

Hierarchisches Modell der Sprachproduktion

[E998]

Therapie von Aussprachestörungen

Annette Fox-Boyer

Ulli Hild

Anne Schulte-Mäter

Kinder mit Aussprachestörungen:TherapieAussprachestörungen stellen keine homogene Gruppe dar (Kap. 3). Sie unterscheiden sich im Hinblick auf ihre Symptomatologie, ihre Ätiologie, den Schweregrad ihrer Problematik und vor allem auch in den Ursachen ihrer Aussprachestörung. Daher ist es nicht möglich, alle betroffenen Kinder mit einer Therapiemethode erfolgreich zu behandeln. Drei aktuelle internationale Werke stellen ausführlich die derzeit im angloamerikanischen Raum am häufigsten verwendeten Ansätze, deren Einsatzgebiete und, wenn vorhanden, deren Effektivitätsnachweise vor (Bowen 2009; William, McLeod & McCauley 2010; Bernthal, Bankson & Flipsen 2012). Zu unterscheiden sind hierbei motorisch versus phonologisch orientierte Therapieansätze:AussprachestörungenAnsätze.

Im folgenden Kapitel soll insbesondere auf die Ansätze eingegangen werden, die im deutschsprachigen Raum bekannt sind und verwendet werden. Bezogen auf die unterschiedlichen Störungsebenen von Aussprachestörungen werden drei verschiedene Ansatzarten betrachtet: zum einen der motorisch orientierte Ansatz nach van Riper (1939), dann phonologisch orientierte Ansätze und abschließend Ansätze zur Behandlung der Verbalen Entwicklungsdyspraxie. Die unterschiedlichen Ansätze werden grob dargestellt, ihre Einsatzgebiete beschrieben und Effektivitätsnachweise, soweit vorhanden, präsentiert.

Wirksamkeit der Therapie kindlicher Aussprachestörungen
Aussprachestörungen:TherapiewirksamkeitAussprachestörungen unklarer Genese, insbesondere phonologische Verzögerungen oder Störungen, gehören zu den logopädischen Störungsbildern bei Kindern, für die bislang der größte Nachweis von positiven Behandlungseffekten erbracht wurde (Cochrane Report von Law, Garrett & Nye 2010; Baker & McLeod 2011). Dennoch mussten Law, Garrett & Nye (2010) feststellen, dass insgesamt nur sehr wenige randomisierte Kontrollstudien vorliegen und dass einige dieser Studien aus verschiedenen Gründen im Cochrane Cochrane Review:Studien zur TherapiewirksamkeitReview nicht berücksichtigt werden konnten.
Baker & McLeod (2011) untersuchten für ihren narrativen Bericht explizit Studien, die sich in den Jahren 1979 bis 2009 mit den Effekten der Behandlung von Aussprachestörungen befassten. Bei der Mehrzahl aller Studien zur Effektivitätsstudien:Therapie von AussprachestörungenEffektivität handelte es sich um Einzelfall- oder kleine Gruppenstudien, die positive Effekte für die jeweilige Behandlungsmethode beschrieben, aber keine Kontrollgruppen beinhalteten. Nur in 30 der 134 von Baker & McLeod (2011) begutachteten Studien wurde ein direkter Vergleich von Therapiemethoden innerhalb der gleichen Studie durchgeführt, um herauszufinden, ob sich Unterschiede in der Wirkung zeigten. Des Weiteren stellten die Autoren fest, dass bislang nur 2 Metaanalysen existieren, aber 20 randomisierte Kontrollstudien und 100 weitere Studien, die in die Kategorie gut konzipierte (well designed) quasi-experimentelle Studien:zu Behandlungsmethoden, NomenklaturStudien oder gut konzipierte nichtexperimentelle Studien (Korrelations- und Einzelfallstudien) fielen. Die von ihnen verwendete Nomenklatur bezieht sich auf die von der ASHA (American Speech-Language-Hearing Association 2004) definierten „Levels of Evidence“.
Zu beachten ist, dass sich alle dort betrachteten Studienergebnisse nur auf Behandlungsmethoden für die englische Sprache beziehen und dass nur selten oder eingeschränkt Wirksamkeitsnachweise für die Behandlungsmethoden der deutschen oder anderer Sprachen vorliegen. Des Weiteren wird bis heute nur sehr selten überprüft, ob ein für das Englische als wirksam beschriebener Ansatz die gleiche Wirksamkeit auch für andere Sprachen zeigt. Der Aspekt der Übertragbarkeit von sprachlichen Therapiemethoden auf andere Sprachen wird in der Regel nicht einmal diskutiert.

Motorisch orientierte Therapieansätze

Die klassische Artikulationstherapie

Annette Fox-Boyer
Therapieansätze:motorisch orientierteDie „klassische“ oder „traditionelle“ Artikulationstherapie:klassischeArtikulationstherapie Aussprachestörungen:motorisch orientierte Therapieansätzebasiert auf den Veröffentlichungen von van Riper, insbesondere auf dem 1939 veröffentlichten Buch Speech Correction: Principles and Methods. Daher wird der Ansatz auch häufig „Van-Riper-Van-Riper-TherapieTherapie“ genannt. Der Ansatz wurde für Schulkinder mit persistierenden Aussprachestörungen entwickelt und beruht auf zwei „Problem“-Annahmen: zum einen einer fehlerhaften Wahrnehmung von Sprachlauten als Ursache von Ausspracheproblemen, zum anderen einer inadäquaten motorischen Produktion (sprechmotorische Ungeschicklichkeit), die auf eine verzögerte neuronale Reifung zurückgeführt wurde. Verfechter der motorischen motorisch orientierte Therapieansätze:AussprachestörungenTherapie sehen die Aussprache als eine erworbene motorische Kompetenz. Zu deren Behandlung bedarf es wiederholter, repetitiver Übungen auf stetig komplexer werdenden motorischen und linguistischen Ebenen, bis sich schließlich die Zielstruktur automatisiert hat (Flipsen et al. 2013). Van Riper & Emerick (1984) fassten den Ansatz folgendermaßen zusammen: „Die traditionelle Artikulationstherapie kennzeichnet sich durch die Abfolge von folgenden Aktivitäten: (1) sensorisch-perzeptives (Hör-)Training zur Identifikation des Standardlautes und dessen Diskrimination von der Fehlproduktion durch das Beobachten (scanning) und das Vergleichen; (2) Variation und Korrektur der verschiedenen Produktionen des Lautes, bis dieser korrekt produziert werden kann; (3) Stärkung und Stabilisierung der korrekten Produktion; und (4) schließlich Transfer der neuen artikulatorischen Kompetenzen in die Alltagskommunikation. Dieser Prozess wird normalerweise zunächst auf der isolierten Lautebene begonnen, dann auf der Silben- (CV, VC, CVC), Wort- und schließlich der Satzebene durchgeführt.“ (van Riper & Emerick 1984: 206)
Für den ersten Schritt des Ansatzes, das traditionelle Hörtraining:sensorisch-perzeptivesHörtraining (sensorisch-perzeptives Training), beschreiben van Riper & Erickson (1996) folgende Vorgehensweise:
  • 1.

    Identifikation:von ZiellautenIdentifikation: Die Aufmerksamkeit des Patienten soll auf den Höreindruck und das visuell sichtbare Geschehen bei der Artikulation gerichtet werden. Anschließend soll der Ziellaute:heraushörenZiellaut aus anderen Lauten herausgehört werden (immer wenn du das /s/ hörst, darfst du …), wobei sich die Ablenkerlaute, die sich zunächst in allen drei Merkmalen Artikulationsort, -art und Stimmhaftigkeit vom Ziellaut unterscheiden, diesem annähern sollen, bis sich nur noch Ziel- und Ersatzlaut gegenüberstehen.

  • 2.

    Isolation:von ZiellautenIsolation: Der Patient soll den Ziellaut auf isolierter Lautebene erkennen/heraushören, anschließend auf der Silben-, dann auf der Wort- und schließlich auf der Satzebene.

  • 3.

    Stimulation:Laut- bzw. WortproduktionStimulation: Dem Patienten wird auf der Laut- und Wortebene ein korrektes Modell der Produktion Ziellaute:produzierenimmer wieder akustisch angeboten.

  • 4.

    Diskrimination:von ZiellautenDiskrimination: Der Patient soll beim Therapeuten sowohl eine korrekte als auch inkorrekte Produktion des Ziellautes auf der Laut-, Wort- und Satzebene identifizieren.

Van Riper & Emerick (1984) und andere Autoren (z. B. Winitz 1975) sprechen sich dafür aus, diese Form des Hörtrainings immer der Lautproduktion vorausgehen zu lassen. Dies bestätigten Wolfe, Presley & Mesaris (2003), indem sie ein reines Produktionstraining mit einer Kombination aus Produktions- und Hörtraining bei Kindern verglichen, die vor der Behandlung Schwierigkeiten hatten, die Ziellaute korrekt zu identifizieren: Sie konnten zeigen, dass die Effekte bei der kombinierten Behandlung größer waren. Dennoch geht man heute davon aus, dass diese Form des Trainings nur durchgeführt werden sollte, wenn wirklich ein rezeptives Problem vorliegt (Flipsen, Bernthal & Bankson 2013). Diese Autorengruppe stellt auch noch weitere Hörtrainingskonzepte neben dem strikten Konzept von van Riper vor.
Auf das Hörtraining:und ProduktionstrainingHörtraining folgt das ProduktionstrainingProduktionstraining. Zunächst wird dem Patienten der korrekte Laut vermittelt. Laut van Riper (1939) sollte dieser zunächst isoliert angeboten und geübt werden. Nach einem anderen Vorschlag soll man insbesondere Plosive als CV-Silbe anbieten und produzieren lassen (McDonald 1964). Der Ziellaut wird dem Patienten vorgesprochen, der versuchen soll, den Laut zu imitieren. Gelingt die Stimulation des korrekten Lautes auf diese Weise zu Behandlungsbeginn nicht, werden Übungen zur „phonetische Übungen:Artikulatorenphonetischen Platzierung“ angeboten: Das heißt, dem Patienten wird erklärt, wie und wo er seine Artikulatoren zu platzieren hat. Dazu sollen visuelle und taktile Hinweise gegeben und die Unterschiede zwischen der korrekten Bildung und der Fehlbildung beschrieben werden. Um die Lautproduktion:mundmotorische ÜbungenLautproduktion direkt vorzubereiten, können mundmotorische mundmotorische Übungen:LautproduktionÜbungen durchgeführt werden, z. B. Übungen zur Stärkung der Zungenspitze als Vorbereitung für die Bildung des Lautes /s/. Auch Ableitungen von einem ähnlich gebildeten Laut können zum Ziellaut hinführen, z. B. die Ableitung von /s/ aus dem Laut /t/.
Evidenznachweise aus dem internationalen Raum
Die klassische Artikulationstherapie:EvidenznachweiseArtikulationstherapie ist die älteste Form der Therapie von Aussprachestörungen und wird von Therapeuten meist als effektiv angesehen, weil sie seit Jahrzehnten „funktioniert“. Ob sie jedoch immer die sinnvollste Therapie darstellt, ist zu hinterfragen, da z. B. Klein (1996), Pamplona et al. (1999) oder Teutsch & Fox (2004) zeigen konnten, dass Kinder mit Hilfe dieser traditionellen Therapie zum einen geringere Fortschritte machten und zum anderen eine längere Therapiedauer benötigten als Kinder, die eine phonologisch orientierte Therapie erhielten. Zwei randomisierte Kontrollstudien (Rvachew 1994, Wolfe et al. 2003), die zu den High-Level-(1b-)Effektivitätsstudien zählen, konnten die Effektivität der Artikulationstherapie zeigen.
Evidenznachweise aus dem deutschsprachigen Raum
Es liegen lediglich Nachweise für das erfolgreiche Überwinden eines SigmatismusSigmatismus inter- oder addentalis mit Hilfe der klassischen Artikulationstherapie vor (Grosstück 2010).

Phonologisch orientierte Therapieansätze

Minimalpaartherapie

Annette Fox-Boyer
Die Therapieansätze:phonologisch orientierteMinimalpaartherapieMinimalpaartherapie, auch Aussprachestörungen:phonologisch orientierte Therapieansätzebekannt als „Methode der bedeutsamen minimalen Kontraste“ (Weiner 1981), „konventionelle Minimalpaartherapie“ (Barlow & Gierut 2002) oder „Behandlung minimaler Oppositionskontraste“ (Gierut 1990), ist die älteste Form der phonologischen Therapie und wird bereits seit 25 Jahren angewendet. Auf ihrer Basis entstanden neue Varianten der ursprünglichen Therapie („maximale Oppositionen“, Gierut 1989; „Behandlung des leeren Sets“, Gierut 1991; „multiple Oppositionen“, Williams 2002) und sie wurde zum Bestandteil einer Reihe von Therapieansätzen (Kap. 9.2.2 und Kap. 9.2.3; Williams et al. 2010). Hacker & Wilgermein (2001) beziehen sich in ihrem Buch „Aussprachestörungen bei Kindern“ für die deutsche Sprache auf die Originaltherapie nach Weiner (1981).
Ziel der Behandlungsziele:MinimalpaartherapieBehandlung ist es, dem Kind über das Anbieten von Minimalpaartherapie:BehandlungszielMinimalpaaren, die sich durch ein Phonem unterscheiden, zu verdeutlichen, dass unterschiedliche Phoneme für die jeweilige korrekte Wortbedeutung ausschlaggebend sind. Im Rahmen der Behandlung wird zunächst ein fehlender Phonemkontraste:MinimalpaartherapieMinimalpaartherapie:PhonemkontrasteKontrast ausgewählt (z. B. die Vorverlagerung von /k/ zu /t/). Nun wird rezeptiv an der Erkennung dieses fehlenden Kontrasts gearbeitet, durch das Anbieten von Minimalpaaren, die diesen Prozess beinhalten (z. B. Kanne-Tanne, Katze-Tatze, Keller-Teller). Im dritten Schritt wird das Kind aufgefordert, die Kontraste selber zu produzieren. Sollte die Produktion der Ziellaute nicht gelingen, werden diese mit Hilfe motorischer Ansätze angebahnt (Bernthal, Bankson & Flipsen 2013). Gelingt es dem Kind, die Wörter der Paare korrekt auszusprechen, werden diese auf der Satzebene stabilisiert.
Während die klassische Minimalpaartherapie immer Minimalpaare mit minimaler Opposition(en):minimaleOpposition(en):maximaleOpposition entsprechend den fehlenden phonologischen Kontrasten heranzieht, verwendet der Ansatz der „maximalen Opposition“ gezielt Minimalpaare, die sich möglichst in allen drei Merkmalen, Artikulationsort, -art und Stimmhaftigkeit, unterscheiden (z. B. Hose-Dose bei der glottalen Ersetzung von /ʁ/). Der Ansatz der „multiplen Opposition(en):multipleOpposition“ wählt Minimalpaare so aus, dass mehrere problematische Kontraste gleichzeitig dargeboten werden, z. B. bei gleichzeitigem Vorliegen einer Vorverlagerung von /k/ zu /t/ und der Plosivierung der Frikative und Affrikate: Topf-Kopf-Zopf-Schopf-Sopf. Nichtwörter, die durch die Darstellung einer solchen Vielfalt entstehen können, werden z. B. als Namen für Außerirdische zu Realwörtern gemacht. Letztere beiden Ansätze gelten neben Ansätzen wie „Metaphon“ oder „zyklische Therapie“ als erfolgreicher bei Kindern mit moderaten bis schweren phonologischen Störungen (Williams et al. 2010).
Evidenznachweise aus dem internationalen Raum
Für monolingual englischsprachige Kinder haben Baker & McLeod (2011) 42 Studien beschrieben, die die Effektivität dieses Ansatzes zeigen konnten. Zusätzlich liegt eine Evidenzstudie Minimalpaartherapie:Evidenznachweisevon Dodd (2008) vor. Für eine Zusammenfassung der Evidenzlage siehe Baker & McLeod (2011) und Williams, McLeod & McCauley (2010). Bedeutsam erscheint, dass Weiner (1981) die Therapie für Kinder mit moderater bis schwerer phonologischer Störung empfiehlt, während aktuellere Studien zeigen konnten, dass sich die Therapie am effektivsten einsetzen lässt, wenn die Kinder nur eine leichte bis moderate phonologische Störung haben, d.h., dass nur ein oder wenige physiologische phonologische Prozesse verzögert sind (Tyler et al. 1987), sie die Ziellaute bereits produzieren können (Saben & Costello-Ingham 1991) und möglichst konsequent in ihren phonologischen Prozessen/Wortrealisationen sind (Forrest et al. 1997).
Evidenznachweise aus dem deutschsprachigen Raum
Für den deutschsprachigen Raum liegen Fallberichte von Hacker & Wilgermein (2001) vor, aber keinerlei Effektivitätsstudien. Fox (2005/2009) diskutiert die Anwendbarkeit der Minimalpaartherapie im Deutschen kritisch: Aufgrund der unterschiedlichen Sprachstruktur von Deutsch und Englisch zweifelt sie an der Umsetzbarkeit des Ansatzes, da das Deutsche nicht wie das Englische durch unzählige monosyllabische Wörter gekennzeichnet ist, sodass dem Therapeuten schlicht nicht genug Wortmaterial zur Verfügung steht, um die gewünschten Kontraste abzubilden.

Metaphon-Therapie

Annette Fox-Boyer
Das Metaphon-Metaphon-Therapie/-KonzeptKonzept wurde von Howell & Dean (1991) für Kinder mit phonologischen Aussprachestörungen:Metaphon-TherapieAussprachestörungen ab dem Alter von 4–5 Jahren entwickelt. Es beruht auf der Annahme, dass die Konfrontation mit Homonymen (z. B. durch die Minimalpaartherapie) wegen der neutralisierten Phonemkontraste:Metaphon-TherapiePhonemkontraste bei Kindern, deren Aussprachestörung auf kognitiv-linguistische Defizite zurückgeht, allein nicht ausreicht, um Veränderungen in der Aussprache zu bewirken. Daher müsse die Behandlung durch ein spezifisch metaphonologisches Training ergänzt werden.
Das Konzept gliedert sich in zwei Phasen.
  • Ziel der ersten Phase ist es, dem Kind explizite Informationen über die Natur bestimmter Phonemkontraste Metaphon-Therapie/-Konzept:Phonemkontrastezu vermitteln, also zunächst gezielt den Bereich der metaphonologischen metaphonologische BewusstheitBewusstheit zu fördern (Dean et al. 1995).

  • In der zweiten Phase der Therapie wird auch expressiv gearbeitet, und zwar unmittelbar auf der Ebene von Minimalpaaren. Das Kind Metaphon-Therapie/-Konzept:Minimalpaaresoll auf der Basis seiner verbesserten metaphonologischen Fähigkeiten Rückmeldung über die Effektivität seiner verbalen Kommunikation erhalten (Howell & Dean 1991).

Das Metaphon-Konzept integriert also einen Ansatz zur Förderung der metaphonologischen Fähigkeiten und den Minimalpaaransatz (Grundy 1995, Bernthal et al. 2013).
In der ersten Phase werden dem Kind die zu bearbeitenden Kontraste vermittelt, und es wird dazu ermutigt, die Laute der Muttersprache zu entdecken und zu manipulieren. Dies geschieht in einer hierarchischen Abfolge von Einzelschritten, die sich je nachdem, ob es sich um die Therapie von systemischen (Substitutions-) oder strukturellen (Silbenstruktur-)Prozessen handelt, etwas unterscheiden. Bei Substitutionsprozessen werden Lautmerkmale erarbeitet, bei Silbenstrukturprozessen Anzahl und Reihenfolge der Laute gegenübergestellt.
  • Für die Behandlung von Substitutionsprozessen Substitutionsprozesse:Therapiewerden auf der Konzeptebene zunächst kindliche Begriffe („labels“) zur Beschreibung der Lautmerkmale Substitutionsprozesse:Lautmerkmaleeingeführt. In Spielsituationen werden die semantischen Bedeutungen der Begriffe erarbeitet und gefestigt, z. B. für die Vorverlagerung der Velare die Begriffe vorne – hinten. Anschließend werden die eingeführten Begriffe auf einer Geräusch- oder Klangebene verdeutlicht. Die betroffenen Ziel- und Ersatzlaute werden zunächst auf der Lautebene einander gegenübergestellt, wobei das Kind die Laute auditiv differenzieren und entsprechend den Merkmalen klassifizieren muss, und anschließend auf der Silbenebene. Den Abschluss der Phase I bildet die Wortebene, auf der das Kind Minimalpaare, die den entsprechenden Lautkontrast beinhalten, akustisch differenzieren soll.

  • Für die Therapie von Silbenstrukturprozessen Silbenstrukturprozesse:Therapiemuss das Kind auf der Konzeptebene Mengen und Reihenfolgen unterscheiden können, um die abstrakte Struktur von Silben mehr und weniger zu verstehen, wobei die korrekte der reduzierten bzw. erhöhten Silbenstruktur anhand von Spielmaterial gegenübergestellt wird. Anschließend werden die Silbenstrukturprozesse:Anzahl und ReihenfolgeMerkmale „Anzahl“ und „Reihenfolge“ zuerst mit Klängen und Geräuschen und darauf aufbauend mit Silben verdeutlicht, z. B. durch eine Reduktion von Konsonantenverbindungen <kra-ka, pli-pi>, wobei das Kind auf der Silbenebene nur die Hörerrolle einnimmt. Das weitere Vorgehen gleicht dem bei Substitutionsprozessen. Unterstützt wird diese Form der Therapie durch Referenzkarten, auf denen die Merkmale abgebildet sind.

In der zweiten Phase lernt das Kind, seine eigenen Fehlbildungen wahrzunehmen, und es wird in den Versuchen, diese Fehlbildungen zu verändern bzw. zu „reparieren“, unterstützt. Die Durchführung erfolgt auf der Wort- und anschließend auf der Satzebene mit Hilfe von Minimalpaaren (Kap. 9.2.1), wobei das Kind nun sowohl die Rolle des Hörers als auch des Sprechers einnimmt.
Das Metaphon-Konzept wurde von Jahn (2000) ins Deutsche übersetzt.
Evidenznachweise aus dem internationalen Raum
Für die englische Sprache liegen verschiedene Evidenzstudien vor, die allerdings alle dem Level der gut konzipierten Studien angehören. Die meisten Studien wurden von den Urheberinnen des Ansatzes durchgeführt und wiesen positive Effekte nach, was die Reduktion der behandelten phonologischen Prozesse betrifft. Bei einigen Kindern lassen sich aber auch Generalisierungseffekte auf unbehandelte Prozesse aufzeigen (z. B. Dean et al. 1995, 1996). Weitere Studien wurden von Harbers, Paden & Halle (1998) und von Jarvis (1989) durchgeführt. Eine Einzelfallstudie aus Schweden (Hulterstam & Nettelbladt 2002) verglich verschiedene Aspekte der Anwendung im Vergleich zur klassischen Artikulationstherapie, aber nicht die Effektivität von Metaphon.
Evidenznachweise aus dem deutschsprachigen Raum
Es liegt eine Einzelfallstudie an zwei Kindern für die deutsche Sprache vor (Jahn 2000), die zeigen konnte, dass die phonologische Verzögerung Metaphon-Therapie/-Konzept:Evidenznachweiseder beiden Kinder durch Metaphon behoben wurde.

Zyklischer Therapieansatz

Ulli Hild
Der „Zyklische Therapieansatzzyklischer Therapieansatz“ (Cycles Phonological Remediation Cycles Phonological Remediation ApproachApproach) von Hodson & Paden (1991) zielt auf Kinder im Alter ab 2½ Jahren mit einer sehr unverständlichen Aussprache Aussprachestörungen:zyklischer Therapieansatzab und ist durch das Anbieten der defizitären Bereiche in zyklischen Wiederholungen gekennzeichnet. Dies steht im Gegensatz zu allen anderen Therapiemethoden im Bereich der Phonologie, die alle betroffenen Prozesse nacheinander bearbeiten. Der Ansatz basiert unter anderem auf der Theorie der Gestural Phonology von Browman & Goldstein (1986), die sowohl die phonologischen als auch die phonetischen Aspekte der Aussprache berücksichtigt sehen will (Hodson 2007). In Anlehnung an den normalen Spracherwerb werden Sprachwahrnehmung und Sprachproduktion parallel bearbeitet. Hodson (2007) geht davon aus, dass Kinder sich nach der Reaktivierung des phonologischen Systems allein weiter entwickeln und die Therapie daher beendet werden kann, wenn die erwünschte Zielstruktur in einer Wortposition eingesetzt wird. Behandlungsziele:zyklischer TherapieansatzZiel zyklischer Therapieansatz:Behandlungszieldieser Therapiemethode ist die schnellstmögliche Verbesserung der Verständlichkeit des Kindes. Dies geschieht durch das Anbieten der notwendigen phonologischen Informationen in Zyklen. Pro Zyklus wird jeweils eine Gruppe von phonologischen phonologische Prozesse:Behandlung in ZyklenProzessen gleichzeitig behandelt: z. B. Tilgung finaler Konsonanten und glottale Ersetzung von /ʁ/ und Plosivierung von Frikativen. Jeder Prozess wird 2–3 Therapiestunden lang behandelt, wobei in jeder Therapieeinheit ein anderer Ziellaute:zyklischer TherapieansatzZiellaut (z. B. bei der Behandlung von Frikative:BehandlungFrikativen in einer Therapiestunde das /f/, in der folgenden das /s/ etc.) als Beispiel für den gesamten Prozess bearbeitet wird. Die Länge eines Zyklus ist somit abhängig von der Anzahl der fehlerhaften phonologischen Prozesse (im oben genannten Beispiel 6–9 Therapiestunden). Nach jedem Zyklus wird eine Zwischendiagnostik durchgeführt, die den Inhalt des folgenden Zyklus bestimmt.
Der Ablauf jeder Therapiestunde hat eine feste Struktur: auditive Stimulation, Produktionsübungen, allgemeine Übungen zur phonologischen Bewusstheit, auditive Stimulation. Bei der auditiven Stimulation Stimulation:auditivewird die Zielstruktur auf der Wortebene mit leichter Verstärkung (Kopfhörer o. ä.) angeboten. Beim anschließenden ProduktionstrainingProduktionstraining wird anhand von ein oder mehreren Wörtern der Einsatz der Zielstruktur eingeübt. Hierbei wird ein möglichst häufiges Produzieren der Zielstruktur stimuliert. Gelingt es dem Kind nicht sofort, den Laut auf der Wortebene zu produzieren, kann der Therapeut alle Methoden der phonetischen Therapie als Hilfestellung einsetzen. Es folgt eine Übung zur allgemeinen phonologischen phonologische Bewusstheit:ÜbungenBewusstheit. Diese Übungen können sich auf den aktuellen phonologischen Prozess beziehen, aber auch allgemeiner Natur sein wie Reime lernen, Reimwörter suchen etc. Es geht hier um ein allgemeines Fokussieren auf die Sprachform. Zum Abschluss wird die auditive Stimulierung noch einmal wiederholt. Ein häusliches Training (ca. 2 min/Tag) begleitet das Programm. Durch eine kontinuierliche Anhebung der Komplexität des Wortmaterials bis hin zu Minimalpaaren wird der Transfer in die Spontansprache vorbereitet (Hodson 2007).
Der Zyklische Therapieansatz ist speziell für Kinder mit einem nicht altersgemäßen Wortschatz geeignet, da die Anleitung der einzelnen Übungen wenig Erklärung erfordert bzw. durch Vor- und Nachmachen (Produktionsübungen) möglich ist.
Evidenznachweise aus dem internationalen Raum
Im englischsprachigen Raum konnten Almost & Rosenbaum (1998) in einer randomisiert kontrollierten Studie nachweisen, dass Kinder, die mit einer modifizierten Form zyklischer Therapieansatz:modifizierterdes Zyklischen zyklischer Therapieansatz:EvidenznachweiseTherapieansatzes (Hodson & Paden 1991) behandelt wurden, signifikante Fortschritte im Vergleich zu nicht therapierten Kindern machten. 26 Kinder mit einer schweren phonologischen Störung wurden randomisiert auf 2 Gruppen verteilt. Gruppe 1 erhielt in den ersten 4 Monaten eine Therapie, Gruppe 2 erst daran anschließend dieselbe Therapie. Bei den früher behandelten Kindern war der Effekt nach einem halben Jahr besser als bei der zweiten Gruppe. Keske-Soares et al. (2008) haben in einer Studie zum Methodenvergleich in der portugiesischen Sprache mit 66 Kindern ebenfalls die Effektivität des modifizierten Zyklischen Therapieansatzes nachgewiesen.
Evidenznachweise aus dem deutschsprachigen Raum
Der zyklische Therapieansatz wurde von Hild (2008) in Deutschland publiziert. Studien für den deutschsprachigen Raum liegen noch nicht vor.

Psycholinguistisch orientierte Phonologietherapie (P.O.P.T)

Annette Fox-Boyer
Die Therapieansätze:psycholinguistisch orientierte phonologischepsycholinguistisch orientierte Phonologietherapie:psycholinguistisch orientierte“\t“Siehe P.O.P.T.Phonologietherapie P. O. P. T. (Fox 2009, Fox-Boyer, i. V.) wurde als bislang einzige phonologische Therapieform gezielt für die deutsche Sprache konzipiert und kann mit Kindern ab 3;0 Jahren durchgeführt werden. Sie basiert auf dem psycholinguistischen Sprachverarbeitungsmodell:psycholinguistischesSprachverarbeitungsmodell von Stackhouse & Wells (1997) und deren Annahmen über den Phonologie-Erwerb und über Störungen der Aussprache. P. O. P. T.P.<2009>O.<2009>P.<2009>T. (psycholinguistisch orientierte Phonologietherapie) ist ein Ansatz, der zum einen bei Verzögerungen der physiologischen Entwicklung zum Einsatz kommt, d. h. beim Vorliegen ausschließlich physiologischer Prozesse. Hier hat sie das Ziel, die stagnierende physiologische Entwicklung erneut über den rezeptiven Kanal anzustoßen, sodass die Entwicklung voranschreiten kann. Zum anderen ist P. O. P. T. auch als Ansatz bei konsequenten phonologischen Störungenphonologische Störungen:konsequente (Kap. 3), d. h. beim Vorliegen konsequenter pathologischer und evtl. physiologischer Prozesse gedacht. Hier ist die Verbesserung der rezeptiven phonologischen Fähigkeiten das Ziel, um eine Basis für die Überarbeitung der Output-Fähigkeiten des Kindes zu erreichen.
Die Arbeit an phonologischen Prozessen besteht bei P. O. P. T. aus einer Vor- und drei Hauptphasen. Jede Phase kann sowohl diagnostisch als auch therapeutisch durchgeführt werden.
  • Die Vorphase dient dazu, dass Kind auf das rezeptive Arbeiten vorzubereiten und eine Fokussierung auf die phonologische Form von Wörtern zu erreichen.

  • In der ersten Phase soll das Kind phonologische Kontraste:phonologischeKontraste (Ziel- und Ersatzlaute, die bei einem phonologischen Prozess betroffen sind) zunächst isoliert, dann in CV- oder VC-Silben, danach auf der Nichtwort- und schließlich auf der Realwortebene Ziellaute:erkennenerkennen und bestimmen.

  • In der zweiten Phase übt das Kind die Ziellaute:produzierenphonemisch korrekte Produktion der rezeptiv erarbeiteten Ziel- und Ersatzlaute in Form von Nachsprechen. Die Laute werden im Wechsel angeboten.

  • In der dritten Phase soll das Kind ohne Vorgabe durch den Therapeuten erkennen, welcher Ziel- oder Ersatzlaut in ein Wort gehört, und dieses korrekt aussprechen.

Es wird davon ausgegangen, dass weitere Generalisierungsübungen nicht notwendig sind, sobald das Kind die Übungen der dritten Phase auf der Wortebene beherrscht.
Evidenznachweise aus dem internationalen Raum
Evidenznachweise aus dem internationalen Raum liegen nicht vor. Dennoch gibt es bereits persönliche Berichte über eine erfolgreiche Anwendung von P. O. P. T.P.<2009>O.<2009>P.<2009>T. (psycholinguistisch orientierte Phonologietherapie):Evidenznachweise auf Niederländisch, Dänisch und Englisch. Eine Abschlussarbeit konnte die erfolgreiche Anwendung im Schweizer-Deutsch zeigen (Malleczek, Müller & Schweizer 2005).
Evidenznachweise aus dem deutschsprachigen Raum
Für den deutschsprachigen Raum liegen vier P.<2009>O.<2009>P.<2009>T. (psycholinguistisch orientierte Phonologietherapie):Studien im deutschsprachigen RaumStudien zu P. O. P. T. vor. Fox (2003/2009) konnte zeigen, dass P. O. P. T. bei 31 Kindern (12 Kinder mit phonologischer phonologische Verzögerung:P.O.P.T.Verzögerung; 19 Kinder mit konsequenter phonologischer Störungphonologische Störungen:konsequente) zur Symptomfreiheit oder minimalen Restsymptomen in der Spontansprache führte. Die Kinder mit phonologischer Verzögerung brauchten ca. 4–16 Therapieeinheiten (X=12) und die Kinder mit konsequenter phonologischer Störung ca. 13–46 Therapieeinheiten (X=19).
Im Rahmen einer Vergleichsstudie untersuchten Teutsch & Fox (2004) die Verbesserungen dreier Kinder, die über einen Zeitraum von acht Wochen artikulatorisch therapiert wurden, mit denen dreier Kinder, die über den gleichen Zeitraum eine phonologische Behandlung nach der P. O. P. T. erhielten. Bei den phonologisch therapierten Kindern fanden sich tatsächlich deutlich größere Verbesserungen hinsichtlich des Erwerbs neuer Phoneme, des Prozentwerts korrekter Konsonanten sowie der abnehmenden Auftretenshäufigkeit phonologischer Prozesse.
Eine unveröffentlichte Studie von Heines, Schapes, Schröders & Woiczinski (2005; vgl. Bräger et al. 2007) konnte zeigen, dass bei 2 Kindern die Stagnation, die sich im Verlauf der klassischen Artikulationstherapie nach van Riper (1963) eingestellt hatte, mit Hilfe von P. O. P. T. überwunden werden konnte und dass binnen 15 Therapieeinheiten deutliche Verbesserungen der Befunde auf der Wortebene sichtbar waren.
Im Rahmen der Studie von Bräger, Nicolai & Günther (2007) wurde überprüft, welche Fortschritte 10 Kinder (7 mit phonologischer Verzögerung sowie 3 mit konsequenter phonologischer Störung) binnen 12 Therapieeinheiten mit der P. O. P. T. machten. Sechs Kinder erreichten Symptomfreiheit, alle anderen verbesserten sich signifikant.

Weitere phonologische Therapieansätze

Im Therapieansätze:phonologischeenglischsprachigen Raum ist noch eine größere Anzahl von Therapieansätzen für phonologische Störungen beschrieben. Hervorzuheben sind z. B. die nichtlineare Therapie (Bernhardt 1992) und die psycholinguistische Therapie (Pascoe, Stackhouse & Wells 2005), für die in allen Fällen auch Evidenzstudien vorliegen (vgl. Baker & McLeod 2011; Bowen 2009; Bernthal et al. 2013).

Inkonsequenztherapie

Annette Fox-Boyer
Die InkonsequenztherapieAussprachestörungen:InkonsequenztherapieInkonsequenztherapie wurde von Fox (2003/2009) für die Behandlung von Kindern mit inkonsequenter phonologischer Störung (Dodd 1995) entwickelt (Kap. 3), da die von Dodd empfohlene Kernvokabulartherapie sich im Deutschen als nicht wirksam erwies (Fox 2009). Sie hat eine konsequente Wortrealisationskonsequenz:InkonsequenztherapieWortrealisation beim Kind zum Ziel, d. h. eine Wortrealisationsinkonsequenz von < 40 %. Damit dient sie als Therapieeinstieg und wird nach Erreichen des Therapieziels mit einer weiteren logopädischen Therapie fortgesetzt (z. B. mit P. O. P. T, Kap. 9.2.4, oder der Assoziationsmethode nach McGinnes, Kap. 9.3.3). Die Therapie verfolgt zwei Behandlungsziele:InkonsequenztherapieZiele: zum einen die Aufmerksamkeit Inkonsequenztherapie:Behandlungszieleauf die Anzahl und Abfolge von 1–3 Lauten in Nicht- und/oder Realwörtern (Gedächtnis und Sequenz) und zum anderen auf die eigene Produktionsleistung des Kindes, bezogen auf die korrekte Laut-, Silben- und Wortimitation und/oder Produktion, zu richten (Eigenkontrolle).
  • Um die Aufmerksamkeit auf die Anzahl und Abfolge von vorgegebenen Lauten zu richten, soll das Kind entsprechende Lautsymbole heraussuchen und in der korrekten Abfolge ablegen.

  • Mit drei verschiedenen Aufgaben kann das Eigenhören geschult werden: Das Kind soll: a) isolierte Laute und Silben in vorgegebener Hierarchie imitieren, b) mehrsilbige Wörter korrekt in Silben segmentieren, c) ein vorgegebenes Übungswort während einer Spielsituation immer korrekt aussprechen.

Die Inkonsequenztherapie:WortrealisationskonsequenzInkonsequenztherapie wird zunächst 10 Therapieeinheiten durchgeführt, dann wird die Wortrealisationskonsequenz überprüft (Inkonsequenztest PLAKSS, Fox 2007). Liegt die Inkonsequenzrate nun < 40 %, wird diese Therapieform beendet, liegt sie darüber, erneut für zehn Therapieeinheiten fortgesetzt. Laut Fox (2009) sind 1–2 Zyklen à 10 Stunden notwendig, um eine Wortrealisationskonsequenz zu erreichen.
Evidenznachweise aus dem internationalen Raum
Die Inkonsequenztherapie:EvidenznachweiseInkonsequenztherapie ist außerhalb des deutschsprachigen Raums bislang unbekannt.
Evidenznachweise aus dem deutschsprachigen Raum
Fox (2009) beschreibt vier Fallbeispiele: Alle vier Kinder wurden im Rahmen der Inkonsequenztherapie:FallbeispieleInkonsequenztherapie in 1–2 Zyklen konsequent in ihrer Wortrealisation. Zwei von ihnen konnten nach einer weiteren intensiven phonologischen Intervalltherapie (20 Stunden Therapie 2×/Woche, 3 Monate Pause) nach insgesamt 3–4 Jahren Behandlung symptomfrei entlassen werden.

Kernvokabulartherapie (core-vocabulary approach)

Annette Fox-Boyer
Die KernvokabulartherapieKernvokabulartherapie wurde core-vocabulary approachin ihrer ursprünglichen Art von Dodd & Iacono (1989) und Dodd & Bradford (2000) konzipiert und beschrieben und später etwas modifiziert (Holm et al. 2005; Dodd et al. 2006, 2010). Ziel der Kernvokabulartherapie:BehandlungszielBehandlungsziele:KernvokabulartherapieKernvokabulartherapie ist es, bei Kindern mit einer inkonsequenten phonologischen Störungphonologische Störungen:inkonsequente (Dodd 1995) eine konsequente, aber nicht notwendigerweise korrekte Wortrealisation zu erreichen. Dies basiert auf der Annahme, dass die Kinder ursächlich Probleme bei der Generierung konsequenter phonologischer Output-Pläne haben. Mit Hilfe der Kernvokabulartherapie soll durch den Drill eines Kernvokabulars die generelle Fähigkeit zum Aufbau von Output-Plänen geschaffen werden. Sie ist bei Kindern ab 2 Jahren einsetzbar, zeigt aber die größten Effekte bei Kindern im Alter von 3 Jahren (Broomfield & Dodd 2005). Zusammen mit dem Kind, den Eltern und auch Erziehern/Lehrern wird ein Wortschatzset von 70 für das Kind bedeutsamen Wörtern aufgestellt. Die Therapie findet über ca. 8 Wochen (2× wöchentlich je 30 Minuten) statt. Im Rahmen der Sitzungen werden jeweils 10 Wörter vom Therapeuten vorgestellt, insbesondere deren Wortstruktur (Silben und Lautabfolgen in den Silben). Anschließend wird die bestmögliche Produktion dieser Wörter im Spiel mit Drill geübt. Der Erfolg ist maßgeblich vom Mitwirken der Eltern und Erzieher abhängig, die in Hausaufgaben und im Alltag auf die bestmögliche Produktion der Übungswörter – isoliert oder in der Spontansprache – verstärken und korrigieren sollen. Die Autoren geben an, dass es einigen Kindern mit Hilfe dieser Behandlung gelingt, symptomfrei zu werden, während andere Kinder anschließend noch eine weitere, in der Regel phonologische, Intervention benötigen.
Evidenznachweise aus dem internationalen Raum
Es liegt eine Anzahl von Studien mit jeweils unterschiedlichen Evidenzebenen (ASHA 2004) vor. Neben einer randomisierten Kontrollstudie (Broomfield & Dodd 2005) existieren eine experimentelle (Crosbie et al. 2005) und vier quasi-experimentelle Studien (z. B. Fallstudien) (Bradford-Heit 2006; Dodd 2008; Dodd & Bradford 2000; Dodd & Iacono 1989). Sie alle belegen die Wirksamkeit der Kernvokabulartherapie:EvidenznachweiseKernvokabulartherapie für die spezifische Gruppe der Kinder mit inkonsequenter phonologischer Störungphonologische Störungen:inkonsequente, zeigen aber auch, dass andere phonologische oder traditionell-motorische Ansätze nicht wirksam sind. Die mangelnde Wirksamkeit phonologischer oder traditionell-motorischer Ansätze bei Kinder mit inkonsequenten Ersetzungsmustern konnten auch Forrest et al. (1997, 2000) nachweisen.
Evidenznachweise aus dem deutschsprachigen Raum
Es liegen keine Evidenznachweise im deutschsprachigen Raum vor. Fox (2009) beschreibt große Schwierigkeiten in der Umsetzung und Wirksamkeit des Ansatzes im Deutschen.

Therapieansätze zur Behandlung der Verbalen Entwicklungsdyspraxie

Anne Schulte-Mäter
Für die Therapie der Verbalen Entwicklungsdyspraxie:verbale“\t“Siehe VEDEntwicklungsdyspraxie (VED) existieren verschiedene Therapieansätze, wobei die meisten für die englische Sprache konzipiert wurden. Aus den wenigen Veröffentlichungen zur Wirksamkeit der Therapieansätze geht jedoch nicht immer eindeutig hervor, ob die vorgestellten Kinder tatsächlich eine VED (Verbale Entwicklungsdyspraxie):TherapieansätzeVED zeigten (Kap. 3.3.1).
Der Cochrane Review (Morgan & Vogel 2009) berücksichtigt den bis zum Januar 2007 erhobenen Datenbestand an randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) sowie quasi-randomisierten Studien (Altersspektrum der Kinder: 3–16 Jahre). Morgan & Vogel (2009) ordnen die verschiedenen Therapieansätze zwei Therapieformen zu: zum einen wahrnehmungsbasierten Behandlungsmethoden und zum anderen mit instrumenteller Hilfe und Biofeedback durchgeführten Therapiemethoden. Nicht alle unter diesen Kategorien beschriebenen Studien finden sich noch im aktuell relevanten Therapierepertoire für Kinder mit einer VED. Resümierend wird im Cochrane Review Cochrane Review:Studien zur Therapiewirksamkeitkonstatiert, dass ein erheblicher Mangel an kontrollierten Studien zur Wirksamkeit von Behandlungsmethoden bei Kindern und Jugendlichen mit Verbaler Entwicklungsdyspraxie besteht und daher keine Rückschlüsse gezogen werden können, welche Therapiemethoden am effektivsten sind.
Die im Folgenden vorgestellten fünf Therapiemethoden wurden für die speziellen Belange einer sprechdyspraktischen Störung konzipiert. Im deutschsprachigen Raum finden vier der beschriebenen Therapieansätze:VEDTherapieansätze in der Arbeit mit Kindern mit VED Anwendung. Randomisiert kontrollierte Studien liegen für keine dieser Methoden vor.

Nuffield Centre Dyspraxia Programme

Das Nuffield Centre Dyspraxia Programme (NDP“\t“Siehe Nuffield Centre Dyspraxia ProgrammeNDP)Nuffield Centre Dyspraxia Programme (NDP) wurde als Therapieansatz für englischsprachige Kinder mit schweren Aussprachestörungen:Nuffield Centre Dyspraxia ProgrammeAussprachestörungen, einschließlich der Verbalen VED (Verbale Entwicklungsdyspraxie):Nuffield Centre Dyspraxia ProgrammeEntwicklungsdyspraxie, entwickelt. Eine deutschsprachige Fassung dieses Konzepts existiert bislang nicht, wohl aber eine niederländische. Der Ansatz wurde von Connery et al. (1985) am Nuffield Hearing and Speech Centre in London für 3- bis 7-jährige Kinder entwickelt, die Schwierigkeiten haben, einzelne Laute zu artikulieren, Lautverbindungen für einfache und komplexere Wörter zu produzieren sowie die erforderlichen segmentalen und suprasegmentalen Merkmale beim Verbinden von Wörtern zu Phrasen und Sätzen aufrechtzuerhalten (Williams & Stephens 2010).
Den ursprünglichen Konzepten von Connery (1985, 1992) lagen die Prinzipien für das Erlernen motorischer Bewegungsabläufe zugrunde, während in Nuffield Centre Dyspraxia Programme (NDP):überarbeitete Version (NDP3)der überarbeiteten Version (NDP3) von Williams & Stephens (2004) das psycholinguistische Sprachverarbeitungsmodell von Stackhouse & Wells (1997) eine weitere Grundlage des Therapieprogramms bildet. Williams & Stephens (2004) heben hervor, dass Kinder mit einer Verbalen Entwicklungsdyspraxie erhebliche Probleme mit der Programmierung und Planung von SprechbewegungenSprechbewegungen haben und demnach das zentrale Ziel des Behandlungsziele:Nuffield Centre Dyspraxia ProgrammeNuffield Centre Dyspraxia Nuffield Centre Dyspraxia Programme (NDP):BehandlungszielProgramme der Aufbau sprechmotorischer Programme ist. Dennoch verweisen die Autorinnen darauf, dass ebenso linguistische, insbesondere phonologische Aspekte – neben der Fokussierung auf die Förderung sprechmotorischer sprechmotorische FähigkeitenFähigkeiten – bei dem Therapieprogramm Beachtung finden sollen. Daher impliziert der Ansatz auch, die Entwicklung der phonologischen Bewusstheit zu fördern. Williams & Stephens (2004) beschreiben die Sprachproduktion:hierarchisches ModellSprachproduktion als ein komplexes hierarchisches Modell, das aus verschiedenen Ebenen besteht, beginnend auf der Einzellautebene bis hin zu ganzen Sätzen und zusammenhängender Sprache. Die Autorinnen analogisieren diese Hierarchie mit einer aus Ziegelsteinen bestehenden Wand, die Schicht für Schicht aufgebaut werden muss (Abb. 9.1).
Der Therapieansatz NDP3 orientiert sich an diesem Modell, um korrekte Sprachproduktionen aufzubauen. Als zentrales Therapiematerial dient ein umfangreiches Bildmaterial:VED-TherapieBildmaterial, bestehend aus einfachen Schwarzweiß-Zeichnungen. Die einzelnen Abbildungen Laute:Assoziation mit Abbildungenwerden assoziativ einzelnen Lauten (Konsonanten, Vokalen und Diphthongen) zugeordnet. Auch für Wörter mit unterschiedlicher phonotaktischer Struktur sowie für Wortkombinationen bietet das Programm Bildmaterial. Zunächst werden in der Therapie Laute assoziativ mit der jeweiligen Abbildung verknüpft, um darauf aufbauend Silbenstrukturen, Wörter und Satzmuster einzuüben. Abbildungen, die jeweils einen Laut repräsentieren, werden zunächst isoliert geübt. Im nächsten Schritt werden die Abbildungen zweier unterschiedlicher Laute aneinandergereiht und vom Kind benannt. Die Bilder zu den einzelnen Lauten sollen dem Kind die phonologischen Strukturen von Wörtern kenntlich machen. Auf Arbeitsblättern wird das Zusammenziehen von Phonemen anhand von Wörtern mit einer Konsonant-Vokal-Struktur (CV) eingeübt (z. B. /b/ + /i/ = bee). Dasselbe Arbeitsmaterial wird später auch für Segmentierungsaufgaben verwendet. Beispielsweise kann das CV-Bild zu dem Wort „bee“ abgedeckt werden, während das Kind die Lautfolge /b/ und /i/ produziert und dabei erkennen soll, welches Wort sich unter der Abdeckung verbirgt. Der Sprachtherapeut muss bei solchen Aufgaben dem Kind zunächst noch viel Unterstützung und Modellvorgaben anbieten. Nach einsilbigen Wörtern mit offenen Silben werden einsilbige Wörter mit geschlossenen Silben und schließlich zweisilbige Wörter mit zwei offenen Silben geübt. Auf der höchsten Stufe werden Wörter mit komplexeren Lautfolgen sowie kurze Phrasen und Sätze eingeübt. Die Auswahl des Wortmaterials richtet sich nach der jeweiligen Entwicklungsstufe des Kindes. Die Sätze enthalten jeweils Wörter, die auf einer früheren Ebene des Übungsprogramms bereits eingeübt wurden (Williams & Stephens 2004).
Evidenznachweise
Evidenznachweise (Williams et al. 2010) beschränken sich auf diverse Fallstudien von Kindern mit Aussprachestörungen:FallstudienAussprachestörungen, wobei sich Kinder mit diagnostizierter Verbaler Entwicklungsdyspraxie kaum unter den beschriebenen Fällen finden.
Im Manual des Nuffield Centre Dyspraxia Nuffield Centre Dyspraxia Programme (NDP):EvidenznachweiseProgramme werden sechs Kinder im Alter zwischen 4 und 6 Jahren mit Artikulationsdefiziten unterschiedlicher Ausprägung dargestellt (Williams & Stephens 2004). Allen Kindern wurde nach der Behandlung mit dem Ansatz NDP3 eine verständliche Aussprache attestiert. Die Dauer der therapeutischen Maßnahmen variierte zwischen 1 und 4 Jahren, und der Therapiedurchführung lagen unterschiedliche Zeitpläne zugrunde.
Saunders (2006) beschreibt in einer Fallstudie, dass ein Dreijähriger mit der Diagnose Autismus-Spektrum-Störung und Verbaler Entwicklungsdyspraxie von einer einmal wöchentlich durchgeführten Therapie nach NDP3 und täglichen häuslichen Übungen erheblich profitierte, macht aber keine Angabe zur Dauer der Therapie.
In einem Studienprojekt von Teal (2005) wurde ein Mädchens von 6;11 Jahren mit anhaltenden Artikulationsproblemen sowohl mit dem NDP3-Ansatz als auch mit dem Kernvokabulartherapieansatz für inkonsequente phonologische Störungen nach Dodd (2005) behandelt. Das therapeutische Setting bestand aus einstündigen Sitzungen, die je zur Hälfte an einem der Therapieansätze ausgerichtet waren und drei Wochen lang einmal wöchentlich stattfanden. Das Kind profitierte zwar von beiden Therapieprogrammen, erreichte jedoch durch NDP3 bessere Transferleitungen für ungeübtes Wortmaterial.
Belton (2006) untersuchte die Effektivität des Nuffield Centre Dyspraxia Programme an vier Jungen im Alter zwischen 4 und 6 Jahren, die nur über ein reduziertes Lautinventar verfügten und Probleme auf zahlreichen expressiven Ebenen zeigten. Mit einem Therapieblock von 20 Stunden über 20 Wochen konnte bei allen Probanden eine Steigerung des Phoneminventars, eine Reduzierung phonologischer Prozesse und damit einhergehend eine deutliche Verbesserung der Verständlichkeit erzielt werden.

PROMPT (Prompts for Restructuring Oral Muscular Phonetic Targets)

Die PROMPT-Therapie nach Chumpelik (1984; deutsche Version TAKTKIN“\t“Siehe PROMPT-MethodeTAKTKIN nach Birner-Janusch 2001, 2006), die ursprünglich speziell für Kinder mit Verbaler VED (Verbale Entwicklungsdyspraxie):PROMPT-MethodeEntwicklungsdyspraxie entwickelt wurde, ist ein taktil orientierter Therapieansatz, der auf sensomotorischen und kognitiv-linguistischen Interventionsmodellen basiert. Sprechmotorische Parameter werden durch taktile taktile HinweisreizeHinweisreize im Gesicht und am Mundboden des Kindes angezeigt, um Sprechbewegungen:PROMPT-MethodeSprechbewegungen zu stimulieren.
Als grundlegende Orientierungshilfe dient eine Behandlungshierarchie, die als Rahmenwerk für die PROMPT-PROMPT-Methode:Behandlungshierarchie, sprechmotorischeMethode entwickelt wurde.
Auf der ersten und zweiten Ebene VED (Verbale Entwicklungsdyspraxie):Untersuchungs- und therapeutische Ebenenfindet eine Untersuchung des orofazialen Muskeltonus und der phonatorischen Leistungen statt. Die dritte therapeutische Ebene befasst sich mit den vertikalen Bewegungen des Unterkiefers, und auf der vierten Ebene werden vertikale mit horizontalen Bewegungen – wie Breitziehen und Runden der Lippenmuskulatur, Sprechbewegungen:Unterkiefer, Lippen, Gaumen, Zungelabiale und velopharyngeale Verschlusstätigkeit – koordinert. Hayden & Square (1994) heben hervor, dass Kinder mit einer VED meist schon auf dieser Ebene erhebliche Probleme zeigen. Im nächsten Schritt wird die Zunge als unabhängiges, flexibles Artikulationsorgan in den Mittelpunkt der therapeutischen Maßnahmen gestellt. Auf der sechsten Ebene finden die Sprechbewegungen:räumliche, zeitlich-sequenzielle und prosodische AspekteSprechbewegungen unter ihren räumlichen und zeitlich-sequenziellen Aspekten Beachtung. Auf der siebten und letzten Stufe kommen zu den vorherigen Therapieschritten noch prosodische Aspekte hinzu.
Als Wortmaterial:für Kinder mit VEDWortmaterial werden zunächst Wörter mit einfacher Silbenstruktur verwendet, um mit dem Kind Lautsequenzierungsmuster:ÜbungenLautsequenzierungsmuster einzuüben. Während der Therapeut das Wort vorspricht, werden die Zielpositionen der Artikulatoren:ZielpositionenArtikulatoren für einzelne Laute und Lautfolgen dem Kind über direkte Berührungen im Gesicht und am Mundboden verdeutlicht. Wichtig ist hierbei die enge Verknüpfung zwischen taktile Hinweisreize:und auditiver Inputdem taktilen und dem auditiven Input:taktiler und auditiverInput. Da zunächst der motorische Plan für eine Sprechbewegungssequenz wie ein inneres Bewegungsbild entworfen werden soll, muss das Kind anfangs noch nicht mitsprechen. Erst im nächsten Schritt leitet der Therapeut, indem er die Hinweisreize setzt und vorspricht, das Kind zum Mitsprechen an. Die Auswahl des Wortmaterials orientiert sich am Entwicklungsstand des Kindes und der Durchführbarkeit der Artikulationsbewegungen. Bei Abweichungen vom korrekten Bewegungsmuster kann der Therapeut direkt korrigierend eingreifen. Durch diese Rückmeldung soll Einfluss auf das motorische Programm genommen werden, während durch häufiges Wiederholen die korrekte sprechmotorische Umsetzung angestrebt wird.
Hayden et al. (2010) empfehlen diese Methode mittlerweile auch für Kinder mit unterschiedlichsten Störungsbildern und Pathologien: wie beispielsweise leichte bis schwere oromotorische Defizite, sprechmotorische Schwierigkeiten, persistierende phonetische oder phonologische Fehlbildungen, sensomotorische Probleme, Hörstörungen, Zerebralparesen, Down-Syndrom, ADS, ADHS und Autismus-Spektrum-Autismus-Spektrum-Störung:PROMPT-MethodeStörungen.
Evidenznachweise
Square et al. (2000) untersuchten die Effektivität der PROMPT-PROMPT-Methode:EvidenznachweiseMethode an sechs Jungen im Alter zwischen 4;2 und 4;6 Jahren mit unverständlicher Aussprache und wenig Fortschritten im Verlauf einer traditionellen logopädischen Behandlung. Für jedes Kind wurden 40 Wörter selektiert und jeweils 20 davon als Zielwörter in der Therapie fokussiert. Nach einer Gruppen- und Einzeltherapie über 12 Wochen (2× wöchentlich 90 Minuten) zeigten die Kinder signifikante Verbesserungen in der Aussprache trainierter Wörter sowie auch bei der Produktion nicht geübter oder ähnlicher Wörter.
Houghton (2003) präsentierte eine Studie mit fünf Kindern im Alter von 3;9 bis 9;8 Jahren, die wegen schweren persistierenden Lautbildungsfehlern mindestens schon ein Jahr eine phonologisch orientierte Therapie erhalten hatten, ohne davon erkennbar zu profitieren. Für jedes Kind wurden jeweils vier Phoneme ausgewählt, die es noch nie korrekt realisiert hatte. Insgesamt acht Trainingseinheiten fanden zweimal wöchentlich für 20 bis 40 Minuten statt. Zwei Kinder schieden im Verlauf der Studie aus. Bei den restlichen drei Probanden konnte ein deutlicher Zuwachs an kontrollierter Produktion der Zielphoneme beobachtet werden.
Rogers et al. (2006) beschreiben in ihrer Studie Erfolge mit PROMPT bei nichtsprechenden autistischen Kindern im Alter von 2 bis 4 Jahren.

Assoziationsmethode nach McGinnis

Ein nach Mildred McGinnis-Methode“\t“Siehe Assoziationsmethode nach McGinnisMcGinnis benannter Therapieansatz, den die Urheberin als Assoziationsmethode Assoziationsmethode:nach McGinniszur Behandlung von Kindern mit „angeborener Aphasie“ in ihrer Doktorarbeit 1939 vorgestellt hatte, wurde später auch bei Kindern mit Verbaler VED (Verbale Entwicklungsdyspraxie):Assoziationsmethode nach McGinnisEntwicklungsdyspraxie angewandt (Aram & Nation 1982). Das Kernelement dieser Methode ist die Verknüpfung von Laute:Verknüpfung mit Graphemen und BildkartenLaute:AssoziationLauten mit ihren Graphemen sowie mit Bildkarten, auf denen Verben oder Nomen abgebildet sind, die zu dem jeweiligen Laut eine Assoziation herstellen sollen. Die Assoziationsmethode:nach McGinnisTherapieziele beschrieb McGinnis wie folgt: „Vergrößerung der Aufmerksamkeitsspanne für Reihenfolgen von oralen Mustern bzw. Lautfolgen, Verlängerung der Gedächtnisspanne für diese Reihenfolgen, Verbesserung des willkürlichen Abrufes und Verbesserung der assoziativen Fähigkeiten“ (McGinnis 1939).
Die Assoziationsmethode nach McGinnis besteht aus einem formalen, stark strukturierten Programm. Zentrales Element der Methode ist die Verknüpfung von Phonemen mit ihren Schriftzeichen. Während das Kind den Laut bzw. die Lautfolge hört, sieht es die Lippenbewegungen des Therapeuten, die niedergeschriebenen Buchstaben und im späteren Therapieabschnitt auch Bildkarten, auf denen die Zielwörter abgebildet sind. Taktil erfassen kann es die eigenen Artikulationsbewegungen und die Schreibbewegungen. Das Ansprechen der verschiedenen Sinnesorgane soll es dem Kind erleichtern, die genauen Artikulationsbewegungen bewusst aufzunehmen, sie zu speichern und nach Bedarf abzurufen. Die von Kempcke (1977) ins Deutsche übertragene Assoziationsmethode nach McGinnis findet heute vor allem in einer modifizierten Form als McGinnis Mod. nach Assoziationsmethode:nach McGinnisRenate Meir Anwendung (Meir 2007). Idealerweise sollte die Therapie im Alter von 4 Jahren beginnen. Meir bietet ausschließlich Großbuchstaben als Assoziationshilfe an. Den Therapiestunden liegt bei McGinnis Mod.McGinnis Mod. ein festes Schema von 12 Lernschritten zugrunde. In der ersten Stunde wird mit der Bewusstmachung der Laute /a/ und /m/ und der Verknüpfung zu den Graphemen begonnen. Am Ende der ersten Stunde soll das Kind z. B. über die Lautfolge „am“ das Wort Arm (ohne die Realisierung des /r/) produzieren können. In jeder Therapieeinheit wird in der Regel ein neuer Laut eingeführt und mit einem bereits bekannten Laut zu einem sinntragenden Wort zusammengefügt. Essenziell beim Vorgehen nach McGinnis Mod. sind Übungen zur auditiven, taktil-kinästhetischen und visuellen Differenzierung der Laute:DifferenzierungLaute und ihrer Grapheme. Nach 15 Therapieeinheiten sind dem Kind 15 Laute auf diesem Weg bewusst gemacht worden. Erst danach folgt die Erarbeitung von Wörtern, die aus drei Phonemen bestehen. Die Therapie nach McGinnis Mod. wird durch eine „konventionelle Artikulationstherapie:konventionelleArtikulationstherapie“ ersetzt (Meir 2007), wenn sich die Artikulation so gut stabilisiert hat, dass nur noch wenige Laute oder Lautverbindungen Probleme bereiten.
Evidenznachweise
Es liegen McGinnis-Methode:Evidenznachweiseeinige deskriptive Fallstudien – jedoch keine evaluierten Studien – zur Effektivität der Methode vor. In einer Fallstudie von Kegel & Tramitz (1991) wird die McGinnis-Methode als Teil einer erfolgreichen Therapie beschrieben, die bei einem 8½-jährigen Jungen angewandt wurde, der nicht sprechen konnte und autistische Verhaltensweisen zeigte. Auch Kempcke (1977) und Gebhard (1991) berichten anhand von Fallbeispielen von der Wirksamkeit der Methode bei schweren Sprachentwicklungsstörungen:McGinnis Mod.Sprachentwicklungsstörungen. Meir (2007) prognostiziert Störungsfreiheit bis zum Schuleintritt bei „Kindern, die von Anfang an eine gute Prognose hatten und mit McGinnis Mod. therapiert wurden“.

VEDiT (VED-intensiv-Therapie)

VEDiTVEDiT ist ein sehr intensives, stark strukturiertes Therapieprogramm, das speziell für Kinder mit einer Verbalen VED (Verbale Entwicklungsdyspraxie):VEDiTEntwicklungsdyspraxie entwickelt wurde, sich jedoch auch bei anderen kindlichen Artikulationsstörungen:VEDiTArtikulationsstörungen als effizient erwiesen hat (Schulte-Mäter 2010).

Grundprinzipien von VEDiT

Multisensorielle Assoziationstheorie

Ein VEDiT:Grundprinzipien nach Schulte-MäterMaximum an VED (Verbale Entwicklungsdyspraxie):multisensorielle Hilfenmultisensoriellen Hilfen soll helfen, Programme für Artikulationsgesten anzulegen, abzuspeichern und abrufbar zu machen. → assoziatives VED (Verbale Entwicklungsdyspraxie):assoziatives LernenLernen

Erarbeitung motorischer Programme

Die Wiederholungsrate der jeweiligen Übungsinhalte muss extrem hoch sein, um die Automatisierung von Sprechbewegungsabläufen zu erreichen. → intensiver „Drill“

Sukzessive Approximation

Wörter und Phrasen werden über gelenkte phonemische Simplifikationen erarbeitet. → Erleichterung der Sprechbewegungsplanung und -durchführung

Erarbeitung eines Kernvokabulars

Aussagen, mit denen etwas bewirkt werden kann, haben Vorrang vor dem Benennen von Gegenständen. → Motivation! VED (Verbale Entwicklungsdyspraxie):Motivation
„VEDiT-Grundprinzipien“ aus Schulte-Mäter (2011)
Zu den Grundprinzipien von VEDiT:Grundprinzipien nach Schulte-MäterVEDiT gehören das Vorgehen nach der multisensoriellen Assoziationsmethode:multisensorielleAssoziationsmethode und die Erarbeitung sprechmotorischer Programme über eine extrem hohe Wiederholungsrate. Bei der multisensoriellen Assoziationsmethode laufen die Feedbackprozesse für das Erarbeiten und Abspeichern von ArtikulationsgestenArtikulationsgesten über auditive, visuelle, taktile und kinästhetische Kanäle. Ein Maximum an multisensoriellen Verknüpfungen soll dem Kind helfen, Programme für Artikulationsgesten anzulegen, abzuspeichern und abrufbar zu machen. Das Phonem bestimmte Manualsystem (PMS)Phonem-bestimmtes Manualsystem (PMS) nach VEDiT ist ein wesentlicher Bestandteil des Therapieansatzes. Da die Zeichen ausschließlich zur Erleichterung der Phonembildung selektiert wurden, folgt das PMS nach VEDiT teilweise anderen Kriterien als andere Versionen, die an manchen Fördereinrichtungen zur Unterstützung des Lese- und Schreiblernprozesses eingesetzt werden.
Die HandzeichenHandzeichen vermitteln über den visuellen und taktil-kinästhetischen Kanal Informationen zu den einzelnen Phonemen über Artikulationsort und -modus, Luftstromlenkung und Stimmhaftigkeit bzw. -losigkeit (Schulte-Mäter 2003). Erarbeitet werden die Handzeichen für substituierte und ausgelassene Laute:HandzeichenLaute sowie für die jeweiligen Ersatzlaute. Ein Laut nach dem anderen wird in Verbindung mit dem Handzeichen und dem Graphem erarbeitet. Auf Arbeitsblättern werden dann der Buchstabe, eine Abbildung des Handzeichens und prototypische Wörter, die mit dem Laut beginnen, dargestellt. Ein Laut wird so lange eingeschliffen, bis er über die Verknüpfung mit dem Handzeichen und dem Graphem sicher abgerufen werden kann. Sind mehrere Zeichen eingeführt, können damit auch Phonemsequenzen sichtbar und fühlbar gemacht werden. Störungsspezifisch treten häufig große Probleme auf beim Versuch, Laute zu Sequenzen zu verbinden. Angezeigt werden immer nur die Laute, die entscheidend zur Verständlichkeit eines Wortes beitragen, aber nur selten alle Phoneme:Simplifikationen, VEDiTPhoneme eines Wortes. Um Wörter und Phrasen zu erarbeiten, kann teilweise auch über gelenkte phonemische Simplifikationen nach dem Prinzip der sukzessiven Approximation:sukzessive, VEDiTApproximation vorgegangen werden. Ein weiterer essenzieller Teil des Ansatzes nach VEDiT ist der Aufbau eines Kernvokabular:AufbauKernvokabulars. Auswahlkriterien für das zu erarbeitende Wortmaterial sind – neben der sprechmotorischen Umsetzbarkeit – vor allem der kommunikative Wert und die Bedeutsamkeit der Wörter für das jeweilige Kind.
Evidenznachweise
Es liegen noch keine veröffentlichten Studien zu VEDiT:EvidenznachweiseVEDiT vor. Eine VEDiT:TherapiestudieVEDiTArbeitsgruppe um Schulte-Mäter hat im sozialpädiatrischen Kinderzentrum München 31 Kinder (Alter zwischen 3;4 und 5;8 Jahren) mit diagnostizierter Verbaler Entwicklungsdyspraxie sowie 12 Kinder mit inkonsequenten phonologischen Störungenphonologische Störungen:inkonsequente nach VEDiT behandelt. Alle Kinder wurden wegen mangelnder Fortschritte trotz teilweise langjähriger logopädischer Therapie im Kinderzentrum München vorgestellt. Gleich nach den ersten Therapieeinheiten mit VEDiT war bei allen Kindern eine Verbesserung der sprechmotorischen sprechmotorische Fähigkeiten:Verbesserung durch VEDiTFähigkeiten zu beobachten. Beispielhaft werden im Folgenden vier Fallbeispiele von Kindern mit diagnostizierter Verbaler Entwicklungsdyspraxie aufgezeigt. Die rezeptiven Sprachleistungen aller vier Kinder sind altersadäquat oder entsprechen dem VED (Verbale Entwicklungsdyspraxie):kognitives Profiljeweiligen kognitiven Entwicklungsprofil.
Kognitives Profil/anamnestische Daten
IQ Logo seit Lallen 1. Wort WS GR Verständlichkeit für Familie Verlust bereits beherrschter Wörter
ST ♀ 5;1 J Lernbehinderung 2½ J. kaum 3 J 50/3 verständlich Einzelwörter 30 % ja
SL ♂ 5;0 J durchschnittlich 1¼ J. kaum 1;9 J umfangreich Mehrwortäußerungen 50 % ja
MG ♂ 5;8 J durchschnittlich 2½ J. kaum 3 J 5 Einzelwörter 10 % ja
ML ♂ 3;4 J über-durchschnittlich 2½ J. nein 2 J 15 Einzelwörter 30 % ja
Sprachstatus vor Therapiebeginn mit VEDiT
Sprachstatus
WS GR-Syntax GR-Morphologie AK Suchbew. Diadochokinese Orale Dys.
ST ♀ 5;1 J 503 verständlich Einzelwörter Lautbildungsfehler völlig variabel;nicht erworben:/g/, /k/, /l/, /n/, /s/, /ʃ/, /ç/, /x/ ja nicht durchführbar ja
SL ♂ 5;0 J altersentspr. o. B. aufgrund der Lautfehlbildungen nicht beurteilbar Lautbildungsfehler völlig variabel;nicht erworben:/ç/, /x/ ja nicht durchführbar nein
MG ♂ 5;8 J 5 verständliche Wörter (nicht immer korrekt abrufbar, z. B. „Mapa“ statt „Mama“ oder „Papa“) Einzelwörter Lautbildungsfehler völlig variabel;nicht erworben: /g/, /k/, /n/, /s/, /ʃ/, /ç/, /x/ ja nicht durchführbar ja
LM ♂ 3;4 J 15 Wörter Einzelwörter Lautbildungsfehler völlig variabel;nicht erworben: /g/, /k/, /n/, /s/, /ʃ/, /ç/, /x/, /ɸ/, /ʏ/ ja nicht durchführbar ja
Therapieverlauf – ST (5;1 Jahre bei Therapiebeginn nach VEDiT)
Die Therapie nach VEDiT wirdVEDiT:Therapieverläufe im Kinderzentrum München zunächst über einen Zeitraum von 2 Wochen mit täglichen Behandlungseinheiten von 45 Minuten durchgeführt. Nach dieser Behandlungseinheit sind 14 Laute über die PMS-Zeichen und die dazugehörigen Grapheme sicher abrufbar, und es ist ein Kernvokabular von Kernvokabular:Aufbau53 verständlichen Wörtern aufgebaut worden. Die weitere Therapiearbeit wird vor Ort einmal wöchentlich fortgesetzt. Eine Wiedervorstellung des Mädchens erfolgt im Alter von 5;8 Jahren. Inzwischen hat sie alle Laute außer /g/, /k/ und /l/ erworben, und ihre Spontansprache ist Spontansprache:Verständlichkeitzu 70 % für Außenstehende verständlich. ST verfügt über ein der Altersstufe von 3;5–3;11 Jahren entsprechendes Wortschatzwissen und äußert sich in Mehrwortäußerungen, dieMehrwortäußerungen:dysgrammatische meistens noch dysgrammatisch sind.
Therapieverlauf – SL (5;0 Jahre bei Therapiebeginn nach VEDiT)
Es werden 24 Therapieeinheiten nach VEDiT à 45 Minuten im Kinderzentrum München durchgeführt. Nach 10 Monaten ist das Lautrepertoire vollständig erworben und für Außenstehende die Verständlichkeit Spontansprache:Verständlichkeitseiner spontansprachlichen Äußerungen zu 90 % gegeben. Im grammatisch-morphologischen Bereich bestehen noch leichte Defizite.
Therapieverlauf – MG (5;8 Jahre bei Therapiebeginn nach VEDiT)
Die Therapie nach VEDiT wird im Kinderzentrum München zunächst stationär über einen Zeitraum von 3 Wochen mit täglichen Behandlungseinheiten von zweimal 35 Minuten durchgeführt. Nach dieser Behandlungseinheit sind 17 Laute über die PMS-Zeichen und die dazugehörigen Grapheme sicher abrufbar. MG verfügt nun über ein Kernvokabular von 28 ein- bis zweisilbigen neuen Wörtern, die er verständlich aussprechen kann. Zudem gelingen ihm erste Zweiwortkombinationen. Die weitere Therapiearbeit wird vor Ort einmal wöchentlich fortgesetzt. Eine Wiedervorstellung des Jungen erfolgt im Alter von 6;7 Jahren. Inzwischen hat er alle Laute außer /g/ und /k/ erworben, und seine Spontansprache ist Spontansprache:Verständlichkeitzu 75 % für Außenstehende verständlich. Sein Wortschatzwissen entspricht dem der Altersstufe von 4:0–4:5 Jahren. MG äußert sich in Mehrwortäußerungen, dieMehrwortäußerungen:dysgrammatische syntaktisch meist nicht korrekt sind. Die grammatisch-morphologische Kompetenz ist – soweit sich trotz der multiplen Lautbildungsfehler beurteilen lässt – noch wenig entwickelt.
Therapieverlauf – ML (3;4 Jahre bei Therapiebeginn nach VEDiT)
Es erfolgen 12 Therapieeinheiten nach VEDiT à 45 Minuten im Kinderzentrum München über 4 Monate und darauf einmal wöchentlich die Fortführung der Therapie vor Ort. Im Alter von 4 Jahren hat ML das Lautrepertoire bis auf die Laute /ɸ/ und /ʏ/ erworben. Die Verständlichkeit Spontansprache:Verständlichkeitseiner spontansprachlichen Äußerungen ist für Außenstehende jetzt zu 100 % gegeben. Er verfügt über ein altersentsprechendes Wortschatzwissen und äußert sich in dysgrammatischen Mehrwortäußerungen.
Mehrwortäußerungen:dysgrammatischeZusammenfassend lässt sich feststellen, dass alle vier Kinder, die aufgrund ihrer „Therapieresistenz“ im Kinderzentrum München vorgestellt wurden, durch die Therapie nach VEDiT signifikante Verbesserungen in ihren expressiven Sprachleistungen erzielt haben.

KoArt nach Becker-Redding

KoArt ist KoArt-Therapieprogramm nach Becker-Reddingein treppenförmig aufgebautes Therapieprogramm für Kinder mit Verbaler Entwicklungsdyspraxie (VED (Verbale Entwicklungsdyspraxie):KoArt-Therapieprogramm nach Becker-ReddingStahn 2010). Je nach Lerntyp des Kindes werden als Hilfestellung beim Aufbau von sprechmotorischen Bewegungseinheiten sprechmotorischen Bewegungseinheitenunterschiedliche Stimuli eingesetzt. Die erste Stufe in der Therapie dient der Lautauswahl und der Lautanbahnung. Auf der zweiten Ebene wird der isolierte Laut unter Einsatz multisensorischer Stimuli trainiert, um eine korrekte Lautbildung zu erzielen. Auf der dritten Ebene werden Konsonantenabfolgen von zwei Konsonanten Konsonantensequenzen:KoArtgeübt. Auf der vierten Stufe werden Vokale eingeführt. Die Variation der Sequenzen von Konsonanten und Vokalen Vokalsequenzen:KoArtsteht auf der fünften Ebene im Vordergrund. Die Stufen 1–5 bilden den Hauptübungsteil von KoArt. Die Stufe 6 ist als möglicher Zwischenschritt bei einem schweren Ausprägungsgrad der VED gedacht, um noch weitere Lautkombinationen mit Lautkombinationenzwei verschiedenen Konsonanten zu üben. Die Silben sind vorwiegend sinnfrei, können kontextbedingt aber auch einen sinnvollen Gehalt aufweisen. Auf Stufe 7 werden schließlich Einzelwörter sowie Phrasen und Mehrwortäußerungen Mehrwortäußerungeneingeübt. Die achte und letzte Therapieebene dient als Bestandsaufnahme der erarbeiteten, korrekt ausgeführten artikulatorischen Muster der vorherigen Therapieebenen. Jetzt werden noch fehlende Laute bzw. Lautkombinationen (z. B. Diphthonge, Umlaute und noch fehlerhafte Konsonantenverbindungen) erarbeitet.
Evidenznachweise
Es KoArt-Therapieprogramm nach Becker-Redding:Evidenznachweiseliegen keine Effektivitätsstudien vor. Nach Angaben von Becker-Redding (Stahn 2010) sind nach einer Anfangsphase von ca. 3–6 Monaten zunehmend korrekte Lautmuster in der Spontansprache beobachtbar. In der Regel würden zwei Jahre vergehen, bis die korrekte Artikulation aller Laute auf Stufe 7 möglich ist. In Abhängigkeit vom Ausprägungsgrad der Verbalen Entwicklungsdyspraxie kann das Kind jedoch mehr oder weniger Zeit benötigen.

Literatur

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